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Maria Riesch wurde in der Vorsaison nur Achte im Slalom-Weltcup © getty

Nach 33 Jahren geht der Slalom-Weltcup wieder an eine Deutsche: Maria Riesch profitiert in Ofterschwang von Lindsey Vonns Pech.

Ofterschwang - Es war ein historischer Triumph, doch Maria Riesch konnte sich zunächst gar nicht richtig freuen.

Die 24 Jahre alte Slalom-Weltmeisterin, die am Freitag beim Riesenslalom nur 22. geworden war (Rebensburg stiehlt Hölzl und Riesch die Show), gewann beim Heimrennen in Ofterschwang als erste Deutsche seit "Gold-Rosi" Mittermaier 1976 den Slalom-Weltcup - weil ihre Freundin Lindsey Vonn (USA) kurz vor dem Ziel ausschied.

"Es wäre schöner gewesen, wenn die Entscheidung auf sportlichem Wege gefallen wäre", sagte Riesch, ehe sie begriff, was ihr gelungen war.

Premiere für Aubert

Wie Mittermaier vor 33 Jahren gewann Maria Riesch Slalom-Gold und die Weltcup-Disziplinwertung in einer Saison.

Drei Wochen nach ihrem Triumph bei den Titelkämpfen in Val d'Isere reichte ihr beim ersten Weltcup-Sieg der Französin Sandrine Aubert Platz fünf, um als insgesamt dritte Deutsche nach Mittermaier und Christa Zechmeister (1974) die kleine Kristallkugel der Slalom-Besten zu gewinnen.

"Ich will mich darüber jetzt nicht total offensiv freuen, weil Lindsey ausgescheiden ist. Es ist schade für sie, aber sie gewinnt in diesem Jahr einige andere Kugeln, da kann sie mir die im Slalom überlassen", sagte Riesch.

Kein Zittern in Are

Vonn steht dicht vor der Wiederholung ihres Vorjahressieges im Gesamtweltcup, wo sie vier Rennen vor dem Saisonende nun noch 369 Punkte Vorsprung auf die Zweite Riesch hat.

Die Abfahrtskugel hat Vonn bereits sicher, und auch im Super-G hat sie als Zweite hinter Fabienne Suter (Schweiz) noch beste Chancen.

Während Vonn der verlorenen Kugel nachtrauerte, war Riesch, die geschwächt von einer Erkältung gestartet war, "froh, dass ich beim Weltcup-Finale nicht mehr zittern muss". Im schwedischen Are werden ab Mittwoch die letzten vier Rennen des WM-Winters gefahren.

Susanne Riesch auf dem sechsten Platz

Als Riesch im zweiten Lauf von Ofterschwang als zunächst Dritte ins Ziel gekommen war, "hatte ich mich schon mit einem Kampf in Are abgefunden" - denn noch fünf Läuferinnen standen oben. Doch nur noch zwei waren schneller, und die Führende Vonn schied sogar aus.

Das starke deutsche Teamergebnis im dichten Schneetreiben am Ofterschwanger Horn komplettierten sechs weitere Fahrerinnen in den Punkterängen.

Rieschs jüngere Schwester Susanne, Fanny Chmelar, Nina Perner, Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl (Kathrin Hölzl im Sport1.de-Interview), Monika Bergmann und Christina Geiger (Oberstdorf) kamen auf die Plätze sechs, zehn, 14, 16, 18 und 22.

"Die beste Slalom-Nation der Welt "

Bergmann gab nach dem Rennen nach fast 13 Jahren im Weltcup ihren Abschied vom Skizirkus bekannt.

Cheftrainer Mathias Berthold freute sich über "die beste Nation der Welt im Slalom" - mit Maria Riesch an der Spitze.

Für Riesch war es nach den Gesamtsiegen im Super-G und in der Super-Kombination im vergangenen Winter bereits der dritte Kristall-Coup. "Ich hatte nie Zweifel, dass sie es schafft", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier.

Foto-Finish zeichnet sich ab

Die hegte auch Klaus Kröll nicht, der im norwegischen Kvitfjell vor seinem Landsmann Michael Walchhofer im zarten Alter von 28 zum ersten Mal eine Abfahrt gewann. Damit kommt der beste Abfahrer auch in diesem Winter aus der Alpenrepublik. Walchhofer

hat jetzt einen Vorsprung von 75 Punkten auf Kröll. Stephan Keppler (Ebingen) wurde auf der Olympiapiste von 1994 29., Peter Strodl (Partenkirchen) kam auf Platz 37.

Im der Gesamtwertung zeichnet sich bei nur noch fünf Rennen ein Foto-Finish ab. Der Norweger Aksel Lund Svindal rückte mit seinem 14. Platz bis auf acht Punkte an die vor ihm liegenden, aber bei der Abfahrt leer ausgegangenen Ivica Kostelic aus Kroatien und Benjamin Raich aus Österreich heran.

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