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Gins Stecherts bestes Resultat war bislang Platz vier in der Abfahrt von Lake Louise © getty

Gina Stechert gewinnt in Tarvisio sensationell ihren ersten Weltcup. Um einen Wimpernschlag verdrängt sie die Top-Favoritin.

Tarvisio - Die jüngsten Erfolge von Maria Riesch haben offensichtlich auch ihre bisweilige Zimmergenossin beflügelt.

Im italienischen Tarvisio fuhr Gina Stechert aus Oberstdorf knapp zwei Wochen nach der Abfahrt bei der WM in Val d'Isere das Rennen ihres Lebens.

Zum ersten Mal stand die 21 Jahre alte Allgäuerin im Weltcup ganz oben auf dem Siegerpodest, überraschend und mit lediglich einer Hundertstelsekunde Vorsprung besiegte sie dabei sogar Lindsey Vonn, amtierende Weltmeisterin in der Abfahrt. Maria Riesch wurde Zehnte.

Husarenritt der Nummer 5

"Es ist super gegangen, ich hab vollen Spaß gehabt und mich super gefühlt. Ich hab mir bei Lindseys Fahrt nicht gedacht, dass es sich ausgeht - es ist Wahnsinn", sagte Stechert, die lange auf ihren ersten Sieg warten musste.

Mit Startnummer fünf hatte sie eine Zeit von 1:59,94 Sekunden auf der immerhin 3,3 Kilometer langen Pista Di Prompeo vorgelegt.

Erst als rund 25 Minuten später Lindsey Vonn nur knapp zu langsam war, durfte sie an ihren ersten Weltcup-Erfolg im 48. Weltcup-Rennen denken.

Vonn nun 213 Punkte vorn

"Diese eine Hundertstel ist ein bisschen schwierig zu nehmen. Ich habe gekämpft - für die ersten Nummern war die Piste aber noch etwas schneller", erklärte Abfahrts- und Super-G-Weltmeisterin Vonn.

Die Amerikanerin stand aber auch bei der vierten Weltcup-Abfahrt des Winters auf dem Siegertreppchen und baute ihren Vorsprung vor Maria Riesch im Gesamtweltcup wieder aus, er beträgt nun 213 Punkte.

Auch im Abfahrtsweltcup liegt Vonn weiter vorne. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Zuvor erst dreimal in den Top Ten

Gina Stechert, die an sogenannten "Speed"-Wochenenden das Doppelzimmer mit Maria Riesch teilt, war bei ihren vorangegangenen 47 Weltcup-Einsätzen nicht groß in Erscheinung getreten.

Cheftrainer Mathias Berthold bezeichnet sie zwar als eine "wilde Henne", dennoch hatte sie bisher nur drei Top-Ten-Ränge vorzuweisen, darunter einen vierten Rang im Dezember 2008 bei der Abfahrt in Lake Louise.

Bei der WM war Stechert weit unter ihren Möglichkeiten geblieben: Rang 12 in der Super-Kombination, Rang 26 in der Abfahrt.

Vierter deutscher Sieg nacheinander

Dank Stecherts Sieg sind die deutschen Ski-Rennläuferinnen nun schon seit vier Rennen unbesiegt: Ihrem Überraschungserfolg gingen die Goldfahrten von Kathrin Hölzl aus Bischofswiesen (Riesenslalom) und Maria Riesch (Slalom) bei der WM in Val d'Isere voraus, noch am Vortag hatte Maria Riesch außerdem die Super-Kombination in Tarvisio gewonnen (Riesch super in der Super-Kombi).

Dass es bei der Abfahrt nicht so klappte, störte sie nicht weiter: "Nachdem eine Teamkollegin von mir gewonnen hat, ist mir das wurscht."

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