vergrößernverkleinern
Für Maria Riesch ist es nach 2003 und 2007 die dritte Teilnahme an einer WM © getty

Nach zuletzt schwachen Leistungen zählt Maria Riesch bei der WM-Abfahrt nicht mehr zum Favoritenkreis. Ihr kommt das nicht unrecht.

Val d'Isere - Als Kathrin Zettel die Goldmedaille umgehängt wurde, von der Maria Riesch geträumt hatte, stand die große Hoffnung des deutschen Skisports traurig neben dem Siegerpodest.

Auch Riesch hatte eine Trophäe bekommen, musste sich aber nach Platz vier in der Super-Kombination mit einem hässlichen Pokal in Form des WM-Symbols begnügen.

Doch es könnte noch schlimmer kommen: Wenn am Sonntagabend in Val d'Isere die Sieger der Königsdisziplin Abfahrt geehrt werden, muss Maria Riesch froh sein, wenn sie neben dem Podest stehen darf.

Von der Favoritin zur Außenseiterin

"In der Abfahrt habe ich sicher nur Außenseiterchancen", gibt die beste deutsche Rennläuferin vor der Schussfahrt auf der Strecke "Rhone-Alpes" zu.

Wetterbedingt war der Wettbewerb von Sonntag auf Montag (ab 13 Uhr LIVE) verschoben worden.

Vor wenigen Wochen war die zweimalige Weltcup-Abfahrtssiegerin noch zu den Medaillenkandidatinnen gezählt worden.

Doch nach den bisherigen Erfahrungen von Riesch im Iseretal ist es wenig wahrscheinlich, dass die 24-Jährige unter die Top Sechs fährt und anschließend auf dem Marktplatz des kleinen Ski-Orts geehrt wird.

Slalom geht vor

Riesch will sich deshalb "voll auf den Slalom konzentrieren". Beim Torlauf am Samstag gehört sie nach vier Siegen in sieben Rennen des Winters zu den Favoritinnen, obwohl sie bei der Kombination "den schlechtesten Slalom gefahren ist, den ich je von ihr gesehen habe", wie Cheftrainer Mathias Berthold meinte.

Überhaupt war der Coach mit Riesch unzufrieden. "Vier, fünf vernünftige Abfahrtsschwünge - sonst war nichts dabei", meinte er nach der Kombi, und forderte: "Sie muss mal wieder richtig gut Skifahren."

Tag zum Ausspannen

Am Samstag hatte Riesch dazu noch keine Gelegenheit, weil das letzte Abfahrtstraining abgesagt wurde, um die beanspruchte Strecke zu schonen. "Das ist nicht tragisch. Ich habe mir die Piste bereits bei der Super-Kombi gut angesehen", meinte Riesch: "Das war ein sehr gutes Training."

Sie nutzte die Absage spontan zu einem freien Tag und kurierte die letzten Nachwehen ihres Trainingssturzes aus.

DSV-Präsident weiter optimistisch

Für Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes, nicht die schlechteste Idee. "Es ist das Wichtigste, dass Maria voll genesen kann", sagte er. Hörmann hält weiter große Stücke auf seine Vorzeigeathletin.

"Wir sind mit dem Ziel angereist, eine Medaille zu holen. Maria Riesch war, ist und bleibt dafür die Favoritin. Sie ist erfahren, ehrgeizig und engagiert genug, um es zu schaffen", meinte der DSV-Chef.

Hörmann hofft dabei in erster Linie auf den Slalom.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

In der Abfahrt ist Rieschs Freundin Lindsey Vonn die Favoritin. Die Amerikanerin hat zu WM-Beginn den Super-G auf der "Rhone-Alpes" gewonnen, und auch in der Kombination griff sie als Schnellste nach der Abfahrt nach Gold, ehe sie beim Slalom ein Tor verpasste und disqualifiziert wurde.

"Wir leiden gemeinsam", teilte Vonn darauf mit Blick auf die geknickte Riesch mit, "aber Maria wird hier nicht ohne Medaille weggehen".

Und wenn sie bis zum Slalom warten muss.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel