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Für Maria Riesch läuft die WM bislang alles andere als ideal © getty

Auch in der Abfahrt hat Maria Riesch mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun. Lindsay Vonn holt sich die zweite Goldene.

Val d'Isere - Tränen statt Titel: Während ihre Freundin Lindsey Vonn schon zum zweiten Gold raste, bleibt Maria Riesch bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere ohne Medaille.

In der Abfahrt reichte es für die Partenkirchnerin diesmal lediglich zu Rang zehn.

"Wieder nichts", klagte die 24-Jährige nach ihrer Fahrt, mit der sie das Siegertreppchen um 1,54 Sekunden verfehlte, und gab mit feuchten Augen zu: "Ich bin schon enttäuscht. Da wäre mehr drin gewesen. Jetzt liegt der ganze Druck auf dem Slalom."

Im Torlauf am kommenden Samstag gilt Riesch sogar als Favoritin auf den Sieg.

Bedingungen diesmal optimal

Doch bereits im dritten Wettbewerb in Val d'Isere hätte Maria Riesch den ganzen Druck von sich nehmen können. Als sie sich voller Elan aus dem Starthäuschen stürzte, schien sogar die Sonne, "alles war okay", berichtete sie.

Doch nach einer hervorragenden Fahrt im oberen Teil der Wellblech-Piste "Rhone-Alpes" leistete sich Riesch dann einen folgenschweren Patzer. "Mit so einem Fehler reicht es halt nicht", sagte Cheftrainer Mathias Berthold, der bekannte: "Wir hatten keine reelle Medaillenchance, wollten aber vorne mitfahren. Das ist schon enttäuschend."

Zweite Medaille für Gut

Das Kontrastprogramm dazu lieferte Lindsey Vonn, die strahlte wie ein Honigkuchenpferd.

"Zweimal Gold, da bin ich natürlich sehr zufrieden", sagte die Amerikanerin, die abermals in einer anderen Liga fuhr. In 1:30,31 Minuten holte sie den ersten Abfahrtstitel für die US-Frauen seit Hilary Lindh 1997.

Immerhin 0,52 Sekunden betrug ihr Vorsprung auf das 17 Jahre alte Schweizer Ski-Starlet Lara Gut, das schon in der Super-Kombination am Freitag, als Riesch Rang vier belegt hatte, zu Silber gefahren war. Bronze gewann die Italienerin Nadia Fanchini (0,57). Gina Stechert (Oberstdorf/4,34) wurde 26. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Das stinkt mir schon"

Maria Riesch und der DSV hatten nicht erwartet, dass die Serie von nunmehr 51 Rennen bei Großereignissen ohne Einzel-Medaille ausgerechnet in der Abfahrt endet.

Dennoch war die Enttäuschung sehr groß, vor allem bei der Hoffnungsträgerin selbst.

"Ich wollte hier schon um eine Medaille mitfahren, aber dazu braucht man eine gute Fahrt, und die hatte ich nicht. Das stinkt mir schon", sagte Riesch, die im Mittelabschnitt am selben Tor patzte, an dem die von Lindsey Vonn auch in der Abfahrt entthronte Schwedin Anja Pärson, Doppel-Weltmeisterin 2007, beinahe ausschied.

Vonn macht der Freundin Mut

Riesch ärgerte sich vor allem, weil trotz der zuvor nicht sehr realistischen Chance auf eine Medaille tatsächlich eine möglich gewesen wäre.

"Ich habe einfach meine Leistung nicht abgerufen. Nach dem Fehler wollte ich es mit Gewalt ausbügeln, aber das ist schiefgegangen", berichtete sie.

Lindsey Vonn versuchte unterdessen, der Freundin, die am Donnerstag im Abfahrtstraining schwer gestürzt war, Mut zu machen: "Maria war sehr nervös wegen des Sturzes. Es war bisher nicht ihre WM. Dabei wollten wir hier beide Gold holen." Nun will Vonn vor dem Slalom am Samstag "mit Maria noch mal reden".

"Im Slalom habe ich eine verdient"

Gesprächsbedarf besteht tatsächlich - allerdings muss Maria Riesch nun vor allem die Seele gestreichelt werden. Alles andere als eine Medaille wäre nach ihren bisherigen Vorleistungen im Weltcup in der Tat eine gewaltige Enttäuschung.

"Ich habe mir gedacht, mit ein bisschen Glück kann ich es schon in der Abfahrt schaffen", bekannte die viermalige Slalom-Siegerin dieses Winters: "Aber ich glaube, im Slalom habe ich eine verdient. Doch es wird sehr schwierig."

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