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Jan Hudec feierte seinen letzten Weltcup-Sieg 2007 im heimischen Lake Louise © getty

Jan Hudec belohnt sich nach langer Leidenszeit mit seinem zweiten Weltcup-Sieg. Tobias Stechert ist mit Platz 18 zufrieden.

Chamonix - Als Jan Hudec seinen ersten Sieg nach quälend langer Leidenszeit feierte, konnte sich auch Tobias Stechert ein klein wenig mitfreuen.

Nicht nur, weil er beim Erfolg des Kanadiers bei der Abfahrt in Chamonix als 18. sein bestes Weltcup-Ergebnis in der Königsdisziplin geholt hatte. Sondern, weil er sich als Leidensgenosse des früheren Vize-Weltmeisters fühlte.

Hudec hatte sechs schwere Knie-Operationen, Stechert zwei, und zuletzt musste er wegen einer Meniskusquetschung und einer Knochenstauchung im rechten Knie pausieren. "Da tut dieses Resultat jetzt schon gut", sagte er.

Zufrieden und selbstkritsich zugleich

Wobei: "Einerseits ist es mein bestes Abfahrtsergebnis, aber ich fahre auf der anderen Seite richtig gut derzeit und habe schon noch mehr drauf", sagte der Oberstdorfer kritisch: "Nur: Man muss das halt auch runterbringen."

Das sei ihm nicht ganz gelungen. In 2:04,96 Minuten fehlten ihm bei der zweiten Schussfahrt im Olympia-Ort von 1924 binnen 24 Stunden 1,71 Sekunden auf Hudec, die Top 10 waren keine halbe Sekunde weg. Am Freitag war Stechert 23. gewesen (DATENCENTER: Ski Alpin 2011/2012).

Der 26-Jährige mag die technisch nicht allzu anspruchsvolle Piste "La Verte des Houches", er sei "immer gut, wenn es ums Gleiten geht", meinte er.

Mangelndes Gleitvermögen

Anders sieht das bei Stephan Keppler aus. Der Ebinger (2,51 Sekunden zurück) musste sich mit Platz 28 begnügen, Andreas Sander (Ennepetal/2,94) wurde 39.

"Das war halt wieder mein mangelndes Gleitvermögen", sagte Keppler: "Unten, im Flachen, das ist nicht meine Welt. Lange geradeaus fahren: da weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich brauche schon ein paar mehr anspruchsvolle Kurven."

Training zahlt sich aus

Während der Routinier "nicht zufrieden" war, fühlte sich Stechert belohnt für die Arbeit in der kurzen Rennpause, in der er die Klassiker in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen verpasst hatte.

"Es war schon bitter im Kraftraum, als die anderen Rennen gefahren sind. Ich konnte zweieinhalb Wochen gar nicht Ski fahren, aber ich bin halt drangeblieben", sagte er.

Seine Schwester Gina, die derzeit auf ihr Comeback hinarbeitet, habe mit ihm Gewichte gestemmt, die beiden sprachen sich gegenseitig Mut zu. "Zu zweit war's schöner", sagte er.

Hudec beißt sich durch

Dieses Dranbleiben ist auch eine Stärke von Hudec. Der gebürtige Tscheche, der als Kind auch einige Jahre in Göppingen gelebt hat, musste schon fünf Mal am rechten Knie operiert werden.

Bei der WM in Val d'Isere 2009 riss das Kreuzband im linken Knie, seitdem kämpfte er teilweise verzweifelt darum, die alten Ergebnisse wieder zu erreichen.

Am 27. November 2007 hatte er in Lake Louise seinen ersten und bis Samstag letzten Weltcup-Sieg errungen, auf dem Podium stand er danach nur noch ein Mal, Ende 2007 als Dritter in Bormio.

Es hat alles gepasst

"Ich bin sehr glücklich", sagte Hudec nach seinem Coup.

0,53 Sekunden lag er vor dem Zweiten, Romed Baumann, was bemerkenswert war, weil sich die Weltspitze am Vortag noch einen Hundertstel-Krimi geliefert hatte.

Hudec hatte den als Sechster beendet, ein Fehler in der letzten Kurve hatte ihn den möglichen Sieg gekostet.

Den holte er 24 Stunden später nach. "Heute hat endlich alles geklappt", sagte er erleichtert.

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