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Maria Riesch gewann 2008 den Weltcup in der Super-Kombination und dem Super-G © getty

Maria Riesch hadert mit ihrer Platzierung in Cortina d'Ampezzo. Eine Weltmeisterin verletzt sich und bangt um ihren WM-Start.

Cortina d'Ampezzo - Maria Riesch stand lächelnd im Zielraum der Weltcup-Abfahrt im italienischen Cortina d'Ampezzo und zeigte sich "recht zufrieden" mit Platz fünf.

Doch das Zwiegespräch mit ihrem Cheftrainer Mathias Berthold verriet wenig später die wahre Gemütslage der besten deutschen Ski-Rennläuferin.

Riesch hatte die Podestränge um die Winzigkeit von 14 Hundertstelsekunden verpasst und im Gesamtweltcup erneut wertvollen Boden auf Lindsey Vonn aus den USA verloren, die Zweite wurde. Zufrieden? Von wegen!

"Ach, ich weiß auch nicht so recht", sagte Riesch zu Berthold, als sie ihren Lauf auf der leicht verkürzten Olympia-Piste von 1956 analysierte, "so toll war das nicht".

Titelverteidigerin muss um WM bangen

Der Trainer verfolgte Rieschs Analyse mit nicht gerade freundlicher Miene: "Sie hat einige kleine Fehler gemacht. Das macht dann eben den Unterschied zwischen Platz eins und fünf aus."

Auf dem ersten Rang war überraschend die Schweizerin Dominique Gisin gelandet, die in 1:16,98 Minuten ihrem ersten Weltcup-Sieg von vor einer Woche in Zauchensee gleich den zweiten folgen ließ.

Vonn lag 0,15 Sekunden zurück und damit zwei Hundertstelsekunden vor der Dritten, der Schwedin Anja Pärson. Die Weltmeisterin verletzte sich am linken Knie und muss zehn Tage vor WM-Beginn um ihren Start in Val d'Isere bangen.

"Ich habe unglaubliche Schmerzen", ließ sie wissen, eine Diagnose steht allerdings noch aus.

Punkte liegen gelassen

Im Gesamtweltcup rückte Pärson mit nun 762 Punkten etwas näher an Riesch (810) heran, Vonn (856) blieb vorne.

"Ich ärgere mich ein bisschen", sagte Riesch dann auch mit Blick auf die Ergebnisliste und ihren knappen Rückstand auf die Spitze - weil sie wusste, dass sie im Kampf um die große Kristallkugel Punkte hatte liegen lassen.

Das Wort Gesamtweltcup nimmt sie nicht gerne in den Mund. "Ich will mich da nicht verrückt machen lassen", sagte sie.

Vonn erleichtert

In den Speed-Disziplinen kommt Riesch im Moment nicht an ihre Freundin Vonn heran, "obwohl auch ich in der Lage bin, eine Abfahrt zu gewinnen".

Weil Riesch aber im Slalom eine Klasse für sich ist, war Vonn erleichtert, "dass ich vor Maria lag, das ist momentan das Wichtigste".

Entsprechend enttäuscht war Vonn deshalb darüber, dass die zweite für Cortina geplante Abfahrt ersatzlos aus dem Kalender gestrichen werden musste: "Das ist schon ein gewisser Nachteil für mich gegenüber Maria."

"Gas, aber noch nicht Vollgas"

Die Schussfahrt am Samstag war somit die letzte vor der WM in Val d'Isere (3. bis 15. Februar), wo neben Vonn nun auch Gisin zu den Favoritinnen gehört.

Das Duell der Freundinnen Vonn und Riesch geht am Sonntag und Montag bei Riesenslalom und Super-G in Cortina in die nächsten Runden.

"Das war heute Gas, aber noch lange nicht Vollgas", kündigte Vonn schon mal eine weitere Steigerung an.

Und Riesch? Die hat zumindest nicht allzu große Lust auf eine weitere kritische Analyse mit einem missvergnügten Cheftrainer.

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