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Vereint im Jubel: Kathrin Hölzl (l.) wird nach ihrem WM-Triumph von Maria Riesch geherzt © getty

Das Heimspiel in Ofterschwang steht im Zeichen der Weltmeisterinnen Riesch und Hölzl. Die wollen sportlich nochmal überzeugen.

Ofterschwang - Die Gemeinde Ofterschwang im schwäbischen Landkreis Oberallgäu ist das, was man gemeinhin beschaulich nennt.

Doch wenn ab Freitag der alpine Ski-Weltcup im äußersten Süden der Republik gastiert (ab 10 Uhr LIVE), legt sich ein weltmeisterlicher Glanz über den 2000-Seelen-Ort:

Die "Golden Girls" Maria Riesch und Kathrin Hölzl peilen am Ofterschwanger Horn den ersten Heimsieg einer deutschen Ski-Rennläuferin seit über 14 Jahren an.

Der Vorverkauf boomt

"Wir lieben die familiäre Atmosphäre in Ofterschwang", sagt Kathrin Hölzl. Doch familiär war gestern, Weltmeisterinnen-Hype ist heute.

Obwohl das Wetter mit leichtem Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht mitspielen wird, werden 10.000 Zuschauer erwartet. Der Vorverkauf lief noch nie so gut wie in Erwartung der Weltmeisterinnen.

"Das werden tolle Rennen", glaubt Maria Riesch.

Riesch will die Slalom-Kugel

Für Riesch geht es am Samstag in ihrer Spezialdisziplin Slalom auch um den Sieg in der Disziplinwertung. Die 24-Jährige führt zwei Rennen vor Saisonende mit 140 Punkten Vorsprung vor ihrer Freundin Lindsey Vonn und kann sich in Ofterschwang als erste Deutsche seit Rosi Mittermaier 1976 die kleine Kristallkugel im Slalom sichern.(DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse)

"Im Gesamtweltcup ist Lindsey nicht mehr einzuholen. Deshalb ist die Slalom-Kugel mein letztes großes Ziel in dieser Saison. Ich bin gut drauf, die Chancen stehen gut", sagt die Weltmeisterin von Val d'Isere.

Vier von sieben Weltcup-Slaloms hat sie gewonnen, doch "die Kugel einfach so abholen, das geht nicht", warnt Alpindirektor Wolfgang Maier. Vonn sieht Maria Riesch jedoch "ganz klar" in der Favoritenrolle. "Sie ist eine Bank", sagt die Amerikanerin.

Ofterschwang kein gutes Pflaster

Das konnte man von deutschen Rennläuferinnen in Ofterschwang bisher nicht behaupten. Seit Januar 2001 wurden dort sechs Rennen gefahren, noch nie stand eine Deutsche auf dem Podest.

Der letzte Heimsieg datiert vom 15. Januar 1995, als Martina Ertl den Slalom in Garmisch gewann.

Neben Riesch macht sich auch Hölzl Hoffnungen, die schwarze Serie beenden zu können - obwohl die Weltmeisterin im Riesenslalom noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen hat.

Hölzl will Achtubgserfolg

"Ich hoffe, dass das ewige Auf und Ab in dieser Saison mit dem Erfolg bei der WM der Vergangenheit angehört und ich konstant vorne dabei bleibe", sagt die 24-Jährige. Die Voraussetzungen für weitere Achtungserfolge seien gut, meint Hölzl:

"Ich habe Gold und kann die Saison eigentlich locker zu Ende fahren." (Kathrin Hölzl im Sport1.de-Interview)

Rebensburg als drittes "Golden Girl"

In Viktoria Rebensburg hat der Deutsche Skiverband (DSV) am Freitag beim Riesenslalom eine weitere Podiumskandidatin am Start.

Die 19-Jährige komplettiert das goldene Trio, hat sie doch bei der Junioren-WM in Garmisch in dieser Woche den Riesenslalom und den Super-G gewonnen. In Val d'Isere war sie nach dem ersten Durchgang Dritte, fiel dann aber auf Platz neun zurück.

"Nach der WM war ich sauer auf mich selbst und brauchte Zeit, um das zu verdauen. Es war wichtig zu sehen, dass es nicht immer aufwärts geht. Ich bin aber gestärkt da herausgekommen", sagt die Abiturientin: "Jetzt ist alles möglich."

Sogar der erste Heimsieg seit über 14 Jahren.

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