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Maria Riesch gewann in dieser Saison vier Weltcup-Slaloms in Folge © getty

Im WM-Slalom von Val d'Isere gelingt Maria Riesch der große Befreiungsschlag: Die Partenkirchenerin holt die ersehnte Medaille.

Val d'Isere - Mit einem Traumlauf wie aus dem Ski-Lehrbuch ist Maria Riesch in die Spuren von "Gold-Rosi" Mittermaier gefahren.

Die 24 Jahre alte Partenkirchnerin gewann in Val d'Isere als erste Deutsche seit Rosi Mittermaier 1976 WM-Gold im Slalom und bescherte dem DSV damit bereits den zweiten Titel bei den Wettkämpfen in Frankreich.

"Wahnsinn, ich kann das selbst gar nicht begreifen. Nach dem ersten Lauf hätte ich das gar nicht mehr für möglich gehalten. Ich bin Weltmeisterin, das ist der Hammer", sagte Maria Riesch.

Nur von Platz sechs war die große Favoritin ins Finale gegangen. Doch dort legte sie die beste Laufzeit vor - und die Konkurrenz biss sich an dieser Vorgabe gleich reihenweise die Zähne aus.

Führungstrio scheidet aus

Titelverteidigerin Sarka Zahrobska (Tschechien) rettete 0,77 Sekunden hinter Riesch wenigstens noch Silber. Doch sowohl Sandrine Aubert (Frankreich) als auch Doppel-Weltmeisterin Lindsey Vonn und die zunächst führende Italienerin Manuela Mölgg schieden aus - und Riesch hatte Gold.

"Da fällt mir nichts mehr ein. Das ist ein Märchen. Marias zweiter Lauf war allerhöchste sportliche Klasse", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier, der nach Kathrin Hölzl im Riesenslalom seine zweite Weltmeisterin feiern durfte.

Auf den Spuren von Mittermaier und Cranz

Hölzl war am Donnerstag die erste deutsche WM-Siegerin in ihrer Spezialdisziplin seit Maria Epple 1978.

Wer eine Vergleichsgröße für Riesch finden will, muss in den Geschichtsbüchern noch etwas weiter zurückblättern: 1976 gewann Rosi Mittermaier in Innsbruck im Slalom Olympia-Gold, was damals noch gleichbedeutend mit dem WM-Titel war.

Die letzte "echte" deutsche Weltmeisterin war die legendäre Christl Cranz 1939 in Zakopane, als bislang einzige nach Mittermaier hatte Hilde Gerg 1998 bei Olympia in Nagano Slalom-Gold gewonnen.

Zuvor WM der Enttäuschungen

"Das ist unglaublich. Ich musste so lange zittern, bis all die anderen im Ziel waren. Aber ich habe nicht nur mit Glück gewonnen", sagte Riesch.

Für die deutsche Vorzeige-Skifahrerin war die WM zuvor eine einzige Enttäuschung. Nur als Vierte in der Super-Kombination kam sie in die Nähe der angestrebten Medaille.

"Es gab Momente, in denen ich gezweifelt habe", gab sie nach ihrem Triumph zu.

Ausgangsposition perfekt genutzt

Nach vier Weltcup-Siegen in sieben Rennen war sie als Favoritin ins Rennen gegangen, doch Hölzls Sieg hatte ihr den Druck genommen, der sie zuvor immer gelähmt hatte.

Dennoch war Rieschs erster Lauf "sicher nicht perfekt", wie sie später zugab, "aber eine sehr gute Ausgangsposition, um anzugreifen". Das tat sie - und wie!

"Ich bin total leer. Den ganzen Tag war ich total angespannt, weil jeder von Maria eine Medaille, ja sogar Gold erwartet hat. In dieser Situation so einen Lauf hinunterzubringen, ist unglaublich", sagte Cheftrainer Mathias Berthold.

Chmelar überrascht als Achte

Er durfte sich zudem über den achten Platz von Fanny Chmelar freuen, die zuvor in einem Slalom noch nie so gut war.

Hölzl wurde 18., Rieschs jüngere Schwester Susanne schied im ersten Lauf aus. Sie freute sich aber genauso mit ihrer Schwester, wie der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der auf der Zuschauertribüne höflich applaudierte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich wollte hier eine Medaille"

Vor dem Rennen war viel von Druck die Rede. "Katys Goldmedaille war sehr wichtig", hatte Maria Riesch gesagt. Wichtig für das Team, das nach der Durststrecke von 52 Einzel-Wettbewerben endlich wieder etwas zu feiern hatte. Und wichtig für Riesch selbst, die sich nun nicht mehr so in der Pflicht sah, die Mannschaft alleine retten zu müssen.

"Aber meine eigenen Erwartungen waren danach nicht gesunken. Ich wollte hier eine Medaille", sagte Riesch - und sie bekam Gold.

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