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Felix Neureuther wurde 2005 in Bormio Weltmeister im Teamwettbewerb © getty

Felix Neureuther kämpft im WM-Slalom von Val d'Isere ums Podium. Auch ein "Rohdiamant" hat mittlerweile die Kurve bekommen

Val d'Isere - Stefan Kogler ist schon einmal Weltmeister gewesen. 2001 im Slalom bei den Junioren.

Gewonnen hat er damals unter anderem gegen Felix Neureuther, und mitgefahren sind heute so gestandene Ski-Rennläufer wie Aksel Lund Svindal oder Manfred Mölgg, oder der gerade aus seinem künstlichen Tiefschlaf erwachte Schweizer Daniel Albrecht.

Nach jenem Glückstag am 8. Februar 2001 in Verbier in der Schweiz ist die Karriere von Stefan Kogler allerdings völlig anders verlaufen, als die der damaligen Konkurrenz.

Aksel Lund Svindal und Daniel Albrecht zum Beispiel sind bei den "Großen" Weltmeister geworden, Manfred Mölgg gewann vergangene Saison die Weltcup-Wertung im Slalom (Albrechts "neue Geburt").

"Ich habe mich zufrieden gegeben"

Felix Neureuther, drei Jahre jünger als Kogler, hat es immerhin zum besten deutschen Rennläufer mit der Aussicht auf Großtaten gebracht.

Und Kogler? Gibt sich in erster Linie selbst die Schuld, dass er Jahre seiner Ski-Karriere verloren hat: "Nach der Junioren-WM war alles toll. Ich habe mich zu leicht damit zufrieden gegeben." ad

Der Weltmeister vom Ski-Klub des Doppel-Olympiasiegers Markus Wasmeier (SC Schliersee) ist nach sieben verlorenen Jahren zum ersten Mal bei einer "richtigen" WM (WM-Ergebnisse).

Neureuther bereits bei seiner vierten: Er hat einmal sensationell Gold gewonnen, 2005 im neu geschaffenen Team-Wettbewerb. Und 2007 in Are war er im Slalom Zweiter - nach dem ersten Lauf. Im zweiten fuhr er brillant, hatte eine hervorragende Zwischenzeit - und schied aus. Selten war er so nahe am Sieg wie damals. Nun steht der WM-Slalom in Val d'Isere an (Sonntag, 10 Uhr LIVE).

In Neureuthers Schatten

Seit Neureuther 2003 in St. Moritz mit Laufbestzeit im zweiten Lauf und einem Sprung von Rang 30 auf 15 verblüffte, ist es ihm bei Großereignissen nicht gut gegangen, Team-Gold in Bormio mal ausgenommen.

Der 15. Rang damals in St. Moritz ist nach wie vor sein bestes Resultat bei einer WM oder Olympischen Spielen. Zweimal war er im Weltcup Zweiter, dreimal Dritter. Aber noch ist Neureuther ein großes Versprechen, das sich nicht erfüllt. Oft war er nahe dran, aber knapp vorbei ist auch daneben.

Ernüchternde Bilanz

In diesem Winter lag Neureuther ziemlich oft ziemlich weit daneben. Ein Sieg beim Show-Rennen in Moskau, Dritter beim Weltcup in Adelboden, einmal auf Rang 20 beim Weltcup in Zagreb. Ansonsten: null Punkte in den fünf weiteren Weltcup-Slaloms, zuletzt viermal hintereinander ausgeschieden in der Spezialdisziplin.

Dazu hat Neureuther vor der WM bei einem Trainingssturz fast noch den Kiefer gebrochen. Er steckt in einer Krise, aber er sagt: "Ich werde jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken." Oder in den Schnee.

Die Bretter sind schuld

Man kann die Sache ja auch positiv sehen, sagt Neureuther. "Ich habe nichts zu verlieren. Ich kann befreit losfahren und hoffe, dass ich für eine Überraschung sorgen kann" (DSV feiert Hölzls Sensationsgold).

Endlich glaubt er auch, ein anständiges Paar Skier gefunden zu haben. Seit Saisonbeginn hat der 24-Jährige mit Trainern und Serviceleuten getestet, der Fehler lag irgendwo im Detail, bei Dutzenden von Brettern. "

Jetzt habe ich einen, der fehlerverzeihender ist", sagt Neureuther zufrieden. Die "Top fünf sind drin", sagt Trainer Mario Weinhandl.

Der Junge mit der Gitarre

Stefan Kogler hat nach vielen vergeudeten Jahren im Juni 2007 die Kurve bekommen. Er engagierte einen Privattrainer, kämpfte sich anschließend durch den Europacup und war dort so gut, dass er im März 2008 auf Platz drei der Slalom-Gesamtwertung landete.

Damit erhielt er ein persönliches Startrecht für den Weltcup. Dort kann er aus diesem Winter die Ränge 16 und 18 vorweisen, ist aber auch schon seit sechs Rennen ohne Punkte. "Ich wollte nach dem guten Anfang ein bisschern mehr, vielleicht habe ich überzogen", sagt er.

Kogler hat freilich schon einmal die Kurve bekommen. Aus dem deutschen Team ist der 193 Zentimeter lange Schlaks seit dieser WM ohnehin nicht mehr wegzudenken: als Entertainer mit der Gitarre.

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