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Maria Riesch fährt in St. Moritz erneut einen tollen Slalom © imago

Die Deutsche verpasst in der Super-Kombi von St. Moritz nach toller Aufholjagd im Slalom nur knapp das Podest.

St. Moritz/Gröden - Dank ihrer überragenden Slalom-Form hat Maria Riesch bei der Super-Kombination in St. Moritz die bereits verloren geglaubte Spitzenplatzierung doch noch erreicht.

Mit der drittbesten Laufzeit fuhr die Partenkirchenerin im Slalom nach völlig verpatztem Super-G noch von Rang 25 auf Platz vier vor.

Beim 39. Weltcup-Sieg der Schwedin Anja Pärson trennte Riesch nur eine Zehntelsekunde von der Dritten, der Schweizerin Fabienne Suter.

"Alle haben von mir hier eine Fahrt aufs Podium erwartet, auch ich selbst. Aber ich habe es im Super-G vergeigt. Dass es am Ende so knapp war, ist ärgerlich. Glücklicherweise geht es bei diesen Rennen nicht um Medaillen", sagte Riesch.

Vonn lässt Punkte liegen

Aber um den Gesamt-Weltcup. Dort machte Riesch fünf Tage nach ihrem Torlauf-Coup von La Molina Boden gut auf ihre Freundin Lindsey Vonn, die ausschied. Die Amerikanerin ist mit 438 Punkten vorne, Riesch weiter Dritte mit nun 378 Zählern hinter Tanja Poutiainen (Finnland/400).

"Ich will mich aber trotzdem nicht darüber freuen, dass Lindsey ausgeschieden ist. Sie tut mir ein bisschen leid", sagte Riesch. Die gemeinsamen Weihnachts-Feierlichkeiten in Partenkirchen können also ohne zwischenmenschliche Spannungen stattfinden.

Rieschs Vater Sigi kündigte sogar Trost für Vonn an: "Sie bekommt beim Raclette einfach ein Stück Käse mehr."

Pärson siegt im Wetterchaos

Etwas Fürsprache hatten auch die beiden anderen Athletinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) nötig. Für Gina Stechert (Oberstdorf) war der Super-G nach einem Fehler frühzeitig beendet.

"Ich ärgere mich maßlos", sagte die 21-Jährige. Susanne Riesch holte als 24. immerhin noch Weltcup-Punkte, war aber auch "nicht ganz zufrieden".

Das galt auch für ihre ältere Schwester. Als sie beim Super-G an den Start ging, brummte ihr Schädel noch ein bisschen nach einem Sturz am Vortag, die Muskulatur im Hals- und Nackenbereich "spannte noch ein wenig", und die Sicht war aufgrund des Schneefalls schlecht. "Aber die Schuld lag trotzdem nur bei mir", sagte sie.

Die "Corviglia"-Piste war wegen der widrigen Verhältnisse stark verkürzt und verzieh Rieschs Fehler nicht. Vor dem Slalom lag sie auf Platz 25 - 1,67 Sekunden hinter der späteren Siegerin Pärson. Die gewann in einer Gesamtzeit von 1:41,87 Minuten mit 1,12 Sekunden Vorsprung vor Nicole Hosp aus Österreich.

Heel gewinnt Super-G

Ski-Rennläufer Werner Heel hat überraschend den Super-G in Gröden in Südtirol gewonnen.

Der 26-Jährige profitierte bei seinem zweiten Weltcup-Sieg von seiner frühen Startnummer drei und den bei seinem Lauf günstigen Bedingungen.

Die Favoriten litten allesamt unter den böigen Winden über der anspruchsvollen Piste, einzig der Schweizer Didier Defago hatte Glück und fuhr mit Startnummer 17 auf Rang zwei vor. Die deutschen Läufer blieben ohne Weltcup-Punkte. (Alle Wintersport-News)

Wind-Lotterie

Heel bezwang die traditionsreiche "Saslong" in 1:35,04 Minuten und hatte am Ende 0,43 Sekunden Vorsprung auf Defago, der mit Nummer 17 gestartet war. Dritter wurde Patrik Järbyn (0,45 Sekunden zurück). Der Schwede war unmittelbar vor Heel ins Rennen gegangen, ebenfalls unbeeinträchtigt vom erst später aufkommenden Wind.

Die Favoriten erwischte es dagegen teilweise heftig. "Große Fehler habe ich nicht gemacht, aber ich habe gemerkt, dass da ordentlich der Wind blies. Das ist schon ärgerlich", sagte Benjamin Raich aus Österreich, der mit Startnummer 20 lediglich Rang 27 belegte.

Einen Rang hinter Raich platzierte sich Aksel Lund Svindal, der das sportlich eher fragwürdige "Startnummern-Rennen" aber schnell abhakte.

Deutsche ohne Weltcup-Punkte

"Mal gewinnst du, mal verlierst du", sagte er. Im Gesamtweltcup liegt der Norweger weiter in Führung. "Mister Super-G" Hermann Maier (Österreich) betrieb als Neunter Schadensbegrenzung und wahrte Platz eins in der Disziplin-Wertung knapp vor Defago.

Die drei deutschen Teilnehmer konnten sich wie erwartet nicht in den Punkterängen platzieren. Stephan Keppler (Ebingen/1,85 Sekunden zurück), Peter Strodl (Partenkirchen/1,96) und sein Bruder Andreas (3,04) kamen lediglich auf die Plätze 35, 39 und 53.

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