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Felix Neureuther gewann im Januar 2010 in Kitzbühel sein erstes Weltcuprennen © imago

Felix Neureuther setzt sich vor den Rückkehr des Weltcup-Trosses nach Europa unter Druck. Das Karriere-Ende schließt er aus.

München - Felix Neureuther erkennt sich derzeit selbst nicht so recht, wenn er früh in den Spiegel schaut.

"Ho, wer ist das?", fragt sich der Mann mit dem Schnauzer dann.

Aber es ist "Movember", ein Wortspiel aus den englischen Wörtern für Schnauzbart und November, und da rufen prominente Sportler aus aller Welt mit diesem speziellen Haarschmuck zur Krebsvorsorge auf. 482881(DIASHOW: Die Sportwelt trägt Schnauzer)

Neureuther macht voller Überzeugung mit, aber freut sich nicht nur aus ästhetischen Gründen schon auf den nahenden Dezember:

Dann kommt der seltsam ausschauende Oberlippenbart ab und der knieverletzte Skirennfahrer will schon am 10./11. in Val d'Isere sein Comeback auf der Piste geben. (DATENCENTER: Der Weltcup 2011/12)

"Heiß" auf Comeback

"Ich probiere alles dafür, dass ich dort starten kann. Es hilft nichts, ich muss dabei sein", sagte der Slalomspezialist im "Bayerischen Rundfunk":"Ich bin heiß."

Das gilt erst recht seit dem vergangenen Wochenende: "Das ist schon bitter, wenn man am ersten Advent im Fernseher seinen Konkurrenten beim Weltcup zuschauen muss - und daheim schaut man auf grüne Wiesen."

Dass die Situation so ist, liegt an einem Knorpelschaden plus Ödem im rechten Knie (Bremsen statt Vollgas: Neureuthers Kreuz mit dem Knie). Beim Weltcup-Auftakt am 23. Oktober war der 27-Jährige noch recht erfolglos in die Saison gestartet, doch dann nahmen die Schmerzen immer mehr zu und am Ende konnte er nicht mal mehr Treppen steigen.

Kein Gedanke an Rücktritt

An die Verletzungen hat sich Felix Neureuther in einem Jahrzehnt im Weltcup inzwischen gewöhnt. "Es gab noch nie eine Saison, wo ich ohne Probleme durchgekommen bin", erzählt er.

Obwohl sein Körper an vielen Stellen lädiert ist, ist ihm der Gedanke an einen Rücktritt "definitiv noch nie gekommen." Deshalb sitzt er derzeit vor allem im Auto, wenn er sich nicht zusammen mit dem derzeit ebenfalls verletzten Fußball-Star Bastian Schweinsteiger ein Basketball-Spiel der Bayern anschaut.

Garmisch-München-Schliersee-Garmisch

Der normale Tagesablauf: Früh holt sich der Partenkirchener in München seine Spritzen ins Knie bei Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ab, dann geht es zur Reha an den Schliersee, dann wieder nach Hause. Über 200 Kilometer verbringt er täglich hinter dem Steuer.

Ob es mit dem Skifahren nach dieser Radikalkur wieder geht, will Felix Neureuther irgendwann in den nächsten Tagen ausprobieren: "Und wenn wenig Schmerzen da sind, dann starte ich in Val d'Isere."

Dann macht sicher auch der morgendliche Blick in den Spiegel wieder mehr Spaß - nicht nur wegen des fehlenden Schnauzers.

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