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Felix Neureuther: In seiner Spezial-Disziplin erneut ohne Punkte in Schladming © getty

Das strauchelnde Slalom-Ass plant nach dem kommenden Heimrennen eine Auszeit, "um die Saison halbwegs vernünftig zu beenden".

Garmisch-Partenkirchen - Ausgerechnet vor den beiden wichtigsten Rennen des Winters ist Felix Neureuther reif für die Insel.

Am kommenden Sonntag steht der Heim-Slalom auf dem Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen auf dem Programm, zwei Wochen später der Torlauf bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere (3. bis 15. Februar) - doch der einzige deutsche Hoffnungsträger fährt derzeit völlig neben der Spur.

"Nach Garmisch muss ich vielleicht mal ein paar Tage ganz weg vom Skifahren, um meine Birne wieder klarzubekommen", sagte der 24 Jahre alte Partenkirchener nach dem Nacht-Slalom im österreichischen Schladming, den Reinfried Herbst aus Österreich gewann.

Unrühmlicher Hattrick

Neureuther schied aus, zum dritten Mal in Folge. Im Weltcup ist er noch nie dreimal in Folge ausgeschieden. (Artikel: Neureuther raus - Herbst gewinnt)

In Schladming passierte es diesmal im ersten Lauf. Kurz nach der zweiten Zwischenzeit, die immerhin auf eine Spitzenplatzierung hinwies, kam der "Einfädler".

Neureuther war danach auch ein wenig ratlos. "Im Training passiert mir das nie. Man sagt zwar, dass ein Einfädler beim Slalom passieren kann, aber es sollte nicht so oft vorkommen", sagte er.

"Halbwegs vernünftig abschließen"

In fünf von sieben Slaloms in diesem Winter ist er nun ohne Weltcup-Punkte geblieben.

Im vergangenen Jahr kam Neureuther in elf Rennen elfmal ins Ziel und mischte am Ende sogar im Kampf um den Slalom-Weltcup mit.

Daran ist in der laufenden Saison nicht mehr zu denken, jetzt geht es dem Partenkirchener darum, möglichst schnell und möglichst gut die Kurve zu kriegen: "Es gibt noch mehrere Highlights in dieser Saison. Darauf muss ich mich jetzt konzentrieren - um die Saison halbwegs vernünftig zu Ende zu bringen."

Es fehlt an Konstanz

Es ist freilich nicht so, dass Neureuther nun schlecht Ski fährt - es fehlt an Kleinigkeiten, vor allem aber an der Konstanz des vergangenen Jahres.

Darüber hinaus gerät der 24-Jährige nun von Rennen zu Rennen mehr unter Druck: Bleiben die Ergebnisse aus, fällt er in der Weltrangliste zurück. (DATENCENTER: Der Ski-Weltcup)

Damit verschlechtert sich auch seine Startposition. Mittlerweile ist Neureuther ohnehin schon in Gruppe 2 - bei jenen Fahrern, die mit Startnummer 8 bis 15 losfahren.

Kostelic als Beispiel

Der Kroate Ivica Kostelic könnte Neureuther als Beispiel dienen, dass nach Tiefen auch Höhen kommen.

Der ältere Bruder der mehrfachen Olympiasiegerin und Weltmeisterin Janica Kostelic, der über seine verletzungsbedingten Rückschläge eine ganze Bücherserie schreiben könnte, führt derzeit im Gesamtweltcup. Ihn zu gewinnen, sagt er, "ist nicht unrealistisch. Ich muss im Slalom gut fahren und hoffe auf Punkte im Riesentorlauf und Super-Kombi."

Felix Neureuther würde es schon reichen, im Slalom gut zu fahren.

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