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Maria Höfl-Riesch gewann in der Saison 2010/11 die Weltcup-Gesamtwertung © getty

Beim Nachtslalom in Zagreb fällt Maria Höfl-Riesch in Durchgang zwei zurück, Tina Maze aus. US-Teenie Shiffrin gewinnt überlegen.

Zagreb - Maria Höfl-Riesch blieb nur die Rolle der frustrierten Zuschauerin, als sich die erst 17 Jahre alte "Schneekönigin" Mikaela Shiffrin die Kristallkrone aufsetzte.

Platz sechs durch die Doppel-Olympiasiegerin sowie Rang 21 von Fanny Chmelar - mehr hatte die einst stolze deutsche Slalom-Großmacht am Bärenberg vor Zagreb nicht zu bieten.

"Ich bin leider von oben bis unten nie in den Rhythmus gekommen. Es wäre viel mehr drin gewesen", sagte Höfl-Riesch nach einem völlig verkorksten zweiten Lauf (DATENCENTER: Ergebnisse).

Patzer der Konkurrenz

Dass sie ihren sechsten Platz aus dem ersten Durchgang im Finale hielt, hatte die 28 Jahre alte Partenkirchnerin allein den Patzern der Konkurrenz zu verdanken.

Die Weltcup-Führende Tina Maze aus Slowenien, Zweite nach dem ersten Lauf und zuletzt sechsmal in Folge auf dem "Stockerl", schied im Finale ebenso aus wie Veronika Velez-Zuzulova (Slowakei), die die beiden letzten Weltcup-Torläufe gewonnen hatte.

Nur eine kam mit den schwierigen Bedingungen auf dem "Sljeme" rund 20 km nördlich der kroatischen Hauptstadt scheinbar spielend zurecht: Shiffrin, die ihren zweiten Weltcup-Sieg holte.

Unaufhaltsam und unnachahmlich

Vor 20.000 fanatischen Zuschauern fuhr die Amerikanerin in beiden Läufen Bestzeit. Im Finale des längsten Weltcup-Slaloms der Saison raste sie zu den Klängen von "Sexy Lady" ins Ziel - unaufhaltsam und unnachahmlich.

Frida Hansdotter aus Schweden hatte auf Platz zwei stolze 1,19 Sekunden Rückstand. Erin Mielzynski (Kanada) lag auf dem dritten Rang 1,76 Sekunden zurück, und Höfl-Riesch war unglaubliche 3,17 Sekunden langsamer (SERVICE: Alles zum Wintersport).

Höchste Siegprämie

Shiffrin, die im Dezember in Are/Schweden zum ersten Mal gewonnen hatte, sicherte sich mit 42.000 Euro die höchste Siegprämie, die im Frauen-Weltcup zu holen ist.

Höfl-Riesch musste sich mit 3500 Euro verspätetem Weihnachtsgeld begnügen. "Ich wollte in die Fußstapfen von Marlies Schild treten", sagte die völlig aufgelöste Shiffrin über die derzeit verletzte Österreicherin, die im Vorjahr in Zagreb triumphiert hatte.

"Ich wollte beweisen, dass diejenige, die nach ihr kommt, würdig ist, ihren Platz einzunehmen. Sie ist die Beste, ein Vorbild, ich habe so viel Respekt vor ihr."

Dürr scheidet aus

Viele Experten trauen Shiffrin zu, auch bei der WM in Schladming die Nachfolge von Titelverteidigerin Schild anzutreten.

Für den DSV sieht die Zukunft dagegen sehr viel weniger rosig aus. Während sich Hölfl-Rieschs Partenkirchner Klubkollegin Chmelar immerhin für ein WM-Ticket empfahl, schied Lena Dürr als 16. des ersten Laufs im Finale aus.

Christina Geiger aus Oberstdorf fädelte schon im ersten Durchgang kurz vor dem Ziel auf Top-10-Kurs ein.

Aussetzer im Steilhang

Auch Höfl-Riesch hatte bereits im ersten Lauf Probleme. Nur im Flachen fuhr sie richtig stark.

"Aber unten habe ich einen kleinen Fehler gemacht", sagte sie über ihren Aussetzer im steilen Zielhang. Zudem hatte sie auf der teils eisigen, teils von Temperaturen von bis zu sechs Grad plus aufgeweichten "Schwarzen Piste" Probleme, "die Spuren zu treffen". Das verschlimmerte sich im Finale noch.

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