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Christina Geiger ist im ersten Durchgang die beste Deutsche
Christina Geiger hat bislang einen Podest-Platz im Weltcup vorzuweisen © getty

Christina Geiger hat in Andorra den Sieg vor Augen, stürzt aber. Auch Höfl-Riesch fliegt raus und ärgert sich über sich selbst. .

Andorra - Eingefädelt, gestürzt, ausgeschieden: Als Weltmeisterin Marlies Schild beim siebten Weltcup-Slalom der Saison ihren sechsten Sieg feierte, war es Maria Höfl-Riesch und Christina Geiger so richtig zum Heulen zu Mute.

Dabei war es weniger der 33. Erfolg der Österreicherin als das eigene Schicksal, das den beiden deutschen Hoffnungsträgerinnen zusetzte.

Mitfavoritin Höfl-Riesch war bei der Weltcup-Premiere in Soldeu/Andorra schon nach 25 Fahrsekunden ausgeschieden und fand das "wahnsinnig bitter". Geiger durfte als Zweite des ersten Durchgangs vom ersten Sieg träumen, doch auch sie fädelte ein, verlor einen Ski und stürzte sogar.

Schneider-Rekord winkt

Der Weg war frei für Schild, die im ersten Durchgang erst zum zweiten Mal in diesem Winter Schwächen zeigte.

Weil sie in Lauf eins einen Ski fuhr, den sie nie zuvor benutzt hatte, reichte es auf der schwierigen "Avet" zunächst nur zu Platz fünf. 0,74 Sekunden war sie langsamer als Tanja Poutiainen aus Finnland, immerhin vier Zehntelsekunden lag sie hinter Geiger.

Die aber patzte im Steilhang, Poutiainen wurde vom starken Wind verweht und schied ebenfalls aus. Schild fehlt nun nur noch ein Sieg zum Slalom-Rekord von Vreni Schneider.(DATENCENTER: Ski Alpin Ergebnisse)

Siegerin zeigt Mitgefühl

"Ich habe auch Glück gehabt, dass die Tanja ausgeschieden ist. Es tut mir leid für sie, weil ich weiß, was es für ein blödes Gefühl ist, als Leaderin auszuscheiden", sagte Schild, die 0,60 Sekunden schneller war als die Schwedin Frida Hansdotter.

Dritte wurde Kathrin Zettel aus Österreich (0,86).

Auch Vonn fliegt raus

Lena Dürr (1,44) fuhr als Siebte ihr bestes Weltcup-Ergebnis ein, hatte als Sechste des ersten Laufs aber auf mehr gehofft.

Barbara Wirth aus Lenggries und Veronika Staber kamen auf den Rängen 21 und 22 erstmals seit Januar 2011 wieder unter die besten 30 im Slalom, Wirth fuhr gar ihren besten Weltcup-Slalom.

Lindsey Vonn (USA) schied ebenfalls im ersten Lauf aus, blieb im Gesamtweltcup aber klar vorne. (DATENCENTER: Die Weltcup-Wertung)

Höfl-Riesch verärgert

Doppel-Olympiasiegerin Höfl-Riesch war indes nach dem schon vierten Aus im siebten Slalom des Winters richtig sauer.

"Wenn man den engen Weg sucht, nah an den Stangen, dann ist das im Slalom schnell passiert. Aber es ist trotzdem sehr ärgerlich", sagte sie.

Von den vergangenen zehn Torläufen seit ihrem Sieg in der Flachau am 11. Januar 2011 hat sie nur vier beendet. In Soldeu fuhr sie nach einem Trainingssturz beeinträchtigt von einer Rippen- und Schulterverletzung, aber das wollte sie nicht als Ausrede gelten lassen.

Belohnung für Staber und Wirth

Teilweise schlimme Rückschläge hatten auch Wirth und Staber zuletzt zuhauf zu verarbeiten.(BERICHT: Zweimal Blech: Höfl-Riesch unter dem Soll)

"Ich bin richtig erleichtert", sagte Staber deshalb, "ich habe eine schwere Zeit gehabt, bin immer so knapp am zweiten Lauf vorbeigeschrammt. Man darf sich da aber nicht zu fest verbeißen. Ich habe versucht, einfach mit Spaß am Skifahren weiterzumachen."

Auch Wirth hatte nach einer "zähen Zeit" in Andorra "wahnsinnig viel Spaß. Ich habe viel trainiert und viel gekämpft. Das jetzt ist eine Riesenbelohnung für mich."

Der Slalom war wegen der Wetterprognosen mit starken Windböen vorgezogen worden, der Riesenslalom soll nun am Sonntag stattfinden (ab 9.45 Uhr im LIVE-TICKER).

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