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Lindsey Vonn gewinnt zum sechsten Mal in Folge die Abfahrtswertung © getty

Die verletzte Vonn ist Gesamtsiegerin in der Abfahrt, weil das Finale abgesagt wird. Riesch gratuliert - erinnert aber an 2011.

Lenzerheide/München - Maria Höfl-Riesch ging es diesmal so ähnlich wie Lindsey Vonn vor zwei Jahren.

Eine wetterbedingte Absage der Abfahrt beim Weltcup-Finale der alpinen Ski-Rennläufer in Lenzerheide/Schweiz hat Höfl-Riesch die Chance auf den Disziplinweltcup gekostet und der verletzten Vonn in Abwesenheit die kleine Kristallkugel beschert.

2011 war Vonn in Tränen ausgebrochen, als Höfl-Riesch wegen des ausgefallenen Riesenslaloms den Gesamtweltcup um die Winzigkeit von drei Punkten für sich entschieden hatte - eine schwere Krise in der gemeinsamen Freundschaft folgte.

Nebel stoppt Höfl-Riesch

Anhaltender Nebel nahm der Doppel-Olympiasiegerin aus Partenkirchen die Gelegenheit, nach ihren starken Trainingseindrücken die 68 Punkte Rückstand auf ihre Freundin noch aufzuholen.

Vonn (28), die sich nach ihrem schweren Sturz bei der WM in der Rehabilitation befindet, gewann mit einem Punkt vor Gesamtweltcupsiegerin Tina Maze aus Slowenien.

"Glückwunsch an Lindsey zur Abfahrtskugel", twitterte Höfl-Riesch - und machte noch einmal auf die Ereignisse von 2011 aufmerksam: "Jetzt weißt du, wie ich mich vor zwei Jahren gefühlt habe".

Über die sozialen Medien kommentierte auch die Amerikanerin selbst ihren Triumph in Abwesenheit: "Ich habe die Abfahrtswertung gewonnen! Zum sechsten Mal in Folge und mit einem kaputten Knie. Im Leben kommt eben alles zurück." Dahinter folgte als Hashtag: "#einbeinigersiegestanz".

Die knapp besiegte Maze zeigte sich - ebenso via Twitter - gönnerhaft: "Ich schätze, der Abfahrts-Weltcup gehört jemand anderem. Glückwunsch, Lindsey!" An Vonn wie Höfl-Riesch richtete Maze noch den vieldeutigen Sinnspruch: "Alles kommt irgendwann zurück."

Svindal triumphiert vor Kröll

Bei den Männern holte der Norweger Aksel Lund Svindal den Abfahrtsweltcup mit klarem Abstand vor dem Österreicher Klaus Kröll.

Kein deutscher Abfahrer kam in der Königsdisziplin unter die besten 30. Insgesamt neun Mal war der Start der beiden Abfahrten verschoben worden, bevor nach stundenlangem Abwarten die endgültige Absage erfolgte.

Beim Weltcup-Finale werden ausgefallene Wettbewerbe nicht mehr nachgeholt.

Auch Maze verpasst historische Chance

Neben Höfl-Riesch war auch die in diesem Jahr überragende Maze eine Leidtragende des nebelbedingten Ausfalls.

Der 29-Jährigen entging dadurch die Chance, neben der Gesamtwertung auch alle alpinen Disziplinen zu gewinnen.

Es wäre ein historisch einmaliger Erfolg für Maze gewesen, die bereits die Riesenslalomkugel geholt hatte und ins Weltcupfinale als Führende im Super-G und Slalom ging.

Hirscher vor Gesamtweltcup-Sieg

Bei den Männern ist nach dem Rennausfall vom Mittwoch dem Österreicher Marcel Hirscher (1375 Punkte) kaum noch der Gesamtweltcup zu nehmen. Der 30-jährige Svindal (1226 Punkte), der Hirscher als Einziger abfangen könnte, konnte keinen Boden gutmachen und hat im Super-G und Riesenslalom nur noch zwei realistische Gelegenheiten.

"Ich werde nicht aufgeben", sagte Svindal dennoch kämpferisch. Der 24-jährige Hirscher würde seinen Triumph aus dem Vorjahr wiederholen.

Neureuther vor Super-G-Premiere

Beim Super-G der Männer will am Donnerstag (9.30 Uhr) auch Felix Neureuther an den Start gehen. Erstmals seit 2008 wagt sich der 28-Jährige an eine Speed-Disziplin, um im Gesamtweltcup die 74 Punkte auf den drittplatzierten Ted Ligety (USA) aufzuholen.

Neureuther wäre der erste Deutsche seit Markus Wasmeier vor 26 Jahren, der im Gesamtweltcup auf das Podium käme.

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