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Didier Cuche feierte im Dezember 1993 sein Debüt im Weltcup © getty

Beim Super-G kürt sich der ewige Zweite Cuche zum ältesten Alpin-Weltmeister, Silber holt ein Italiener. Andreas Strodl stürzt.

Val d'Isere - Zeit seiner Karriere galt Didier Cuche als der ewige Zweite. Erst im Alter von 34 Jahren und 172 Tagen hat der Schweizer bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere endlich seine erste Goldmedaille gewonnen.

Beim höchst spektakulären Super-G auf der atemraubenden "Piste Bellevarde" fuhr der Routinier ein Rennen wie von einem anderen Stern und krönte sich zugleich zum ältesten (Einzel-)Champion seines Sports.

"Der Sieg ist ein Traum. Ich weiß auch nicht, warum ich besser gefahren bin als im Weltcup", sagte Cuche, der im Erfolg wieder einmal sehr gelassen blieb.

Keppler nur 24.

Cuche benötigte für seine Fahrt an den Fuß des Olympia-Berges von 1992 eine Laufzeit von 1:19,41 Minuten - er war damit gleich um 0,99 Sekunden schneller als der Südtiroler Überraschungszweite Peter Fill.

Aksel Lund Svindal aus Norwegen gewann nach den Goldmedaillen in der Abfahrt und im Riesenslalom bei der WM 2007 diesmal Bronze.

Von den drei deutschen Teilnehmern erreichte nur Stephan Keppler (Ebingen) das Ziel: Er enttäuschte mit Rang 24.

Ein Lächeln auf den Lippen

Die Brüder Andreas und Peter Strodl schieden aus, der jüngere Andreas verletzte sich bei einem Sturz am rechten Knie - nach einer Zerrung mit Knochenstauchung ist die WM für ihn beendet.

Cuche dagegen lieferte auf der "Bellevarde" sein Meisterwerk ab. "Der Sieg ist sowas von verdient", betonte sein Trainer Patrice Morisod.

So genau wie der gelernte Metzger aus Neuchatel hatte kein anderer Läufer den tückischen Kurs vor dem Rennen studiert, er habe entgegen sonstiger Gewohnheit dabei sogar gelacht, berichtete sein Coach erstaunt.

2006 ganz verzagt

Dann raste der Routinier fast entspannt zu Tal. "Ich hatte Spaß am Berg. Als ich taktisch fahren musste, bin ich taktisch gefahren, als ich pushen musste, habe ich gepusht", berichtete Cuche gelassen von der ersten Goldfahrt seines Lebens.

Es war ein Triumph, an den Cuche selbst nicht mehr geglaubt hatte. Nach dem 19. Platz im Riesenslalom bei Olympia 2006 war er in Tränen ausgebrochen und hatte verkündet: "Ich glaube nicht, dass ich es noch an die Spitze schaffe."

Seit seinem Weltcup-Debüt 1993 hat Cuche, immer wieder gestoppt durch schwere Verletzungen, 289 Rennen im Weltcup bestritten - acht gewann er.

Kleines Kristall aus der Hand gegeben

Dafür fuhr er 21-mal auf Rang zwei, 15-mal auf Rang drei. Bei Großveranstaltungen hatte er es bisher nur zu Olympiasilber gebracht, 1998 im Super-G hinter Hermann Maier. In Are 2007 war er WM-Dritter im Riesenslalom.

Schon immer haben sich bei Cuche wenige große Siege mit vielen dramatischen Niederlagen abgewechselt.

Im vergangenen Winter gewann er den Abfahrts-Weltcup, verplemperte im letzten Rennen der Saison aber auch auf peinliche Weise den Titel im Super-G.

"Immer am Limit"

Mehr als einmal musste er monatelang mit Beinbrüchen und Kreuzbandrissen pausieren.

"Man bewegt sich immer am Limit, das kann Top oder Verletzung sein. Wie man zuletzt leider bei Dani Albrecht in Kitzbühel gesehen hat", sagte er nun in Erinnerung an den schwer verletzten Teamkollegen.

"Daher", ergänzte er, "muss man auch im Erfolg am Boden bleiben."

Immerhin musste Cuche so lange warten wie noch kein Läufer vor ihm, um erstmals ein WM-Rennen zu gewinnen.

"Herminator" unter ferner liefen

Der Österreicher Stephan Eberharter war 33 Jahre und 313 Tage, als er im Super-G 2003 siegte; sein Landsmann Fritz Strobl war 2007 fünf Tage älter als Cuche - er war damals aber "nur" Mitglied der österreichischen Gold-Mannschaft.

Cuche hätte nur noch von Hermann Maier übertroffen werden können - der "Herminator" aus Österreich, am Dienstag 36 Jahre und 59 Tage alt, erreichte aber geschwächt von einer Grippe nur Rang 18.

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