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Von ihren 50 Weltcup-Siegen feierte Lindsey Vonn 25 davon in der Abfahrt © getty

Bei der Abfahrt in Garmisch holt die Amerikanerin ihren 50. Weltcup-Sieg. Höfl-Riesch verpasst das Podest und zollt Vonn Respekt.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Rainer Nachtwey

Garmisch-Partenkirchen - Die Schwester drückte die Daumen, hüpfte von einem Bein aufs andere, und als sie endlich im Zielraum in der Leaders Box stand, fielen sie sich in die Arme.

Gemeinsam mit Schwester Laura jubelte Lindsey Vonn über ihre Bestzeit, die auch nach der letzten Starterin bestand. (DATENCENTER: Ski Alpin 2011/2012)

Beim Heimspiel von Freundin Maria Höfl-Riesch feierte die Amerikanerin ihren neunten Saisonsieg vor Nadja Kamer aus der Schweiz und der Liechtensteinerin Tina Weirather. Höfl-Riesch belegte mit 0,99 Sekunden Rückstand Platz vier.

"Ich kann es gar nicht glauben"

"Auf einer Stufe mit Alberto Tomba zu stehen, ist etwas Unglaubliches. Ich kann es noch gar nicht glauben", sagte Vonn SPORT1. Wie der Italiener kommt sie nun auf 50 Weltcupsiege.

"Ich habe ihn immer bewundert, habe seine Rennen verfolgt, er ist eine Legende?, führte sie weiter aus.

Eine weitere Legende wartet mit Annemarie Moser-Pröll auf Platz 1 der ewigen Bestenliste. Die Bestmarke von 62 Siegen nimmt sie vorerst noch nicht in Angriff.

"Ich muss das Ganze erst einmal verarbeiten. Sicher bedeuten mir die Rekorde viel, aber jetzt konzentriere ich mich auf das nächste Rennen und nach der Saison schauen wir, was möglich ist", sagte Vonn.

Drama-Queen ad acta

Und auch die Stätte des Jubiläumstriumphes hatte für sie eine besondere Bedeutung. "Auch wenn es letztes Jahr aufgrund der Verletzung nicht so glücklich lief, für mich ist es immer schön, nach Garmisch zu kommen. Ich habe hier immer wieder Weihnachten verbracht."

Der vergangene Februar und der zu jener Zeit hart erarbeite Beiname "Drama-Queen" ist längst vergessen. "Ich fühle mich hier sehr wohl", sagte Vonn.

Und wie wohl, dies zeigte sie auf der Kandahar. Trotz der eisigen Temperaturen von -24 Grad Celsius am Start und -22 im Ziel - Temperaturen, die ihr gar nicht liegen: "Ich habe mir die falsche Sportart ausgesucht. Ich hasse Kälte", meinte sie noch am Vortag.

Tricks gegen die Kälte

Diesmal hatte sie aber eine geeignete Lösung gefunden. "Ich habe zwei dicke Masken getragen und darüber noch eine dünne aerodynamische. Dadurch war mein Gesicht schön warm", verriet Vonn ihr Erfolgsrezept gegen die klirrende Kälte.

Und das Geheimnis für den Sieg? "Ich habe vor dem Rennen noch zwei Skier ausprobiert und habe dann recht schnell den richtigen gefunden", sagte die 27-Jährige.

Dabei blieb sie im oberen Streckenteil, indem es vor allem auf das Material ankam, ganze 0,61 Sekunden hinter der Überraschungszweiten Kamer. "Da hat Nadja einen super Ski gehabt, und ihr ist eine tolle Fahrt gelungen", lobte sie die Konkurrentin.

Und die Schweizerin scherzte: "Ich weiß auch nicht, was ich anders gemacht habe. Vielleicht habe ich ein Tor ausgelassen", sagte Kamer zu SPORT1.

Vonn am Ende stark

Im technischen Teil nach der zweiten Zwischenzeit spielte Vonn ihr Können aus und verwies die Schweizerin um vier Zehntel. "Unten bin ich richtig gut gefahren", analysierte Vonn.

"Sie ist einfach die Beste. Wenn sie fährt, wie sie kann, ist sie kaum zu schlagen", erkannte Höfl-Riesch neidlos an.

Neidlose Görgl

Und auch Elisabeth Görgl, vor einem Jahr bei der WM noch die Strahlefrau mit Goldmedaillen in Abfahrt und Super-G, meinte: "Man muss zur Kenntnis nehmen, dass sie irgendetwas besser macht als die anderen."

Nach ihrem neunten Saisonsieg und nun 1350 Punkten bei noch 16 ausstehenden Rennen führt sie den Gesamtweltcup souverän an, der Sieg ist ihr kaum noch zu nehmen, auch wenn sie meint: "Noch ist es nicht entschieden, aber es schaut schon sehr gut aus."

Zudem kann sie eine weitere Bestmarke in Angriff nehmen, die der meisten Punkte in einer Saison. Die hält mit 2000 Punkten noch Hermann Maier - eine weitere Skilegende.

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