Der ehemalige österreichische Ski-Trainer Walter Mayer ist nun auch juristisch ein Dopingsünder - ins Gefängnis muss der 56-Jährige aber nicht. Das Oberlandesgericht Wien bestätigte am Donnerstag das erstinstanzliche Urteil von 2011, demzufolge Mayer zwischen Dezember 2005 und Anfang 2009 eine erhebliche Menge Dopingmittel erworben und weitergegeben haben soll.

Die 15-monatige Haftstrafe, von der Mayer ursprünglich drei Monate hätte absitzen müssen, wurde jedoch gänzlich auf Bewährung ausgesetzt. Mayer übt im Österreichischen Skiverband (ÖSV) keine offizielle Funktion mehr aus und hatte bereits im Frühjahr 2009 fünf Wochen in Untersuchungshaft gesessen.

Anders als in Deutschland gilt in Österreich seit 2007 - auch wegen der Skandale um Mayer - ein Anti-Doping-Gesetz, welches die strafrechtliche Verfolgung von Hintermännern ermöglicht. Mayer ist nun rechtskräftig als Dopingsünder vorbestraft.

In Deutschland will die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg am 3. Mai im Bundesrat ein ähnlich scharfes Gesetz auf den Weg bringen, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte sich aber bislang stets gegen die Verbindung von Straf- und Sportrecht ausgesprochen. Allerdings will die Bundesregierung per Gesetzentwurf, demzufolge nicht nur der Besitz nicht geringer Mengen Dopingmittel, sondern auch deren Erwerb strafbar sein soll, das Arnzeimittelgesetz noch im kommenden Sommer deutlich verschärfen.

Mayer, Ex-Trainer der österreichischen Langläufer, war wegen ähnlicher Methoden der Blutbestrahlung, wie sie auch der Erfurter Mediziner Andreas Franke durchgeführt hat, im Anschluss an die Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City erstmals auffällig und im Anschluss von der FIS lebenslang gesperrt worden.

Im aktuellen Prozess wurde der Österreicher für die Weitergabe von Erythropoietin (Epo), Wachstumshormonen und anabolen Steroiden bestraft. Die Mittel habe er "an nicht mehr feststellbare Sportler weitergegeben", hatte Richterin Katharina Lewy im August 2011 in der Urteilsbegründung ausgeführt. Mayer hatte daraufhin - wie das OLG Wien nun bestätigte, erfolglos - Berufung eingelegt.

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