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Maria Riesch liegt im Gesamtweltcup nun 124 Punkte hinter Lindsey Vonn zurück © getty

Der zweite Platz der verunsicherten Maria Riesch in Garmisch löst Erleichterung aus - zumal auch ihre Schwester auftrumpft.

Garmisch-Partenkirchen - Maria Riesch klatschte Siegerin Lindsey Vonn ab und fiel ihrer besten Freundin glückselig in die Arme:

Zwar riss beim Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen ihre Serie von vier Slalom-Siegen in Folge, doch dafür fuhr Deutschlands beste Ski-Rennläuferin rechtzeitig vor den Weltmeisterschaften in Val d'Isere (3. bis 15. Februar) als Zweite aus ihrer kleinen Krise.

"Ich bin total happy mit dem Ergebnis. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen, es ist total super, hier am Gudiberg auf dem Podest zu stehen", sagte die 24-Jährige.

"Die Zugspitze fällt"

Dreimal war Maria Riesch in den vergangenen fünf Rennen ausgeschieden, "einen klaren Schritt zurück" hatte Sportdirektor Wolfgang Maier registriert.

Umso größer war daher die Erleichterung in der deutschen Mannschaft über den "Stockerl"-Platz. "Mir ist ein Stein, nein, die ganze Zugspitze vom Herzen gefallen", bekannte Cheftrainer Matthias Berthold.

"Das ist eine extreme Erleichterung für das ganze Team und besonders für die Maria. Das war das richtige Ergebnis zur richtigen Zeit. Das hilft uns natürlich auch im Bezug auf die WM", ergänzte Maier.

Laufbestzeit für Susanne

Maria Riesch und Maier vergaßen aber nicht zu erwähnen, dass die Österreicherinnen Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser, die bei "Halbzeit" auf Platz eins und zwei gelegen hatte, im Finale stürzten.

Somit war der Weg auf's Siegertreppchen frei für Maria Riesch, die zunächst auf Rang sechs gefahren war. Ihre Schwester Susanne machte einen noch größeren Sprung: Sie fuhr mit Bestzeit im zweiten Lauf von Rang 30 auf Rang 7.

Kathrin Hölzl (Bischofwiesen), Marianne Mair (Reichersbeuern) und Nina Perner (Karlsruhe) auf den Rängen 11, 16 und 23 komplettierten das starke DSV-Ergebnis.

"Nicht die Maria, die wir kennen"

Cheftrainer Berthold gab das Abschneiden von Maria Riesch im Hinblick auf die WM aber trotzdem zu denken.

"Die Lindsey ist schon sehr weit vorne", merkte er an, auch Zettel und Kirchgasser seien schon sehr weit weg gewesen, und bei Maria Riesch hätten die drei Ausfälle zuletzt ihre Spuren hinterlassen.

"Das ist nicht die Maria, die wir kennen, denn wenn sie heute wieder ausscheidet, dann ist die Kacke am Dampfen. Wir dürfen jetzt nicht denken, dass wir supergut sind, wir müssen uns schon noch verbessern", sagte er.

Kleines Kristall fast vergeben

Eine Medaille im Slalom, so die Botschaft, wird kein Selbstläufer sein. Lindsey Vonn lag am Ende 0,90 Sekunden vor Maria Riesch, Dritte wurde die Slowenin Marusa Ferk (1,16 Sekunden zurück), die zunächst auf Rang 16 gelegen hatte.

Vonn baute damit ihren Vorsprung im Gesamtweltcup vor Maria Riesch auf 124 Punkte aus, sagte aber: "Das wird noch ein Kampf zwischen Maria und mir, aber sie wird auf jeden Fall den Slalom-Weltcup gewinnen."

Tatsächlich hat Riesch in der Disziplin-Wertung bei zwei noch ausstehenden Rennen 140 Punkte Vorsprung vor der Amerikanerin, die kleine Kristallkugel ist ihr damit kaum noch zu nehmen. (DATENCENTER: Der Ski-Weltcup)

"Ein leicht verbremster Lauf"

Den fünften Slalom-Sieg hintereinander verpasste Maria Riesch bereits im ersten Durchgang. Dass ihr die jüngsten Ausfälle (Artikel: Von der Seriensiegerin zur Sturzpilotin) doch zu Schaffen gemacht hatten, war da nicht zu übersehen, und das wollte sie auch gar nicht abstreiten.

"Zuviel Selbstvertrauen hatte ich sicher nicht. Ich konnte nicht so frei attackieren", bekannte sie nach dem ersten Durchgang: "Das war ein leicht verbremster Lauf, ich habe mich nicht so getraut", sagte sie.

Dafür hatte sie im zweiten dann "auch ein bisschen Glück", wie sie einräumte: "Aber auch genau zum richtigen Zeitpunkt."

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