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Maria Riesch rutschte im oberen Streckenabschnitt weg © getty

Maria Riesch rutscht im Riesenslalom von Cortina weg, ihre Teamkollegin schafft mit ihrem besten Resultat die WM-Quali.

Cortina d'Ampezzo - Maria Riesch stand noch sehr lange am Zielhang der berühmten Tofana-Piste von Cortina d'Ampezzo und rang nach Worten.

Nach Platz fünf in der Abfahrt war der Riesenslalom für die Partenkirchenerin nach einem Sturz bereits nach 15 Sekunden zu Ende und das Wochenende verkorkst.

Im Gesamtweltcup zog Lindsey Vonn (USA) auf 72 Punkte davon, für Riesch ein herber Rückschlag. Und das neun Tage vor der WM.

Gute Ausgangsposition hemmt

"Es war nicht ganz so schlimm wie in Zauchensee", sagte Riesch eingedenk ihres Ausscheidens bei der Super-Kombi vor Wochenfrist, nach dem sie Tränen der Enttäuschung geweint hatte: "Aber ein Aus ist immer bitter. Das war einfach ärgerlich."

Bereits ihr Abschneiden beim Abfahrtsklassiker fand sie "nicht so toll" (Artikel), und der Blick auf die Gesamtwertung verhagelte ihr endgültig die Stimmung. Dort hat Vonn, Abfahrtszweite und im Riesenslalom Zehnte, jetzt 882 Punkte, Riesch 810 und die Dritte, Anja Pärson (Schweden), 775.(DATENCENTER: Der Ski-Weltcup)

Riesch schien die gute Ausgangsposition eher zu hemmen. "Es ist schwierig, die Gedanken an den Gesamtweltcup zu verdrängen, selbst dann, wenn man sich das vornimmt. Früher oder später fängt man doch an zu rechnen", sagte Sportdirektor Wolfgang Maier über seine Topläuferin: "Wir im Verband setzen sie da aber überhaupt nicht unter Druck."

Rebensburg erfüllt WM-Norm

Auch Kathrin Hölzl, die sich bei der WM berechtigte Chancen auf eine Medaille machen darf, verpatzte den letzten Riesentorlauf vor den Titelkämpfen:

Als Zehnte des ersten Durchgangs unterlief ihr im Zielhang ein grober Fehler - Rang 28 für die Bischofswiesenerin.

Nur Viktoria Rebensburg (Kreuth) hellte die Stimmung im deutschen Lager auf. Die 17-Jährige stellte mit Rang sieben beim Dreifacherfolg der Österreicherinnen Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und Elisabeth Görgl ihr bestes Karriereergebnis ein und erfüllte die WM-Norm.

"Ich bin extrem erleichtert, dass ich endlich wieder ein gutes Ergebnis erzielt habe", sagte Rebensburg, die beim sechsten Rennen in ihrer Spezialdisziplin zum zweiten Mal ins Ziel kam und für die WM eine Steigerung ankündigte: "Da ist noch mehr drin."

Mindestens zwei Medaillen

Auch Hölzl meinte, "dass ich schnell fahren kann. Ich muss das Tief überwinden. Dann werde ich bald wieder angreifen." Gerne schon bei der WM.

Dort will Riesch mindestens zwei Medaillen - im Slalom und in der Super-Kombination, sicher nicht im Riesentorlauf.

Auch in der Abfahrt gehört sie nicht mehr zum engsten Favoritenkreis. "Sie hat einige kleine Fehler gemacht. Das macht eben den Unterschied zwischen Platz eins und fünf aus", sagte ihr reichlich zerknirschter Cheftrainer Mathias Berthold über Rieschs Schussfahrt.

Gisin macht es vor

Wie schnell es aber plötzlich auch wieder aufwärts gehen kann, zeigte Dominique Gisin. Die in der Vergangenheit von Verletzungen geplagte Schweizerin gewann ihre zweite Abfahrt binnen einer Woche vor Vonn und Weltmeisterin Pärson.

Die Schwedin erlitt eine Knieverletzung, sprach von `unglaublichen Schmerzen" und sah ihren WM-Start in Gefahr - ehe sie im Riesenslalom eine Wiederauferstehung erlebte, als Vierte des ersten Laufs aber noch auf Rang 18 abrutschte.

Riesch hofft, den Vorsprung auf die Schwedin am Montag beim Super-G wieder vergrößern und an Vonn heranrücken zu können.

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