Enttäuschung in Sölden: DSV-Asse im Nebel verfahren
Sölden - Naja, meinte Maria Höfl-Riesch, so toll sei das nun nicht gewesen.
"Ich als Elfte beste Deutsche, das ist schon ein bisschen mau", sagte die Doppel-Olympiasiegerin nach dem ersten Rennen der neuen Weltcup-Saison.
Es hätte besser laufen können, befand auch Wolfgang Maier, der alpine Sportdirektor, nach einem "grenzwertigen" Riesenslalom bei Nebel und Schneefall auf dem Rettenbachgletscher droben über dem österreichischen Sölden ( DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender 2012/13).
"Bei den nächsten Rennen müssen wir zulegen, und das werden wir auch", sagte Maier.
Rebensburg scheidet aus
Beim Sieg von Weltmeisterin Tina Maze aus Slowenien, die vor den Österreicherinnen Kathrin Zettel und Stefanie Köhle zum dritten Mal den Saisonauftakt gewann, standen die deutschen Ski-Rennläuferinnen am Ende mit gemischten Gefühlen da:
Viktoria Rebensburg hatte nach dem ersten Lauf noch Rang drei belegt - und schied aus.
Simona Hösl (Berchtesgaden) lag aussichtsreich auf Rang 13 - und schied aus.
Maier begesiert: "Sensationell"
Es gab aber auch Susanne Weinbuchner (Lenggries), die bei ihrem Debüt im Weltcup einen hervorragenden zwölften Rang belegte.
"Das war für ihr erstes Rennen eine sensationelle Lösung der Aufgabe", betonte Maier, bat allerdings auch gleich: "Man darf sie jetzt nicht in den Himmel heben."
Die 21-Jährige Weinbuchner wusste einstweilen nicht, wie ihr geschah. Erst war sie mit Startnummer 58 im ersten Durchgang auf Rang 29 und damit knapp ins Finale gefahren, dort glänzte sie dann mit der drittbesten Laufzeit hinter Zettel und Köhle.
"Wahnsinn, so ein Ergebnis", sagte die Lenggrieserin, "ich glaub', ich bin am allermeisten überrascht über mich."
In Qualifikation durchgesetzt
Das bemerkenswerte Rennen von Susanne Weinbuchner war in der Tat so nicht zu erwarten. Im Alter von 16 und 17 Jahren hatte sie gleich zwei Kreuzbandrisse überstehen müssen, sie wurde trotzdem nicht aus den Förderkadern gestrichen.
Im vergangenen Jahr fuhr sie lediglich im zweitklassigen Europacup, "aber da habe ich den Durchbruch nicht geschafft", berichtete sie.
Im Sommertraining aber machte sie einen großen Sprung nach vorne, bei einer internen Qualifikation in der vergangenen Woche fuhr sie den Startplatz für Sölden heraus.
Nebel keine Ausrede
Die beiden Aushängeschilder der deutschen Mannschaft waren mit dem Saisonauftakt am Gletscher erwartungsgemäß nicht zufrieden.
Die sehr schwierigen Bedingungen vor allem im zweiten Lauf wollte Maria Höfl-Riesch allerdings nicht als Ausrede gelten lassen. "Die drei da vorne haben das auch hingekriegt. Deswegen ist das für uns schon ein bisschen enttäuschend", sagte sie.
Höfl-Riesch hatte im ersten Lauf noch Rang sieben belegt, immerhin davon war sie nach dem Rennen noch "positiv überrascht."
Rebensburg ziemlich sauer
Noch weiter vorne lag zunächst die Olympiasiegerin. Doch als es im Finale durch Nebelbänke und Schneeflocken ging, konnte Viktoria Rebensburg den dritten Rang im Zwischenklassement nicht nutzen.
"Ich bin ziemlich sauer", bekannte die 24-Jährige, machte sich dann aber Mut: "Ich weiß, dass ich in guter Form bin."
Das sah Sportdirektor Maier nicht viel anders: "Im ersten Durchgang hat die Vicky gezeigt, dass sie ein Top-Skifahrerin sein kann." Der Ausfall im Finale zeige aber, "dass es Bereiche gibt, wo sie noch hinarbeiten kann".
Durchwachsene Bilanz
Und so war die Gesamtbilanz der deutschen Damen so durchwachsen wie das Wetter.
"Das ist sicher kein Grund zum Jubeln", resümierte Maria Höfl-Riesch, "aber auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken."
In zwei Wochen geht's weiter: Slalom in Levi/Finnland.


