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Maria Höfl-Riesch feierte in Sotschi ihren zweiten Saisonsieg © getty

Ausgerechnet auf der Olympia-Piste in Sotschi kann Maria Höfl-Riesch ihre US-Rivalin in dieser Saison erstmals schlagen.

Sotschi - Maria Höfl-Riesch ließ sich mit hochgerissenen Armen nach hinten in den Schnee sinken und jubelte als hätte sie auf der Olympia-Piste von 2014 gerade Abfahrts-Gold gewonnen

Tatsächlich, berichtete die Doppel-Olympiasiegerin, habe sich ihr Triumph über die als fast unschlagbar geltende Lindsey Vonn bei der Generalprobe für die Spiele in zwei Jahren beinahe so gut angefühlt wie die großen Erfolge von Vancouver.

"Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel", sagte Höfl-Riesch.

Der Partenkirchnerin glückte in Krasnaja Poljana unweit von Sotschi nach 13 Monaten wieder ein Weltcup-Sieg in der Abfahrt, insgesamt war es ihr achter in der Königsdisziplin.

Endlich mal wieder schneller

Doch nicht diese Zahlen machten es für sie so besonders, sondern die Tatsache, dass sie in einer Weltcup-Schussfahrt endlich mal wieder schneller war als Vonn.

Stolze 0,59 Sekunden nahm Höfl-Riesch der Amerikanerin auf der anspruchsvollen, 2713 Meter langen Piste "Rosa Chutor" ab.

Elisabeth Görgl, die Weltmeisterin aus Österreich, wurde 0,43 Sekunden zurück Zweite (DATENCENTER: Ski Alpin Ergebnisse).

Vonn dominiert Training

"Dieser Sieg fühlt sich sehr schön an, auch, weil ich mir so wenig erwartet hatte", meinte Höfl-Riesch.

In den beiden Trainingsläufen habe sie "nicht das beste Gefühl" gehabt, "und die Lindsey hat total dominiert."

Starker Auftritt

Das schien Vonn auch im Rennen zu tun: Als sie mit Startnummer 16 im Ziel war hatte sie 0,52 Sekunden Vorsprung auf die zu diesem Zeitpunkt noch führende Französin Marion Rolland.

Unmittelbar nach Vonn startete Höfl-Riesch - und fuhr stark.

"Als ich ins Ziel kam und den großen Vorsprung auf Lindsey gesehen habe, da konnte ich es nicht fassen. Ich dachte während der Fahrt: hoffentlich ist das einigermaßen schnell. Und dann war ich sechs Zehntel vorne - Wahnsinn!", sagte sie über den Glücksmoment, dem der olympiawürdige Jubel folgte.

Kleine Kristallkugel als Trost

Vonn durfte sich mit der kleinen Kristallkugel für die Disziplinbeste in der Abfahrt trösten, die sie vorzeitig und zum fünften Mal in Folge gewann.

Nur die österreichische Ski-Legende Annemarie Moser-Pröll hat ihr mit sieben Erfolgen noch etwas voraus.

Für Vonn war es die dritte "Niederlage" bei der siebten Saison-Abfahrt. Doch in Bad Kleinkirchheim, wo sie Vierte wurde, war sie angeschlagen ins Rennen gegangen, und in Cortina d'Ampezzo war Daniela Merighetti auch deshalb schneller, weil sie Windunterstützung hatte.

Schlechte Nummer und falscher Ski

Diesmal, meinte Vonn, lag es auch an der Startnummer und dem falschen Ski. "Die 16 war keine gute Nummer, weil der Schnee nach dem Rutschen in der Pause langsamer war. Vielleicht war ich aber auch ein bisschen zu vorsichtig", sagte sie.

Zudem habe sie sich nach nächtlichen Schneefällen gegen ihren bisherigen Siegerski und für einen neuen entschieden. "Das war falsch."

Aber, betonte Vonn, ihre Freundin Maria sei "super gefahren" und habe den Sieg verdient. "Und Platz drei", meinte sie, "ist ja auch nicht so schlimm, vielleicht ist es sogar gut. So habe ich für Olympia weniger Druck."

Görgl glaubt nicht an Zufallssiegerin

Dort, da ist sich Görgl sicher, wird es "keine Zufallssiegerin geben", die Piste fordere die komplette Abfahrerin, "da ist alles drin".

Auch Höfl-Riesch bestätigte das. "Vor allem oben ist es eine richtig schwierige Strecke, in den sehr steilen und sehr engen Kurven muss man richtig kämpfen, was ich gemacht habe."

Sie hätte nichts dagegen, wenn sie 2014 wieder ganz oben stehen dürfte. "Sotschi ist mein nächstes großes Ziel", sagte sie.

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