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Felix Neureuther hat es in dieser Saison zweimal aufs Podest geschafft © getty

Dritter nach dem ersten Lauf, im Finale eingefädelt am ersten Tor: Der Partenkirchner patzt bitter beim Weltcup-Slalom in Bansko.

Bansko - Felix Neureuther war restlos bedient.

Er hatte sich so viel vorgenommen, wollte als Dritter des ersten Laufs beim Slalom-Weltcup in Bansko im Finale den ersten Sieg seit zwei Jahren einfahren - und dann das: Eingefädelt! Am ersten Tor! Aus und vorbei!

Fritz Dopfer, sein Teamkollege, der beim zweiten Tagessieg des Österreichers Marcel Hirscher in Bulgarien als Vierter sein zweitbestes Slalom-Ergebnis bejubelte, versuchte zunächst vergeblich, Neureuther zu trösten.

Zu groß war dessen Frust über den verpassten Coup, es hätte schließlich sein dritter Weltcup-Sieg werden können (DATENCENTER: Die Weltcup-Wertung).

Gefrustet und schweigsam

Neureuther verließ das Pirin-Gebirge gefrustet und wortlos, während Dopfer die Marschroute für die nächsten Tage ausgab:

"Wir werden versuchen, ihn durch Gespräche wieder aufzubauen. Aber er lässt sich langfristig sicher nicht aus der Ruhe bringen, weil er weiß, dass er in der absoluten Weltspitze ist, wenn er einfach nur runterfährt."

In die erweiterte Spitze waren beide tags zuvor im Riesenslalom vorgedrungen - Neureuther als 14. und Dopfer als 20. - obwohl beide wegen heftiger Windböen klar benachteiligt waren (BERICHT: DSV-Duo vom Winde verweht).

Philipp Schmid "überglücklich"

Sein zweitbestes Slalom-Ergebnis, meinte Dopfer, der im Januar in Wengen Dritter geworden war, sei deshalb "eine echte Genugtuung. Ich bin sehr, sehr glücklich, das ist sehr, sehr schön und eine echte Wiedergutmachung."

Sogar "überglücklich" war Philipp Schmid (Oberstaufen), der als 24. zum dritten Mal Weltcup-Punkte im Slalom holte (DATENCENTER: Ski Alpin Ergebnisse).

Vom Winde verweht

Dopfer (Garmisch) war am Samstag noch "sehr enttäuscht", ärgerte sich aber weniger über das Wetter als vielmehr über seine eigene Vorstellung.

"Das war keine gute Leistung. Der Wind darf da keine Ausrede sein", sagte er. Bei der abendlichen Analyse habe er aber gesehen, "dass die äußeren Umstände auch ihren Teil zum Resultat beigetragen" hatten.

Diese Erkenntnis habe ihm vor dem Slalom genauso geholfen wie das Wissen, dass er an seinen Linksschwüngen arbeiten muss: "Man muss Fehler analysieren, sonst entwickelt man sich nicht weiter."

Nächste Chance in Moskau

Das dürfte auch für Neureuther gelten, der - anders als Dopfer - schon am Dienstag beim Parallel-Slalom in Moskau wieder starten will (Felix Neureuther im SPORT1-Interview).

Davor sollte er sich an seinen guten Auftritt im Riesenslalom erinnern, wo er immerhin sein zweitbestes Karriere-Ergebnis holte.

Und das, obwohl er im ersten Lauf einen "Riesenbock" baute und im Finale gegen "am Boden liegende Tore" ankämpfen musste, die der Wind verblasen hatte: "Da bin ich fast stehengeblieben."

Dass er beim ersten Riesenslalom nach vier Rennen Pause wegen einer Verletzung am Knie gleich wieder punktete, "gibt mir echt Auftrieb", meinte Neureuther.

Hirscher wieder überragend

In die Höhen, in denen Hirscher derzeit schwebt, stieß er aber - auch wegen des Ausscheidens im Slalom - nicht vor.

Der Österreicher schob sich mit seinen Saisonsiegen Nummer sieben und acht im Gesamtweltcup bis auf 18 Punkte an den derzeit verletzten Titelverteidiger Ivica Kostelic (Kroatien) heran.

"Für mich ist es die größte Herausforderung, einen schnellen Schwung zu fahren. Es macht mich stolz, dass mir das wieder gelungen ist", sagte der 22-Jährige.

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