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Felix Neureuther feierte in seiner bisherigen Karriere zwei Weltcup-Siege © getty

Felix Neureuther hat sich für dieses Saison viel vorgenommen. Doch der Körper streikt - dem 27-Jährigen droht eine Operation.

München - Was hat er sich nicht alles vorgenommen für diesen Winter.

Neues Material, neue Motivation - und jetzt das: Den Riesenslalom am übernächsten Wochenende in Beaver Creek wird Felix Neureuther nur im Fernsehen verfolgen können.

Das Knie streikt, es ist das rechte, "eigentlich mein gesundes", sagt der beste deutsche Ski-Rennläufer.

Ödem in der Kniescheibe, Knorpelschaden - gesund klingt irgendwie anders. Neureuther aber ist Optimist, er lässt sich so schnell nicht unterkriegen, und deshalb sagt er: "An so eine Operation mag ich jetzt noch gar nicht denken."

Drei-Etappen-Tag

Bei einer Operation wäre diese Saison zu Ende, noch ehe sie für Neureuther so richtig begonnen hat. Also geht er einen anderen Weg, um vielleicht in Val d'Isere starten zu können, am 10. und 11. Dezember.

Sein Tag besteht derzeit aus drei Etappen. Von Garmisch-Partenkirchen nach München zu Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt - Spritzen für das Knie.

Dann geht's weiter an den Schliersee in die Praxis Auracher und Merkel zur Reha. Und dann wieder nach Hause.

Obwohl, zwischendurch schaut sich auch der deutsche Mannschaftsarzt Ernst-Otto Münch das Knie an. Neureuther, immerhin, fühlt sich "perfekt" betreut.

Val d'Isere "wäre ganz groß"

"Ein bisschen blöd" sei die ganze Sache aber schon, sagt Neureuther. "Ich bin so motiviert, ich habe neues Material - ich möchte jetzt endlich Gas geben." Stattdessen: Vollbremsung.

Neureuther, am 23. Oktober beim Weltcup-Riesenslalom zum Saison-Auftakt in Sölden nicht für den zweiten Lauf qualifiziert, hatte im Training "extrem hohe Umfänge gefahren", die Schmerzen nahmen zu, und am Ende, sagt er, "habe ich nicht mal mehr Treppen steigen können".

Seit zwei Wochen stand er jetzt schon nicht mehr auf Skiern, und es ist ein bisschen ungewiss, wann es wieder so weit sein wird. Val d'Isere "wäre ganz groß", sagt er, sicher ist es nicht.

Ein ständiger Begleiter

Seit zehn Jahren fährt Neureuther im Weltcup, "und es gibt kein Jahr", rechnet er nach, "in dem ich nicht mindestens zwei Monate wegen einer Verletzung ausgefallen bin."

Das war dann zwar meistens außerhalb der Saison, aber sein Körper hat in all den Jahren eben doch gelitten.

Der Gedanke, es gut sein zu lassen, ist ihm allerdings auch jetzt "definitiv nicht gekommen", der Neureuther, sagt er spaßeshalber in der dritten Person über sich, "der Neureuther, der mag schon noch ein paar Jahre fahren."

Zunächst muss er aber erst mal schauen, wann es in diesem Winter so weit sein wird.

Neureuther in der Warteschleife

Eigentlich, sagt Neureuther, "ist die Verletzung gar nicht so schlimm", aber sie bringt dennoch viel Ungewissheit mit sich: "Man muss aufpassen, dass es nicht schlimmer wird, sonst muss operiert werden."

Und das kann er gerade gar nicht brauchen. Also wird das Knie jetzt geschont, gespritzt, gepflegt, auf dass es ihn bald wieder Ski fahren lässt. "Ich hoffe, dass es so schnell wie möglich gut wird, aber es wird schon noch ein paar Wochen dauern", sagt Neureuther.

Wie schon erwähnt, "Ziel ist es, in Val d'Isere zu starten", oder danach in Alta Badia oder Flachau, "auf jeden Fall noch vor Weihnachten." Denn sonst, gibt Neureuther zu, "wäre das schon bitter."

Seinen großen Traum von der Weltcup-Kugel im Slalom könnte er sich dann auch für diesen Winter vorzeitig abschminken.

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