vergrößernverkleinern
Aksel Lund Svindal gewann 2006/07 den Gesamt-Weltcup © getty

Der Norweger Aksel Lund Svindal gewinnt WM-Gold in der Super-Kombination. Bode Miller verschenkt den Sieg.

Val d'Isere - Aksel Lund Svindal hat die Patzer der Konkurrenten eiskalt ausgenutzt und bei der alpinen Ski-WM in Val d'Isere überraschend Gold in der Super-Kombination gewonnen.

Der Norweger wurde nach seinen beiden Erfolgen in Are 2007 zum dritten Mal Weltmeister.

Anders als bei seinen beiden Siegen in Abfahrt und Riesenslalom vor zwei Jahren war Svindal diesmal kein heißer Gold-Anwärter. Doch mit der Bestzeit in der Abfahrt legte der 26-Jährige den Grundstein zu seiner zweiten Medaille in Frankreich nach Bronze im Super-G.

"Ich dachte nur: 'Du musst das einfach runterbringen', während ich versuchte, überhaupt nicht nachzudenken. Es war sehr schwierig", sagte Svindal.

Svindal nahe am Ausscheiden

Im Finale führte lange der Franzose Julien Lizeroux, der nach der Abfahrt 22. gewesen war.

Weil zunächst der Abfahrtsvierte Jean-Baptiste Grange (Frankreich) ausschied und dann auch noch Bode Miller scheiterte, der nach der Schussfahrt nur 0,04 Sekunden hinter Svindal lag, war Lizeroux dem Gold ganz nahe.

Mit einem wilden "Ritt", bei dem er mehrmals sehr nahe am Aus vorbeischrammte, carvte Svindal aber noch auf Rang eins - 0,90 Sekunden vor Lizeroux.

Dritter wurde Natko Zrncic-Dim (Kroatien/1, 58 Sekunden zurück). Der einzige deutsche Starter, Speedspezialist Stephan Keppler belegte mit 4,82 Sekunden Rückstand Platz 20. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

In der Abfahrt hält nur Miller mit

Aksel Lund Svindal hatte die Konkurrenz schon bei der Abfahrt auf der wegen Schneefalls und schlechter Sicht um 540 Meter verkürzten Piste "Face de Bellevarde" geschockt.

In 1:30, 99 Minuten legte er eine starke Bestzeit vor, an die nur Miller annähernd heran kam. Doch der Amerikaner, gewöhnlich ein viel besserer Torläufer als Svindal, verschenkte den Sieg mit einem "Einfädler" im Mittelteil.

Tradition der Elche fortgesetzt

Vor Miller waren bereits weitere Favoriten an eigenen Fehlern oder der anspruchsvollen Piste gescheitert.

Millers Landsmann Ligety wurde nach der Abfahrt disqualifiziert, weil eine Bindungsplatte auf seinem Ski 0,15 mm zu hoch war. Raich war nach rund einer Minute Fahrzeit ausgeschieden,

Weil auch noch Ivica Kostelic (Kroatien), 2006 Olympia-Zweiter, wegen Rückenbeschwerden passen musste, war der Weg frei für Svindal. Der setzte die Tradition der "Super-Elche" Kjetil-Andre Aamodt und Lasse Kjus fort und holte das fünfte Kombi-Gold für Norwegen.

Piste in gutem Zustand

Die Veranstalter hatten vor Rennbeginn ganze Arbeit geleistet. So schafften sie drei zusätzliche Flutlichtmasten für bessere Sicht an die "Face" und brachten den über Nacht gefallenen Neuschnee von der Piste.

Um den Wettbewerb nicht zu gefährden, wurde außerdem der Start der Abfahrt von 2705 m auf 2550 m nach unten verlegt - und die Strecke somit um rund 35 Fahrsekunden verkürzt.

"Oben sind noch einmal ein, zwei Zentimeter Neuschnee gefallen. Da hätten wir nicht garantieren können, dass wir pünktlich starten. Außerdem wäre es nicht fair gewesen", sagte FIS-Renndirektor Günter Hujara.

Die Rennläufer unterstützten diese Entscheidung geschlossen und bestätigten unisono, dass die Piste sehr gut zu befahren war.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel