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Felix Neureuther düpierte in Moskau die gesamte Weltelite © imago

Felix Neureuther düpiert in Moskau bei einem spektakulären Show-Parallelslalom erstmals in seiner Karriere die versammelte Weltelite.

Moskau - 25.000 Russen johlten und klatschten, und sogar Wladimir Putin verneigte sich vor Felix Neureuther:

Der 24 Jahre alte Ski-Rennläufer aus Partenkirchen hat sich in Moskau bei einem spektakulären Show-Parallelslalom erstmals in seiner Karriere gegen die versammelte Weltelite durchgesetzt und einen perfekten Start ins WM-Jahr gefeiert.

Dass es sich nicht um den ersehnten ersten Coup im Weltcup, sondern um den Erfolg bei einer Werbeveranstaltung für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi handelte, war ihm da fast egal.

Größte Rampe der Welt

"Das war eine super Sache und ein unglaublicher Tag. Einfach nur geil", meinte Neureuther.

Der beste deutsche Skifahrer durfte sich nicht nur über seinen Sieg auf der größten Rampe der Welt vor der prunkvollen Lomonossow-Universität freuen, sondern auch über rund 22.000 Euro Siegprämie und ein ganz besonderes Erlebnis: eine Audienz bei Putin.

Einladung nach Sotschi

Der russische Ministerpräsident ließ es sich nicht nehmen, die 16 Teilnehmer des Spektakels im Herzen seiner Hauptstadt zu sich in den Kreml einzuladen. Händeschütteln und Erinnerungsfoto inklusive.

"Beeindruckend", fand es Neureuther, der aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Putin ließ es nicht beim Treffen bewenden: Er lud die Sportler für Samstag zum gemeinsamen Skifahren nach Sotschi ein, gereist wurde standesgemäß in einem Privatjet der Regierung.

Selbstvertrauen für Zagreb

Nach einer Brotzeit mit Putin durften die Ski-Asse im gleichen Flugzeug nach Zagreb fliegen, wo am Dienstag der erste Weltcup des Jahres ansteht.

"Das Show-Rennen in Moskau war wohl nicht die beste Vorbereitung für Zagreb. Aber nach meinem Sieg gehe ich da mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen an den Start", sagte Neureuther.

Verkorkster Auftakt

Den Glauben an die eigenen Fähigkeiten kann Neureuther nach einer für ihn bisher völlig verkorksten Saison mit vier Ausfällen in fünf Wettbewerben gebrauchen - da kam Moskau gerade recht (DATENCENTER: Alles zur Alpin-Saison). Was er kann, hat er in der russischen Metropole gegen starke Konkurrenz bewiesen.

Neureuther entschied die K.o.-Duelle gegen Bernard Vajdic (Slowenien), Weltmeister Mario Matt (Österreich) und Kombinations-Olympiasieger Ted Ligety (USA) für sich, ehe er im Finale auf den derzeit besten Slalomfahrer Jean-Baptiste Grange aus Frankreich traf.

Nach zwei Läufen waren beide zeitgleich, Neureuther siegte im Stechen.

Dicke Prämie

"Ich wollte eigentlich gar nicht kommen, weil das Rennen nicht in meine Planungen passte. Aber jetzt hat es sich doch ausgezahlt", sagte Neureuther.

Angesichts der dicken Prämie galt das im Wortsinn. Die Organisatoren im Ski-Entwicklungsland Russland, wo noch nie ein Weltcup stattfand, zahlten zudem 7000 Euro Antrittsgeld und warteten mit einer 56 m hohen, 37 m breiten und 150 m langen Stahl-Rampe auf.

"Neues Kapitel im Skisport"

Renndirektor Günter Hujara sprach von einem "gelungenen neuen Kapitel im Skisport. Die Stimmung unter den Sportlern war top, alle hatten riesigen Spaß. Solche Anlässe können unseren Sport nur noch populärer machen."

Das fand wohl auch Putin. "Alpin-Skifahren ist ein schöner und eleganter Sport", stellte er begeistert fest.

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