vergrößernverkleinern
Die 22-jährige Viktoria Rebensburg gab 2006 ihr Debut im Weltcup © imago

Mit ihrem Sieg in Aspen unterstreicht Rebensburg ihre Ausnahmestellung. Das nächste DSV-Talent steht in Lena Dürr schon bereit.

Aspen - In diesem Sommer hat Viktoria Rebensburg dann endlich einen Platz gefunden, Platz für die olympische Goldmedaille, die sie ja schon im Februar des vergangenen Jahres gewonnen hatte.

"Auf der Fensterbank", sagte sie mit einem Lächeln, "da stehen sie." Wobei mit "sie" auch die Kristallkugel gemeint ist, die sie im vergangenen März überreicht bekommen hatte, als Beste im Riesenslalom-Weltcup (DATENCENTER: Die Alpin-Saison 2011/2012).

Übrigens, schob Rebensburg im Sommer mit einem Schmunzeln nach, auf dieser Fensterbank "ist noch Platz, die ist ganz schön lang."

"Bin glücklich das es gereicht hat"

Am Samstag hat Viktoria Rebensburg ein weiteres Mal den Beweis erbracht, dass sie diese Fensterbank zügig zu füllen gedenkt und sie große Erfolge eher noch anstacheln.

In Aspen im US-Bundesstaat Colorado gewann die 22-Jährige das zweite Weltcup-Rennen (Bericht) der Saison - wie fünf Wochen zuvor beim Saisonauftakt in Sölden in Österreich, wo sie Platz zwei belegt hatte, war es ein Riesenslalom.

Der "Wahnsinn" sei dieser Sieg, sagte Rebensburg zunächst, später dann fügte sie wesentlich nüchternen hinzu: "Ich bin glücklich, dass es gereicht hat."

Angriffslustig im zweiten Lauf

Im ersten Durchgang hatte Viktoria Rebensburg schon nach wenigen Toren so schwer gepatzt, dass der Sieg außer Reichweite schien.

Doch schon da fuhr sie derart angriffslustig und sicher weiter, dass es noch zu Rang fünf reichte und der Rückstand auf die in Führung liegende Elisabeth Görgl "nur" 0,95 Sekunden betrug.

Nach dem Finallauf lag die Olympiasiegerin dann 0,33 Sekunden vor der Österreicherin und weitere 0,11 Sekunden vor Julia Mancuso aus den USA. "Ich habe einfach versucht, ruhig zu bleiben nach dem ersten Lauf", sagte sie.

Rebensburg will weiter hart arbeiten

Ruhig bleiben, nicht ausflippen, immer hart arbeiten: Viktoria Rebensburg hat auch nach dem Gewinn der Weltcup-Kugel einfach weitergemacht, als habe sie noch überhaupt nichts erreicht.

"Es gibt immer etwas zu verbessern", sagte sie nach ihrem Sieg in Aspen, ihrem mittlerweile vierten im Weltcup, und ergänzte:

"Wenn man denkt, man ist ganz oben, fällt man schnell wieder runter." Und also versuche sie, "weiter hart zu arbeiten, das machen meine Kolleginnen ja auch." Und dennoch: Im Riesenslalom ist Rebensburg das Maß aller Dinge.

Riesch patzt erneut

Von Maria Höfl-Riesch ließ sich das noch nie behaupten, in Aspen, auf dem tückischen "Ruthie's Run", wo man mit "Kopf fahren muss", wie Rebensburg sagte, misslang der Gesamtweltcupsiegerin auch der zweite Riesenslalom dieser Saison.

Rang 24 in Sölden, ausgeschieden diesmal, "klar, es ist schade, aber das muss ich abhaken", sagte sie.

Dass Sportdirektor Wolfgang Maier an diesem Samstag trotzdem guten Gewissens behaupten konnte, "heute bin ich glücklich", das lag an einer weiteren bemerkenswert fahrenden Deutschen: Lena Dürr.

Dürr ist das "größte Talent"

Lena Dürr aus Germering bei München, Tochter des einstigen Weltcup-Fahrers Peter Dürr und die jüngere Schwester der ebenfalls Weltcup-erprobten Katharina, belegte in Aspen Rang acht.

"Ich hätte es mir nicht so vorgestellt", sagte die 20-Jährige nach dem besten Resultat ihrer überschaubaren Weltcup-Karriere und ergänzte: "Ich bin einfach nur glücklich."

Das war, wie schon eingeräumt, auch der Sportdirektor, der in aller Ernsthaftigkeit betonte: "Sie", also Lena Dürr, "ist bei weitem das größte Talent im deutschen Damen-Team."

Rang 13 in Sölden, Rang acht in Aspen - da scheint in der Tat eine bislang unbekümmerte junge Läuferin ihren Weg zu gehen. "Das motiviert für die nächsten Rennen", sagte Lena Dürr, "da kann ich jetzt ganz gelassen reingehen, weil ich weiß jetzt, dass ich schnell sein kann."

In Lake Louise weiter angreifen

Vioktoria Rebensburg weiß das bereits seit einiger Zeit, dennoch sagt sie: "Ich hoffe, ich kann in Lake Louise einen Schritt nach vorne machen", sagte sie. In Lake Louise wird ab Freitag gefahren, zwei Abfahrten und ein Super-G, und Viktoria Rebensburg will angreifen.

Auf der Fensterbank ist ja auch noch ausreichend Platz.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel