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Maria-Höfl Riesch gewann in der vergangenen Saison den Gesamtweltcup © getty

Trotz Zwischenbestzeit muss sich Maria Höfl-Riesch am Ende Lindsey Vonn beugen - und trauert einem anderen Rennen hinterher.

Bansko - Maria Höfl-Riesch zuckte kurz mit den Schultern, dann lächelte sie.

Mehr blieb ihr auch nicht mehr übrig nach einem Wochenende im bulgarischen Bansko, das nicht nach ihren Vorstellungen verlief.

Zunächst wurde die Abfahrt, in die sie als große Favoritin gestartet wäre, vom Winde verweht, buchstäblich (News).

Dann war die Doppel-Olympiasiegerin im Super-G am Sonntag mit Zwischenbestzeit unterwegs, am Ende kam sie sechs Zehntelsekunden hinter Siegerin Lindsey Vonn ins Ziel, sie wurde Sechste.

"Habe mir ein bisschen mehr erwartet"

"Ich bin nicht unzufrieden, auch wenn ich mir ein bisschen mehr erwartet habe", bekannte Höfl-Riesch und ergänzte, "ich trauere immer noch der Abfahrt hinterher, da hätte ich, glaub ich, Siegchancen gehabt."

Besagtes Rennen aber wurde am Samstag nach mehrmaliger Verschiebung der Startzeit abgesagt, nachdem der Wind, der fulminant über die Piste "Marc Girardelli" blies, einfach nicht nachlassen wollte.

Höfl-Riesch hatte in den beiden Trainingsläufen die Bestzeit gefahren, ihre Enttäuschung über die Renn-Absage war daher verständlich.

Gute Form nicht bestätigt

Mit ihrem Weltcupsieg auf der Olympia-Abfahrt in Sotschi eine Woche zuvor und den zwei Trainingsbestzeiten in Bansko hatte Höfl-Riesch ihre derzeit gute Form bestätigt, im Super-G lief es dennoch nicht nach Wunsch.

"Da waren einige Passagen drin, da bin ich zu zögerlich gefahren. Im Super-G musst du aber die Kampflinie fahren", sagte die Partenkirchnerin.

Vor allem im unteren Teil der Strecke verlor sie nach Zwischenbestzeit die entscheidenden Zehntel, dort, wo Lindsey Vonn nach einem schweren Patzer "den Turbo" angeworfen hatte.

Vonn mit Wut im Bauch

Die Amerikanerin lag bei der Zwischenbestzeit zurück, ehe sie mit Wut im Bauch im letzten Abschnitt alles riskierte - mit Erfolg.

Bei ihrem zehnten Weltcup-Sieg in dieser Saison lag Vonn dann fünf Hundertstelsekunden vor Tina Weirather aus Liechtenstein und sieben Hundertstel vor Daniela Merighetti aus Italien.

Veronique Hronek aus Unterwössen belegte Rang 15, sie stellte damit das zweitbeste Resultat ihrer Karriere ein und qualifizierte sich im Super-G für das Weltcup-Finale.

Ausgetragen wird der Saison-Kehraus im österreichischen Schladming (14. bis 18. März). Lindsey Vonn, die mit ihrem 18. Sieg im Super-G jetzt die alleinige Rekordhalterin in dieser Disziplin ist, wird dort die Trophäe für den Sieg im Gesamtweltcup bekommen, in dem sie mit 1602 Punkten vor Tina Maze aus Slowenien (1074) und Titelverteidigerin Höfl-Riesch (1046) liegt. (DATENCENTER: Ski Alpin Ergebnisse)

Den Abfahrtsweltcup hat die auch schon gewonnen, zum fünften Mal hintereinander, ebenso die kleine Kristallkugel für den Kombinations-Weltcup. Die Super-G-Trophäe ist ihr praktisch sicher.

Platz zwei als Ziel

Maria Höfl-Riesch wird in Schladming keinen Pokal erhalten, aber sie hat trotzdem noch Ziele.

"Die Kugeln sind alle außer Reichweite, aber es wäre schon schön, zumindest noch Platz zwei Gesamtweltcup zu erreichen", betonte sie.

Die nächsten Chancen, Tina Maze einzuholen, bekommt die 27-Jährige ab Freitag bei den drei Wettbewerben in Ofterschwang im Allgäu.

"So habe ich noch ein Ziel für die nächsten Rennen", sagte Höfl-Riesch, "und wenn ich noch ein paar Mal auf dem Podium stehe, wäre das auch ohne Kugel eine super Saison für mich."

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