vergrößernverkleinern
In Semmering gelingt Maria Riesch bereits der achte Weltcup-Sieg © getty

Wilder Ritt am "Zauberberg": Maria Riesch gewinnt den Slalom-Weltcup im österreichischen Semmering. WM-Aus für Fernsebner.

Semmering - 13.000 Österreicher schrien und tobten, doch Maria Riesch behielt einen kühlen Kopf.

Die 24-jährige Partenkirchenerin hat das bislang beste Jahr ihrer Karriere beim Slalom von Semmering mit ihrem achten Weltcup-Sieg gekrönt.

Den Alpinen des Deutschen Skiverbandes (DSV) beschert sie damit einen glänzenden Jahresabschluss.

Die derzeit beste Torläuferin der Welt eroberte mit dem zweiten Slalom-Triumph im WM-Winter das rote Trikot der Führenden in der Disziplinwertung und machte auch im Gesamtweltcup Boden gut.ad

Riesch Weltcup-Zweite

Hinter ihrer führenden Freundin Lindsey Vonn (USA), die Dritte wurde, ist Riesch mit nur 23 Punkten Rückstand jetzt Zweite. Tanja Poutiainen (Finnland) fiel trotz ihres zweiten Platzes auf Rang drei zurück.(DATENCENTER: Ergebnisse Semmering)

"Ich kann's gar nicht glauben. Es war sehr schwer zu fahren, zudem war ich sehr aufgeregt vor dem Finale.

Dann habe ich auch noch einen Fehler gemacht und gedacht, dass ich das Rennen verloren habe - aber es ist dann doch noch irgendwie gut gegangen", sagte die überglückliche Riesch nach ihrem zweiten Saisonsieg unter Flutlicht. Vor 14 Tagen hatte Riesch den Slalom in La Molina/Spanien gewonnen.

Hölzl nur auf Rang 15

Für die weiteren neun deutschen Starterinnen lief es auf dem "Zauberberg" vor den Toren Wiens weniger gut. Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) war als 15. noch die zweitbeste.

Auch Fanny Chmelar (Partenkirchen/17.), Monika Bergmann (Lam/22.) und Katharina Dürr (Germering/23.) holten Punkte, der Rest scheiterte im ersten Lauf.

Riesch: "Ziemlich cool"

Riesch dagegen war eine Klasse für sich. Nach einem Traumlauf im ersten Durchgang hatte sie bereits 0,53 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatuierte Poutiainen.

"Ich bin überrascht, dass es so gut ging. Eigentlich liegt mir der Kurs hier überhaupt nicht, er ist zu eng und drehend, die Torabstände zu kurz. Trotzdem habe ich mich von Beginn an gut gefühlt. Ich fand's ziemlich cool", sagte sie.

Schönstes Geschenk

Im Finale legten Vonn und Poutiainen mit starken Auftritten vor, ehe Riesch sich in den Hexenkessel stürzte. Zweimal schien sie ihren Vorsprung bei ihrem wilden Ritt schon verspielt zu haben, doch am Ende reichte es.

In einer Gesamtzeit von 1:55,97 Minuten fuhr sie zu ihrem insgesamt dritten Slalom-Sieg und machte dem an der Strecke mit ihr jubelnden Vater Sigi zu dessen 52. Geburtstag das schönste Geschenk. Poutiainen hatte 0,21 Sekunden Rückstand, Vonn 0,72.

Perfektes Jahr

Für Riesch ging auf dem Hirschenkogel ein (fast) perfektes Jahr zu Ende. Im Januar und Februar feierte sie ihre Weltcup-Siege Nummer fünf und sechs.

Im März beschenkte sie sich mit den Kristallkugeln für die beste Athletin in Super-G und Super-Kombination sowie Platz drei in der Gesamtwertung für eine tolle Saison.

Zu Beginn dieses Winters knüpfte sie trotz weniger Ausrutscher an diese Leistungen an, in La Molina kam der siebte Weltcup-Sieg dazu. Am Sonntag will sie beim ersten Rennen 2009, dem Nachtslalom von Zagreb, nachlegen.

WM-Aus für Fernsebner

Bereits am Sonntag beim Riesenslalom war Carolin Fernsebner aus Ramsau schwer gestürzt. Wie am Montag bekannt wurde, zog sich die 22-Jährige Kreuzbandrisse in beiden Knien zu.

Außerdem erlitt sie im linken Knie einen Meniskus- und Innenbandriss sowie eine Fraktur des Schienbeinkopfes. Fernsebner fällt für den WM-Winter aus.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel