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Tina Maze holte sich bei der WM in Schladming den Titel im Super-G © getty

Beim Skiweltcup in Garmisch geht eine anonyme Morddrohung gegen Tina Maze ein. Die Slowenin versucht den Vorfall wegzulachen.

Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Rainer Nachtwey

Garmisch-Partenkirchen - Geduldig antwortete Tina Maze auf die Fragen der Journalisten.

Doch diesmal stand nicht die sportliche Leistung der dominierenden Skiläuferin des Winters im Mittelpunkt, die beim Super G in Garmisch-Partenkirchen mit Platz vier erstmals am Wochenende das Podest verpasst hatte.

Eine Morddrohung gegen sie war beim Skiclub Garmisch eingegangen und hatte die Slowenin und ihr Team sowie das Organisationskomitee um OK-Chef Peter Fischer in Aufregung versetzt

E-Mail an Veranstalter

"Wir haben am Samstagnachmittag eine E-Mail von Unbekannt mit ernstzunehmenden Drohungen erhalten", sagte Fischer, wollte auf den genauen Inhalt aber nicht eingehen. Das Schreiben selbst habe Maze nicht gelesen.(DATENCENTER: Wintersport)

Diese sei sofort an die Polizei übergeben worden, die weitere Maßnahmen in Absprache mit Maze und ihrem Team vornahm.

So begleiteten seit Samstagabend drei Zivilbeamte die bereits als Gesamtweltcupsiegerin feststehende Maze rund um die Uhr. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen, woher das Schreiben kommt, ist noch nicht bekannt.(DATENCENTER: Wintersport)

Maze will in Garmisch trainieren

Zwar war Maze nach dem Rennen am Sonntag etwas Unbehagen anzumerken, dennoch versuchte sie es wegzulächeln. "Ich habe mich noch nie so sicher gefühlt", meinte die 29-Jährige schmunzelnd.

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So ganz gelang es ihr dann aber nicht. Von der Drohung fühlte sie sich beeinflusst.

"Das ist nicht schön für mich und mein Team. Es ist nicht einfach, wenn du das Gefühl hast, dass etwas passieren kann", sagte die Slowenin, die nach dem Renn-Wochenende trotzdem an ihren Plänen festhält, in Garmisch für den kommenden Weltcup in Ofterschwang zu trainieren.

Höfl-Riesch geschockt

Auch die Konkurrenz zeigte sich ob der Morddrohung geschockt. "Das ist schon brutal", meinte Maria Höfl-Riesch.

Auf Mazes Rekordwochenende lag dadurch ein Schatten. Die ?Spinnerei?, wie sie den Vorfall bezeichnete, habe ihr den Rekordtag ruiniert: ?Das sollte nicht dazugehören. Aber so ist das Leben."

Am Samstag hatte die Slowenin mit ihrem Sieg in der Abfahrt und den daraus resultierenden 2024 Punkten den Bestwert von Hermann Maier aus dem Jahr 2000 gebrochen.

Maze gibt sich weiter kämpferisch. "Die Leute wollen dich zerstören, aber das schaffen sie nicht."