vergrößernverkleinern
Kjetil Jansrud holte bei Olympia 2010 Silber im Riesenslalom © getty

Dem Norweger glückt im Super-G der langersehnte erste Weltcupsieg. Keppler erreicht sein Saison-Ziel mit Ach und Krach.

Kvitfjell - Dritter, Zweiter und dann doch endlich auch mal Erster.

Nach zahlreichen vergeblichen Anläufen, nach zwei Heimrennen, in denen er nur um Sekundenbruchteile zu langsam war, ist Kjetil Jansrud aus Norwegen der erste Sieg im Weltcup gelungen.

Der Olympia-Zweite im Riesenslalom von 2010 gewann zum Abschluss der drei Wettbewerbe im norwegischen Kvitfjell den zweiten Super-G.

Er bescherte den "Elchen" damit auch den ersten Triumph auf ihrer Hausstrecke seit dem Erfolg von Lasse Kjus vor 15 Jahren. (DATENCENTER: Ski Alpin Ergebnisse)

Ausgleichende Gerechtigkeit

Es war ein wenig auch ausgleichende Gerechtigkeit. Am Freitag hatte Jansrud nur 0,03 Sekunden hinter den zeitgleichen Beat Feuz (Schweiz) und Klaus Kröll (Österreich) Rang drei im ersten Super-G belegt, am Samstag in der Abfahrt 0,02 Sekunden hinter Kröll Rang zwei.

Am Sonntag war es dann recht deutlich: 0,21 Sekunden lag der 24 Jahre alte Jansrud vor Landsmann Aksel Lund Svindal sowie 0,26 Sekunden vor Feuz.

Svindal war zwei Jahre zuvor im schwedischen Are der bislang letzte norwegische Sieger im Weltcup gewesen.

"Nichts mehr zu verlieren"

"Ich war mit den ersten beiden Rennen schon zufrieden und hab mir gedacht, ich habe nichts mehr zu verlieren", sagte Jansrud, der im nur 20 Kilometer von Kvitfjell entfernten Vistra aufgewachsen ist.

In seinen vorherigen 157 Rennen im Weltcup war er viermal Zweiter und fünfmal Dritter geworden. (DATENCENTER: Die Weltcup-Wertung)

Zitterpartie für Keppler

Eine Zitterpartie wurde das abschließende Rennen auf der Olympiapiste von 1994 für Stephan Keppler.

Er belegte im vorletzten Super-G der Saison hinter Mannschaftskollege Andreas Sander (31.) lediglich Rang 33, erreichte aber dennoch sein Saisonziel.

Als 25. der Super-G-Wertung ist der 29 Jahre alte Wahl-Münchner noch für das Finale ab 14. März im österreichischen Schladming qualifiziert - dort dürfen die 25 Weltcup-Besten pro Disziplin starten.

Wegen einer hartnäckigen Knieverletzung ist Keppler nach eigenem Bekunden allerdings "völlig außer Form, ich hangel mich nur von Rennen zu Rennen". (Felix Neureuther im SPORT1-Interview)

Feuz übernimmt Gesamtführung

Die großen Gewinner des Wochenendes in Kvitfjell waren Feuz, Kröll und Svindal.

Feuz übernahm mit einem ersten, einem vierten Rang und einem dritten Rang in Kvitfjell die Führung im Gesamtweltcup. Er liegt vor den abschließenden sechs Saison-Rennendem 115 Punkte vor dem Österreicher Marcel Hirscher.

"Das hätte ich zehn Mal unterschrieben", sagte der 24-Jährige aus dem Emmental zu seiner Bilanz in Norwegen.

Sein Nachteil: Es werden nur noch zwei Wettbewerbe in den schnellen Disziplinen ausgetragen, aber vier in den technischen.

Hand an der Kristallkugel

Kröll und Svindal haben unterdessen Hand an eine kleine Kristallkugel gelegt. Nach seinen Sieg am Samstag, seinen sechsten im Weltcup insgesamt, liegt Kröll vor dem abschließenden Rennen in Schlaming 48 Punkte vor Didier Cuche aus der Schweiz und 51 vor dessen Landsmann Feuz.

"Das ist sicher ein recht gutes Polster", sagte Kröll, "etwas viel Geileres, als daheim im roten Trikot das Weltcup-Finale zu bestreiten, gibt es nicht."

Svindal führt in der Super-G-Wertung mit 42 Punkten vor Cuche.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel