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Maria Riesch soll dem DSV bei der Ski-WM endlich wieder eine Medaille bescheren © getty

Maria Riesch geht bei der WM auf Medaillenjagd und will die deutsche Durststrecke beenden. Auch eine Außenseiterin hofft.

Von Andreas Kloo und Conny Konzack

München/Garmisch-Partenkirchen - Der Glanz des Edelmetalls ist schon lange verblasst, beim Deutschen Ski-Verband (DSV).

Seit insgesamt 47 Rennen warten die Fahrerinnen und Fahrer des DSV bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen auf eine Medaille.

Die letzte Podiumsplatzierung fuhr Martina Ertl bei Olympia 2002 in Salt Lake City in der Kombination ein.

Für die lange Zeit erfolgsverwöhnten Deutschen soll die Durststrecke bei der WM im französischen Val d'Isere (Damen Super-G ab 13 Uhr LIVE) nun endlich ein Ende haben.

"Wir haben jetzt acht Jahre keine WM-Medaille mehr geholt und es wird Zeit, das wir wenigstens mal wieder eine gewinnen.", fordert Sportdirektor Wolfgang Maier im Gespräch mit Sport1.de.

"Die traue ich am ehesten Maria Riesch und Felix Neureuther im Slalom zu", nennt er auch gleich seine persönlichen Favoriten.

Riesch mit Chancen im Super-G

Riesch hat sich dieses Vertrauen durch ihre Leistungen in dieser Saison redlich verdient. Mit vier Slalom-Siegen fuhr sie sich vorrübergehend sogar an die Spitze des Gesamt-Weltcups.

Aber auch im Super-G hat die Partenkirchenerin durchaus Chancen aufs Podest. Riesch schränkt zwar ein: "Im Super-G gehöre ich nicht zu den Favoriten, da darf man keine Medaille erwarten."

Aber im gleichen Atemzug fügt sie hinzu: "Aber ich bin da sicher nicht schlecht. Wenn ich einen super Lauf erwische, ist einiges möglich."

Schließlich gewann die 24-Jährige in der Vorsaison die Disziplin-Wertung im Super-G. Und im letzten Rennen vor der WM landete sie in Garmisch-Partenkirchen als Fünfte immerhin schon in Reichweite des Podests. (Nebelbank kostet Riesch die Generalprobe)

"Echt brutal"

Nach der ersten Trainingsfahrt auf der WM-Piste zeigte Riesch allerdings noch gehörigen Respekt: "Es ist schon echt brutal da runter, wenn du da keine Sicht hast, dann pfeifen die Komantschen."

Als Favoritin geht Rieschs beste Freundin, Lindsay Vonn, ins Rennen. Die Amerikanerin präsentiert sich derzeit in Form, führt mit großem Vorsprung im Gesamt-Weltcup und sicherte sich beim Super-G von Garmisch den Sieg.

Aber auch Titelverteidigerin Anja Pärson und die Führende in der Disziplin-Wertung, Nadia Fanchini aus Italien, sind starke Konkurrentinnen.

Neureuther hofft

Noch größer sind Rieschs Medaillenchancen aber zweifelsohne im Slalom. "Ich habe vier der letzten fünf Slaloms gewonnen und war einmal Zweite. Es ist doch klar, dass ich da eine Medaille will."(DATENCENTER: Ergebnisse Ski-Weltcup)

In dieser Disziplin würde sich auch Felix Neureuther eine Medaille wünschen. Trotz vier Ausfällen hintereinander schreibt Maier den 24-Jährigen für die WM nicht ab:

"Der Felix muss seine Leistung, zu der er absolut fähig ist, nur endlich mal in zwei Läufen bis zum Ziel abrufen. Dann ist auch er ein WM-Kandidat", ist sich der frühere Damen-Chef-Coach Maier gegenüber Sport1.de sicher.

Erfahrung für Heim-WM

Außer Riesch und Neureuther ist am Ehesten noch Kathrin Hölzl eine Medaille zuzutrauen. In ihrer Paradedisziplin Riesenslalom fuhr die Berchtesgaderin Anfang Januar in Maribor auf Rang drei.

Für die restlichen acht deutschen WM-Teilnehmer gilt es vor allem, Erfahrung im Hinblick auf die Heim-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen zu sammeln.

Das deutsche WM-Aufgebot:

Frauen:

Fanny Chmelar, Kathrin Hölzl, Maria Riesch, Susanne Riesch, Viktoria Rebensburg, Gina Stechert

Männer:

Stephan Keppler, Stefan Kogler, Felix Neureuther, Andreas Strodl, Peter Strodl

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