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So darf der Jubel nach dem Slalom wieder aussehen: Maria Riesch (r.) herzt Kathrin Hölzl © getty

Kathrin Hölzls Sensationssieg nimmt den Erfolgsdruck von der Teamleaderin: Maria Riesch geht als Favoritin in den WM-Slalom.

Val d'Isere - Als für die neue Weltmeisterin Kathrin Hölzl die Nationalhymne gespielt wurde, blickte Maria Riesch versonnen zu ihrer Freundin aufs Siegerpodest.

"Ich hab mich so gefreut, ich hatte eine Gänsehaut", berichtete Riesch anschließend ergriffen.

Hölzls Sieg hat die Alpinsparte des Deutschen Skiverbandes (DSV) aus der schlimmsten Krise ihrer Geschichte erlöst - und Maria Riesch vor dem wichtigsten Rennen ihrer Karriere (Der WM-Slalom am Samstag, ab 10 Uhr LIVE ) vom Erwartungsdruck befreit.

Riesch enorm erleichtert

"Alle haben sich so brutal für mich gefreut, besonders Maria. Da ist bei ihr auch Druck abgefallen. Jetzt ist die lang ersehnte Medaille für das Team endlich da, das macht es für Maria im Slalom leichter", sagte Kathrin Hölzl über ihre Mannschaftskollegin.

Die kam als einzige Gold-Hoffnung des DSV nach Val d'Isere, konnte die Erwartungen bei ihren bislang vier Rennen aber nicht erfüllen.

Wie groß Rieschs Erleichterung über Hölzls Coup (DSV feiert Hölzls Sensationsgold) ist, war schon im Augenblick des Triumphes deutlich zu sehen.

Freudentanz im Zielraum

Riesch schrie, sprang auf ihre fast 20 Zentimeter kleinere Freundin und riss sie im Stile eines Footballers zu Boden 67524(Sport1.de zeigt die Jubel-Bilder).

Danach nahm sie Hölzl auf die Schultern und trug sie durch den Zielraum. Und am Abend bei der Siegerehrung hüpfte und lachte sie wie ein reich beschenktes Kind an Weihnachten.

"Endlich die Medaille"

"Das ist der absolute Hammer, ein Wahnsinn! Endlich haben wir die Medaille", sagte Riesch. Natürlich mache Hölzls Gold für sie vieles einfacher, meinte sie weiter, über den Slalom am Samstag sprach sie nicht direkt.

Doch Riesch weiß, dass die Voraussetzungen für einen eigenen Titel besser nicht sein könnten: Der Druck ist weg, die Form stimmt und die größte Konkurrentin Lindsey Vonn ist angeschlagen.

Mit der Amerikanerin hat sich Riesch im Slalom-Weltcup packende Zweikämpfe geliefert. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Seriensiegerin Riesch

Vonn gewann den ersten Torlauf der Saison und die Generalprobe in Garmisch-Partenkirchen, Maria Riesch entschied von Mitte Dezember bis Mitte Januar vier Slaloms in Serie für sich.

Die Dominanz der beiden Freundinnen durchbrach nur die tschechische Weltmeisterin Sarka Zahrobska Ende November in Aspen.

Doch Vonn hat sich nach ihrem WM-Sieg in der Abfahrt, ihrem zweiten nach dem Super-G zum Auftakt, an einer Champagnerflasche die Sehne im rechten Daumen durchtrennt.

Vonn "ein Tollpatsch"

"Ich bin ein Tollpatsch", sagte sie. Favoritin für den Slalom sei nun ihre Freundin Maria, ergänzte Vonn, die starke Schmerzen hat und kaum einen Skistock halten kann.

Favoritin? Dieses Wort hört Maria Riesch nicht gern (Nächste Enttäuschung für Riesch).

Besonders dann nicht, wenn es im Zusammenhang mit ihrem Namen und einem Rennen genannt wird. Kathrin Hölzl hat das jedoch etwas verändert.

Befreiungsschlag für die ganze Mannschaft

"Katis Medaille war ein Befreiungsschlag für die ganze Mannschaft, speziell für die Maria", meinte Cheftrainer Mathias Berthold. Und mit einem wissenden Lächeln fügte er hinzu: "Am Samstag werden wir gut sein."

Wir, das sind neben Maria Riesch deren Schwester Susanne, Hölzl und Fanny Chmelar.

Hölzl betonte, dass sie "im Slalom in die Top ten" wolle: "Mit der Maria kann ich mich nicht messen, daran ändert meine Goldmedaille nichts. Sie bleibt die Teamleaderin."

Eine Anführerin ohne Druck - dank Kathrin Hölzl.

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