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Carlo Janka gewann im Dezember sein erstes Weltcup-Rennen - ebenfalls in Val d'Isere © getty

Der Schweizer Carlo Janka kürt sich zum Riesenslalom-Weltmeister. Ein Amerikaner fährt vom neunten Platz aufs Podest.

Val d'Isere - Ein Land im Glück am Freitag, dem 13.: Nur zweieinhalb Stunden, nachdem die Ärzte dem schwer gestürzten Daniel Albrecht seine völlige Genesung prophezeit hatten, durfte sich die Schweiz auch über die Goldfahrt seines Freundes freuen.

Der 22 Jahre alte Senkrechtstarter Carlo Janka dominierte am "Face de Bellevarde" in Val d'Isere die Konkurrenz und gewann nach Bronze in der Abfahrt den WM-Titel im Riesenslalom.

"Ich bin überglücklich", erklärte der Sieger und ergänzte, auch mit Albrecht werde "alles gut werden".

"Heute ist ein freudiger Tag, ein großer Tag für uns alle. Daniel ist wieder wach, er ist wieder bei uns", hatte der ehemalige Weltmeister Urs Lehmann als Präsident des Schweizer Ski-Verbandes am Mittag im Uni-Klinikum in Innsbruck mit bewegter Stimme mitgeteilt: "Wenn Daniel einen Wunsch hätte, dann den, dass ein Schweizer eine Medaille holt, nach Möglichkeit die goldene."

Als hätte er es gehört, behielt Albrechts Weltcup-Zimmerkollege Janka die Nerven und verteidigte seine Führung aus dem ersten Lauf erfolgreich. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Hatte viel Schwein"

"Der zweite Lauf war ein Riesenkampf, ich hatte viel Schwein", betonte der coole und eher schweigsame Janka, der seinem Spitznamen "Iceman" alle Ehre machte.

0,48 Sekunden lag er nach dem ersten Lauf vor der österreichischen Hoffnung Benjamin Raich, im Finale fuhr er dem Olympiasieger dann trotz eines Fehlers erneut um die Ohren: 0,71 Sekunden lag er schließlich vorne und bescherte der Schweiz nach dem Super-G-Sieg von Didier Cuche das zweite Gold dieser WM.

Rang drei belegte Kombinations-Olympiasieger Ted Ligety (USA/0,99).

Ritterschlag durch Cuche

Raich gewann immerhin die erste Medaille für die bislang arg gebeutelten österreichischen Männer bei dieser WM und die 250. für Austria insgesamt seit 1931. Doch "der Carlo", sagte er, "war heute einfach zu gut für mich". Zu gut für Raich, zu gut für alle.

"Der Carlo hat das Skifahren im Blut, der kann ein ganz großer Champion werden", sagte sein sechstplatzierter Landsmann Cuche.

Dass Janka auf dem besten Wege dorthin ist, hat er bezeichnenderweise dem 25 Jahre alten Albrecht zu verdanken, mit dem er zuletzt ein Zimmer teilte und der ihn unter seine Fittiche nahm.

Neureuther "zu vorsichtig"

Während Janka, der im Dezember 2008 auch die WM-Generalprobe auf der "Bellevarde" gewonnen hatte, das erste Riesenslalom-Gold für die Schweiz seit Michael von Grünigen 2001 in St. Anton holte, gab sich der einzige deutsche Starter schon damit zufrieden, wenigstens ins Ziel gekommen zu sein.

Felix Neureuther belegte Rang 19 (3,84 zurück), nachdem er bei seinen vorangegangenen 12 Weltcup-Starts im Riesenslalom stets ausgeschieden war. "Einerseits bin ich zufrieden, andererseits bin ich fast zu vorsichtig gefahren. Es wäre schon noch um einiges schneller gegangen", sagte der Partenkirchner.

Hoffnung ruht auf dem Slalom

Neureuther fuhr immerhin den zweitbesten Riesenslalom seiner Karriere. Vor allem aber war er im Hinblick auf den WM-Slalom am Sonntag (10 Uhr LIVE) froh, nicht schon wieder ausgeschieden zu sein - in seiner Spezialdisziplin hatte er die vier vorangegangenen Rennen im Weltcup nicht beendet.

"Das ist ein ordentlicher WM-Einstand. Das hilft mir auch für den Slalom", sagte der 24-Jährige.

Die "Probefahrt" auf der "Bellevarde" wertete er auch deshalb als Erfolg, weil er das Gelände nun schon einmal befahren konnte: "Da weiß man, was einen erwartet."

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