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Felix Neureuther scheiterte zum 4. Mal in dieser Saison © getty

Der Deutsche hat bisher eine miese Saison. Auch beim Slalom in Alta Badia scheitert er vorzeitig. Aber einer kommt durch.

Alta Badia - Das dritte Tor, ein Schlag, ein "Einfädler" - und schon war Felix Neureuther draußen.

Völlig frustriert stand der beste deutsche Ski-Rennläufer anschließend am Fuße der spektakulären Piste Gran Risa und verstand die Welt nicht mehr.

"Ich bin so froh, dass jetzt Weihnachten ist. Das ist genau die richtige Zeit, um mal vom Skifahren wegzukommen und den ganzen Mist bisher zu vergessen", sagte der Partenkirchener nach seinem ernüchternden Aus im ersten Durchgang des Weltcup-Slaloms von Alta Badia, wo er im Vorjahr als Zweiter nur knapp am Sieg vorbeigeschrammt war.

Während Stefan Kogler aus Schliersee beim neunten Weltcup-Sieg des Kroaten Ivica Kostelic mit Rang 18 erneut beeindruckte, erhielt Neureuther sechs Wochen vor der WM (3. bis 15. Februar) wieder einen schweren Dämpfer.

Nur einmal in der Wertung

Bei seinen vier Saisonstarts kam der 24 Jahre alte Slalom-Spezialist nur einmal in die Wertung - als miserabler 24. bei der Super-Kombination im WM-Ort Val d'Isere. "Im Training geht's locker und flockig von der Hand, aber im Rennen mag es mich nicht", sagte er ratlos.

Sportdirektor Wolfgang Maier hatte zwar eine Erklärung für das frühe Scheitern von Neureuther parat: "Besonders die ersten Läufer hatten sehr aggressive Schneeverhältnisse. Weil das Material ebenso extrem eingestellt ist, konnte man da schon ausscheiden. Dafür darf man ihn nicht an die Wand stellen", sagte der Alpin-Chef.

Warum der Partenkirchener, der im vergangenen Winter in allen elf Slaloms ins Ziel kam, bislang nicht in Tritt gekommen ist, erschließt sich aber auch ihm nicht so recht.

"Der Bua fährt gut Ski"

"Ich tue mich bei Felix schwer zu sagen: Das oder das ist es. Auch die Trainer haben nicht verkehrt gearbeitet. Und der Bua fährt gut Ski, sogar besser als letztes Jahr", versicherte Maier.

In der Tat hatte Neureuther vor der Saison verkündet, noch weiter zu sein als im vergangenen Winter, den er als Siebter der Weltcup-Wertung im Slalom beendet hatte.

Nun ist er in den zwei Torläufen dieser Saison jeweils ausgeschieden: "Das ist schon extrem ärgerlich, weil ihn das stark unter Druck setzt", sagte Sportdirektor Maier.

Kogler erfreut

Freuen konnte sich Maier immerhin über Stefan Kogler. Der hoch aufgeschossene Schlierseer war 2001 Junioren-Weltmeister, wurde aber den Erwartungen nie gerecht.

Über den Europacup hatte er sich in der vergangenen Saison aber ein persönliches Startrecht für den Weltcup erkämpft, nach 27 (!) Rennen ohne Resultat schaffte er es dann beim Slalom im finnischen Levi erstmals in die Punkteränge (Rang 16), nun schlug er erneut zu: "Zweimal am Start, zweimal Punkte - das ist absolut super, aber ich habe noch Luft nach oben", sagte Kogler.

"Das ist wirklich okay. Er hat mich schon ein bisschen beeindruckt", sagte Maier über den bereits 27 Jahre alten Kogler, der seinerseits aber betonte: "Der Felix ist schon noch der beste Ski-Rennläufer in Deutschland."

Trotzreaktion

Damit sich dies auch in Resultaten niederschlägt, will Neureuther "trainieren, trainieren, trainieren", außerdem den "Kopf hochnehmen und nach vorne schauen". Bis zur WM stehen noch sechs Slaloms an. "Erst, wenn er im Januar noch nichts zustande gebracht hat, wird s wirklich kritisch", sagte Maier.

Wie man allen Widrigkeiten trotzt, das hat Ivica Kostelic oft genug bewiesen.

Erster Weltcup-Sieg seit zwei Jahren

Der verletzungsanfällige Kroate, Siebter nach dem ersten Lauf, stürmte zum seinem ersten Weltcup-Sieg seit zwei Jahren und zum ersten in einem Slalom seit fünf Jahren.

Er gewann vor dem Vorjahressieger Jean-Baptiste Grange aus Frankreich (0,20 Sekunden zurück) und Benjamin Raich aus Österreich (0,80). Im Gesamtweltcup verbesserte sich Kostelic auf rang sieben, es führt weiter Aksel Lund Svindal aus Norwegen (430 Punkte) vor Raich (396).

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