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Christian Neureuther landete beim Slalom-Weltcup in Zagreb auf Rang 20 © getty

Felix Neureuther hakt seinen Fehler im Nachtslalom in Zagreb schnell ab. Die WM-Vorbereitung steht bevor. Einer bestärkt ihn.

Zagreb - Felix Neureuther stand noch lange ratlos am Fuße des Bärenbergs und trauerte einer verpassten Chance nach.

Ein böser Schnitzer hatte seine Aufholjagd im zweiten Lauf des ersten Slaloms des WM-Jahres in Zagreb zunichte gemacht - und Neureuther stand mal wieder als Verlierer da (Neureuther fehlt der Durchblick).

Der Partenkirchner ist auch vier Wochen vor den Titelkämpfen in Val d'Isere nicht wie gewünscht in Fahrt.

Während Jean-Baptiste Grange aus Frankreich für seinen sechsten Weltcup-Sieg die Rekordprämie von 60.000 Euro einsackte, musste sich der 24 Jahre alte Neureuther mit vergleichweise läppischen 1500 Euro für Rang 20 begnügen (DATENCENTER: Alle Alpin-Ergebnisse).

WM-Vorbereitung nicht optimal

Nach zwei Ausfällen in seiner Spezialdisziplin zu Saisonbeginn sammelte er zwar erstmals Weltcup-Punkte, den Beginn der "Wochen der Wahrheit" mit noch fünf Torläufen bis zur WM hat er sich aber anders vorgestellt.

Dennoch nahm Neureuther aus Zagreb die Gewissheit mit, sich mit den Besten messen und sie an einem sehr guten Tag auch schlagen zu können. Wie zu Jahresbeginn in Moskau, als er Grange, derzeit bester Slalomfahrer der Welt, bei einem Show-Rennen auf Platz zwei verwies.

"Das hat gut getan. Ich habe gezeigt, dass ich Rennen gewinnen kann. Das macht den Kopf frei", sagte Neureuther in Zagreb.

Pech im ersten Lauf

Der zweite Durchgang bestätigte. "Da bin ich extrem gut gefahren und hatte ein tolles Gefühl. Es ist verdammt schade, dass mir dann ein blöder Fehler unterlaufen ist. Das ist echt bitter", sagte Neureuther.

Im ersten Lauf hatte er noch mit den schwierigen Sichtverhältnissen im Nebel von Zagreb zu kämpfen. Platz 24 war das Ergebnis - auch, weil die nach ihm gestarteten Läufer bessere Bedingungen vorfanden.

Starke Aufholjagd noch verpatzt

Im Finale griff er an. "Ich lag oben schon vier Zehntelsekunden vor Benjamin Raich und habe unten drei aufgeholt", sagte er. Wenn da nur der Patzer im Mittelteil nicht gewesen wäre.

Raich war als 28. in den zweiten Lauf gestartet und wurde 0,51 Sekunden hinter dem Überraschungsdritten Giuliano Razzioli aus Italien Sechster. Für Neureuther wäre demnach sogar ein Platz auf dem Podest drin gewesen.

Es geht aufwärts

Bei allem Ärger gab ihm diese Gewissheit auch "Selbstvertrauen für Adelboden".

Dort finden am Wochenende ein Riesentorlauf und ein Slalom statt. Über Wengen, Kitzbühel, Schladming und das Heimrennen am Gudiberg geht es dann zur WM.

"Ich habe gezeigt, dass ich's drauf habe. Ich darf mir über die verpasste Chance nicht zu viele Gedanken machen, sondern muss immer weiter arbeiten und trainiern. Dann wird es auch bei mir wieder aufwärts gehen", sagte er.

Von seinen Vorgesetzten bekommt er dafür "alle Zeit der Welt", wie Alpindirektor Wolfgang Maier versicherte: "Wir glauben an ihn, er fährt richtig gut Ski."

Grange grandios

Das trifft noch mehr auf Grange zu. Der gewann am Bärenberg zum zweiten Mal in diesem Winter, einmal war er Zweiter.

Die Disziplinwertung führt er mit 55 Punkten Vorsprung auf Ivica Kostelic an, der die Hoffnung der Fans auf einen Heimsieg als Zweiter nicht erfüllte. Auch im Gesamtweltcup führt Grange.

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