vergrößernverkleinern
Maria Riesch scheitert an den Witterungsbedingungen © imago

Maria Riesch scheidet beim Super-G in St. Moritz bei irregulären Bedingungen aus. Gina Stechert verhindert ein komplettes Debakel.

St. Moritz/Gröden - Schlechte Sicht, ungünstige Kurssetzung und zu viel Schnee - Maria Riesch hätte für ihr Ausscheiden beim Super-G in St. Moritz viele Ausreden bemühen können.

Doch die Partenkirchenerin fand die Schuld bei sich selbst: "Das war ein Besichtigungsfehler", sagte Riesch über ihr frühes Aus bei irregulären Verhältnissen.

Die erst 17 Jahre alte Schweizerin Lara Gut nutzte dabei die Gunst ihrer Startnummer 1 und fuhr zu ihrem ersten Weltcup-Sieg.

Gut fand auf der "Corviglia" perfekte Verhältnisse vor und fand zudem die perfekte Linie, während manche Favoritin im Schneegestöber die Übersicht verlor.

Auch Vonn gescheitert

Darunter war auch Lindsey Vonn, die wie Riesch ausschied. Die US-Amerikanerin blieb dennoch im Gesamtweltcup vorne, Riesch verpasste die Chance aufzuholen, behauptete aber Platz drei.

"Lara hat ihre günstige Nummer perfekt genutzt", stellte Riesch verärgert fest. Weil nach Guts Fahrt immer mehr Schnee auf die Piste fiel, kamen die später startenden Athletinnen kaum mehr heran.

Nur Fabienne Suter aus der Schweiz (0,63 Sekunden zurück) und die in der Disziplinwertung führende Italienerin Nadia Fanchini (0,87) hielten ihren Rückstand unter einer Sekunde. Gina Stechert (Oberstdorf), als Elfte beste Deutsche, lag 1,28 Sekunden zurück.

"Unfaire" Startregeln

Ein Stück weit musste Riesch in der Diskussion um die Bedingungen den unzufriedenen Kolleginnen aber dann doch recht geben und regte eine Änderung der "unfairen" Startregel an.

"Die Besten sollten mit den Nummern 8 bis 15 fahren, nicht mit 16 bis 22. Wer mit einer höheren Nummer als 20 unterwegs war, hatte heute keine Chance mehr. Das ist nicht zum ersten Mal passiert und sollte nachdenklich stimmen", sagte sie.

Nachgedacht wurde von den Verantwortlichen um Renndirektor Atle Skaardal aber offenbar nicht allzu viel. Die Schwedin Anja Pärson, die immerhin noch Vierte wurde, beklagte sich, "dass der Schnee auf der Strecke nicht rausgeräumt wurde. Das war nicht fair".

Über Kurssetzung beschwert

Vonn fand die Kurssetzung des kanadischen Cheftrainers Heinzpeter Platter "zu gefährlich. An der schnellsten Stelle so zu setzen, war falsch".

Wie Vorjahressiegerin Emily Brydon (Kanada) und die Kreutherin Viktoria Rebensburg erwischte es Vonn nach 34 Fahrsekunden bei einem Richtungswechsel. Rieschs Fahrt war wie die der Debütantin Nicola Schmid (Oberstdorf) sechs Sekunden früher zu Ende.

Berthold schimpft

Nach Platz 24 in Lake Louise lief damit auch der zweite Super-G des Winters für die Vorjahresbeste dieser Disziplin nicht nach Plan.

Ihr Cheftrainer Mathias Berthold schimpfte, Riesch sei "sehr unklug gefahren. Aber sie ist eine, die mit der richtigen Antwort zurückkommt". Und zwar am Sonntag bei der Abfahrt - bei besserem Wetter.

Walchhofer siegt auf den Kamel-Buckeln

Ski-Rennläufer Michael Walchhofer hat Österreich den ersten Weltcup-Sieg in der alpinen Königsdisziplin seit einem Jahr beschert.

Auf der Saslong im Grödnertal in Südtirol wiederholte der 32 Jahre alte Weltmeister von 2003 in der Abfahrt seinen Erfolg aus dem Vorjahr.

Bei anhaltendem leichten Schneefall siegte Walchhofer auf der leicht verkürzten Strecke in 1:50,57 Minuten vor Bode Miller aus den USA (0,38 Sekunden zurück) sowie dem überraschend schnellen Manuel Osborne-Paradis aus Kanada (0,54).

Der 14. Erfolg

Für den Olympia-Zweiten von 2006 war es im 197. Weltcup-Rennen der 14. Sieg.

Walchhofer räumte anschließend ein, dass ihn die Durststrecke der Österreicher in der Abfahrt bei seinem Rennen beeinflusst habe.

"Es war sicher eine Situation, wo man noch mehr für Österreich fährt als normal. Der Druck war schon da", erklärte der Hoteliers-Sohn aus Zauchensee und lobte sich selbst: "Die Fahrt war wieder perfekt."

Im Super-G nur 40.

Einen Tag nach der Startnummern-Lotterie beim Super-G hatte Walchhofer auch Glück.

"Es hat bei mir auch das Wetter mitgespielt. Es war nicht ganz hundertprozentig gleich bei allen", gab er zu. Am Freitag war er dagegen selbst noch vom Winde auf Rang 40 verweht worden: "Das war einer der schwärzesten Tage meiner Karriere."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel