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Maria Riesch holte den ersten deutschen Slalom-WM-Titel seit 32 Jahren © getty

Im letzten WM-Wettbewerb fährt Maria Riesch doch noch zu Gold. Im Interview schildert sie ihre Emotionen.

Val d'Isere - Maria Riesch stand kurz davor, zur großen WM-Verliererin abgestempelt zu werden.

In den ersten vier Rennen verpasste Deutschlands Top-Skifahrerin jeweils die Medaillen. Doch im allerletzten Rennen gelang ihr die Wende. Im Slalom fuhr die 24-Jährige von Rang sechs im ersten Durchgang noch zu Gold und bescherte dem DSv damit den zweiten Titel bei dieser WM.(DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Im Interview schildert Maria Riesch das Auf und Ab der Emotionen, das sie während der WM erlebte. Außerdem spricht sie über ihre Freundschaft zu Katy Hölzl und ihre weiteren Saisonziele.

Frage: "Maria Riesch, nach vier Enttäuschungen in vier Rennen haben Sie endlich Ihre WM-Medaille, dazu noch aus Gold ..."

Maria Riesch: "Das ist eine riesige Erleichterung, da sind ganze Felsbrocken runtergepurzelt. Das waren zwei schwere Wochen für mich. Ich hatte Momente, in denen ich gezweifelt habe und psychisch völlig platt war. Der Druck war groß, es gab ja Zeitungen, die geschrieben haben, dass ich hier vier Medaillen hole. Nach dem Riesenslalom war ich dann am Tiefpunkt und habe selbst nicht mehr an eine Medaille geglaubt. Aber ich bin wieder aufgestanden."

Frage: "Hat Sie die unerwartete Goldmedaille von Kathrin Hölzl im Riesenslalom eher gehemmt oder beflügelt?"

Riesch: "Das war eher Motivation und hat mir den Druck erstmal genommen. Das hat mir sehr geholfen für den Slalom. Aber ich wollte auch eine Medaille für mich gewinnen. Der eigene Erwartungsdruck war deshalb nach wie vor groß."

Frage: "Sie und Katy Hölzl sind Freundinnen. Ist da geteilte Freude doppelte Freude?"

Riesch: "Es ist mir nicht schwer gefallen, mich mit Katy zu freuen. Umso brutaler ist es, dass ich jetzt noch nachgelegt habe. Sie hat mir vor dem Rennen noch gesagt, dass ich es ihr nachmachen werde. Aber sie hat das nicht so richtig ernst gemeint. Irgendwie habe ich ja selbst nicht mehr richtig dran geglaubt."

Frage: "Vor allem, als Sie nach dem ersten Lauf nur Sechste waren?"

Riesch: "Ja, das Rennen war verdammt hart. Ich hatte zwar eine gute Ausgangsposition, aber dass es noch zu Gold reicht - Wahnsinn! Das ist völlig unglaublich, ein Traum. Ich musste so lange zittern, bis alle anderen im Ziel waren. Ich bin Weltmeisterin, das ist echt der Hammer. Ich kann das selbst nicht begreifen. Das ist sportlich der schönste Tag meines Lebens."

Frage: "Wie geht es nun für Sie weiter?"

Riesch: "Wir haben in dieser Saison sicher noch einiges vor. Es gibt noch sehr viel zu gewinnen in diesem Winter. Wir werden uns zusammenreißen und versuchen, noch etwas zu holen.

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