Ski-Rennläufer Tobias Stechert hat sich bei der Weltcup-Abfahrt in Beaver Creek/USA entgegen ersten Befürchtungen keinen Kreuzbandriss zugezogen, wird die WM im Februar aber wohl dennoch verpassen.

Der 27 Jahre alte Oberstdorfer muss sich am Montag in München einer Operation an seinem verletzen linken Knie unterziehen. Bei dem arthroskopischen Eingriff soll ein freies Knorpelfragment entfernt werden. Neben der Knorpelverletzung hat sich Stechert eine Prellung des Fibula-Köpfchens zugezogen.

Laut DSV-Mannschaftsarzt Ernst-Otto Münch erfordert die OP im Anschluss "in der Regel eine sechswöchige Entlastung". Skifahren ist in dieser Phase unmöglich.

"Nach derzeitigem Stand habe ich extrem wenig Chancen, bei den Weltmeisterschaften in Schladming teilnehmen zu können", sagte Stechert: "Das ist natürlich bitter, aber auf der anderen Seite ist die Operation unumgänglich, um das Knie wieder voll belasten und damit möglichst schnell wieder Rennen fahren zu können."

Stechert zeigte sich "erleichtert", dass er sich entgegen der ersten Diagnose vor Ort keinen Kreuzbandriss zugezogen hat.

Der Speed-Spezialist hatte diese Art der Verletzung zunächst selbst vermutet. "Ich hatte schon zwei Kreuzbandrisse, ich kenne die Symptome", sagte er, als er am Rande der "Raubvogel-Piste" noch im Rettungsschlitten saß.

Josef Ferstl zog sich unterdessen bei seinem Sturz beim Super-G an gleicher Stelle einen Nasenbeinbruch zu. Außerdem drückte sich der 23-Jährige aus Hammer zwei Schneidezähne ein. Ferstl wurde noch am Samstag bei einem Spezialisten in Vail behandelt.

Sein Teamkollege Stephan Keppler kam vergleichsweise glimpflich davon. Der Ebinger (29), der auf der "Birds of Prey" ebenfalls beim Super-G gestürzt war, holte sich ein blaues Auge, eine Risswunde an der Braue und Prellungen am Oberschenkel. "Alles okay", sagte er.