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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Maria Riesch stürzte beim Training zur Kombi-Abfahrt in Val d'Isere © getty

Maria Riesch ist nach ihrem schweren Sturz im Training zur Kombi-Abfahrt schwer gezeichnet. Dennoch will sie am Freitag starten.

Val d'Isere/München - Der Rücken schmerzt, das Knie zwickt und das Gesicht ist schwer gezeichnet.

Maria Riesch wird nach ihrem heftigen Trainingssturz (Trainingsschock für Riesch) dennoch am zweiten WM-Rennen in Val d'Isere teilnehmen.

Ihre Medaillenträume haben nach dem Abflug auf der Strecke "Rhone-Alpes" aber einen schweren Dämpfer erhalten. "Das nagt an der Psyche. Meine Erwartungen sind ein bisschen geschrumpft", gab die 24-Jährige vor der Super-Kombination am Freitag (11 Uhr LIVE) zu.

Blutrote Schramme

Von Maria Rieschs Unterlippe verläuft eine tiefe, blutrote Schramme rechts das Kinn hinunter. Außerdem erinnern sie Prellungen an der Wirbelsäule und eine leichte Zerrung im linken Knie an die unsanfte Landung im Fangzaun.

Doch die größte deutsche Medaillenhoffnung wollte nicht klagen. "Mir geht es nicht schlecht, aber auch nicht hundertprozentig gut. Während des Fahrens habe ich aber Gott sei Dank kaum Schmerzen", sagte sie.

Sehr viel Arbeit

Beim "normalen Herumgehen" habe sie größere Probleme, bekannte Maria Riesch, Tabletten machten den Schmerz "erträglich". Dennoch hätten die Physiotherapeuten sehr viel Arbeit mit ihr: "Ich hoffe, dass sie meinen Körper bis zum Rennen hinbekommen."

Schwieriger als die Heilung der körperlichen Blessuren verläuft aber die psychologische Gesundung.

"Es ist nicht ganz einfach, den Sturz aus dem Kopf zu kriegen", gab Riesch zu.

"Bisschen gebremst"

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat dafür keinen Spezialisten in Frankreich, Sportdirektor Wolfgang Maier scherzte: "Ich habe den ehemaligen Abfahrer Stefan Krauß dabei. Den hat es so oft auf die Klappe gehauen, der weiß, wie man damit umgeht."

Ähnliches gilt für Maria Riesch. Beim zweiten Training habe sie trotzdem "ein bisschen gebremst, vor allem an der Stelle, an der ich gestürzt bin. Ich habe großen Respekt gehabt."

Ihr Rückstand auf die Bestzeit von Super-G-Weltmeisterin Lindsey Vonn (USA) betrug deshalb 2,65 Sekunden (DATENCENTER: Ergebnisse). Cheftrainer Mathias Berthold meinte, Riesch habe "die Aufgabe gut gelöst. Sie war nicht hundertprozentig fit und hat sich herangetastet. Im unteren Teil hat sie sich die Linie angeschaut."

Tückische Piste

Das war auch nötig, denn die "Rhone-Alpes" hatte trotz besserer Präparierung als am Vortag nach wie vor ihre Tücken. Vonn nannte die Piste "die schwierigste", die es gibt. Und auch Maria Riesch meinte: "70 Prozent der Läuferinnen sind hier überfordert."

Anders als sonst im Weltcup ist am Berg Solaise nicht die Geschwindigkeit die größte Schwierigkeit, sondern die kurvenreiche Streckenführung. "Wenn du da einen Fehler machst, hängst du gleich im Zaun", sagte Vonn.

Diese Erfahrung musste auch Maria Riesch machen, trotzdem kann sie ihrem Sturz auch Positives abgewinnen.

"Druck nicht mehr so groß"

"Vielleicht ist das alles gar nicht so schlecht, weil der Druck jetzt nicht mehr so groß ist", sagte sie. Doch auch Riesch weiß, dass sie sich am Freitag speziell in der Abfahrt überwinden "und noch mehr attackieren" muss.

Sollte ihr das gelingen, da ist sich Vonn sicher, wird ihre Freundin in den Kampf um Edelmetall eingreifen können.

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