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Maria Riesch hat noch vier weitere Medaillen-Chancen © getty

Im ersten WM-Rennen landet Maria Riesch im geschlagenen Feld. Gold im Super-G holt sich ihre beste Freundin Lindsey Vonn.

Val d'Isere - Erstes Rennen, erste Enttäuschung: Maria Riesch hat die erhoffte Medaille im Auftaktrennen der 40. alpinen Ski-Weltmeisterschaften klar verpasst.

Die Partenkirchnerin fuhr im Super-G, bei dem nicht unerwartet ihre beste Freundin Lindsey Vonn aus den USA das erste Gold ihrer Karriere gewann, um 1,31 Sekunden am Siegertreppchen vorbei und belegte nur Rang acht.

"Rang acht bei einer WM ist nicht besonders glorreich", sagte Maria Riesch sichtbar deprimiert: "Das ist eine Enttäuschung. Ich hatte mir ausgerechnet, hier vorne mitzufahren."

Während vor allem Lindsey Vonn mit schier unerschütterlichem Selbstvertrauen den widrigen Bedingungen auf der schwierigen Piste "Rhone-Alpes" trotzte, fuhr Maria Riesch bei miserabler Bodensicht und tückischer Kurssetzung viel zu zaghaft.

"Auch rückwärts zur Bestzeit"

"Ich habe mir von den Bedingungen vielleicht ein wenig den Schneid abkaufen lassen", gab sie zu, räumte aber auch ein: "Lindsey hat gezeigt, was möglich ist. Aber die ist in einer so brutalen Topform, die fährt auch rückwärts noch zur Bestzeit."

Die neue Weltmeisterin dagegen versicherte: "Ich habe viel Glück gehabt."

Lindsey Vonn siegte in 1:20,73 Minuten unerwartet deutlich vor der Französin Marie Marchand-Arvier (0,34 Sekunden zurück) sowie der Österreicherin Andrea Fischbacher (0,40), Viktoria Rebensburg (Kreuth) überzeugte als Zehnte.

"Bedingungen unvorstellbar"

Nach WM-Silber im Super-G und in der Abfahrt 2007 raste die 24 Jahre alte Amerikanerin zum ersten Mal bei einer Großveranstaltung auf Platz eins.

"Ich bin total glücklich", sagte die Gesamtweltcupsiegerin nicht unerwartet, betonte aber auch: "Die Bedingungen waren unvorstellbar."

Zugleich prophezeite sie der besten Freundin: "Maria wird sich in der Abfahrt revanchieren."

Nächste Chance Super-Kombination

Vor der Abfahrt am Sonntag steht allerdings erst noch die Super-Kombination am Freitag (ab 11 Uhr LIVE ) an.

Wie im Super-G ist Maria Riesch in dieser Disziplin Weltcup-Siegerin, eine Medaille hat sie im alpinen Zweikampf aus einer Abfahrt sowie einem Slalom-Lauf fest eingeplant.

"Locker bleiben, nicht verunsichern lassen", lautet ihre Devise für die zweite Chance. Allerdings, so gab sie zu, hätte eine Fahrt aufs Siegertreppchen gleich im ersten Rennen "vieles leichter gemacht, aber das wirft mich jetzt nicht aus der Bahn. Ich habe noch ein paar Chancen."

"Kein Weltuntergang"

Darauf hoffen sie auch beim DSV, dessen Fachsparte Alpin auch im 47. Einzelrennen seit Bronze von Martina Ertl bei der Olympia-Kombination 2002 ohne eine Platzierung auf dem Siegerpodest blieb.

"Wir hatten insgeheim schon auf eine Medaille gehofft", gab Sportdirektor Wolfgang Maier auch unumwunden zu, doch er wollte seinen "Lebensnerv" Riesch "auch nicht aburteilen", denn:

"Wir wissen ja, dass ihr bei schlechter Sicht die Verletzungen noch ein bisschen nachhängen. Für uns bricht keine Welt zusammen." Auch Riesch betonte: "Das ist kein Weltuntergang."

Letztes Risiko gescheut

Seit ihren Kreuzbandrissen 2005 geht Maria Riesch nicht immer das volle Risiko, wenn der Himmel bewölkt oder das Licht reichlich diffus ist.

Auch diesmal, berichtete sie ein wenig kleinlaut, habe sie die Ansage bekommen: "Trauen und attackieren, aber das konnte ich bei diesen Bedingungen nicht."

Daher sei das, was "die Lindsey geleistet hat, schon sensationell", lobte Maier. Zumal im Kampf um die Medaillen ansonsten nur eine Chance hatte, wer eine Startnummer von 1 bis 15 besaß. Die Top-Fahrerinnen (16 bis 22) fuhren unter noch schlechteren Sichtbedingungen.

Rebensburg vergibt bessere Platzierung

Die miserable Sicht und die tückische Kurssetzung hatten zur Folge, dass von den ersten 22 Fahrerinnen gleich 7 auf der Strecke blieben, darunter Titelverteidigerin Anja Pärson aus Schweden oder Gina Stechert aus Oberstdorf.

Auch Viktoria Rebensburg litt unter den Bedingungen, fuhr im Gegensatz zu Maria Riesch aber äußerst mutig.

Lediglich ein schwerer Patzer vor dem Ziel verhinderte eine bessere Platzierung für die 19 Jahre alte Schülerin, entsprechend verärgert war sie: "Es war so schwierig. Aber ich bin richtig gut gelegen. Ich könnte mir in den Arsch beißen."

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