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Tobias Angerer geht in seinen wohl letzten Olympiawinter - und will Gold © imago

Hochzeit und Tochter lassen den Routinier gelassen in die Saison gehen. Seinen Traum will Angerer dennoch verwirklichen.

Beitostölen - Tobias Angerer träumt von Olympiagold.

Aber die Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben lässt sich die große deutsche Langlauf-Hoffnung deshalb nicht nehmen.

Täglich telefoniert der Bayer aus dem tiefverschneiten Beitostölen in Norwegen - dort geht am Wochenende der Weltcup-Auftakt über die Bühne - mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Romy und seiner einjährigen Tochter Karlotta.

"Das ist das wahre Leben. Bei meiner Familie kann ich immer Kraft tanken", sagt der 32-Jährige. "Ich genieße das und bin im Sport befreiter. Und wenn es nicht so läuft, dann lachen sie mich an, und alles ist vergessen."

Schon in guter Frühform

Trost ist derzeit aber überhaupt nicht nötig, denn der 32-Jährige geht bestens vorbereitet in seinen wohl letzten Olympiawinter.

Angerer gewann die beiden internen Testrennen im starken deutschen Team, und Bundestrainer Jochen Behle hält ihn schon beim Startrennen in Beitostölen am Samstag (Sa., ab 11.30 Uhr LIVE) für einen Podestkandidaten.

Der Traunsteiner hat mit Blick auf die Winterspiele in Vancouver versucht, noch einmal neue Reize zu setzen - sportlich wie privat.

Schwärmen von der Hochzeit

Von seiner Hochzeit im Oktober schwärmt er noch heute, und die kleine Karlotta ist begeistert, "wenn ich sie windle oder einen Brei koche".

Zusätzlich zum "Kinderdienst" hat der zweimalige Gesamtweltcupsieger so viel wie selten zuvor trainiert: "Ich bin ja nicht mehr der Jüngste. Und im Olympiawinter ist die Motivation natürlich riesengroß."

Zweimal war Angerer schon bei Olympia dabei und hat schon Bronze und Silber in der Sammlung.

Nur Gold fehlt noch

Genau wie bei Weltmeisterschaften, wo er im Februar in Liberec mit zweimal Silber und einmal Bronze der überragende Deutsche war, fehlt ihm aber noch der ganz große goldene Triumph.

"Natürlich wäre das das i-Tüpfelchen. Aber da gehört so viel dazu - Glück, Tagesform", sagt Angerer. "Ich denke lieber noch nicht so viel über Olympia nach, mache lieber Schritt für Schritt. Und da ist erstmal der Weltcup das täglich Brot."

Auch wenn Oberfeldwebel Angerer schon seit einem Jahrzehnt in der Weltspitze dabei ist, hat er noch Spaß an seinem Job und will "noch mehrere Jahre weitermachen".

Sotchi wohl kein Thema mehr

Nach Vancouver ist die WM 2011 in Oslo das nächste Ziel. Ob er allerdings bei Olympia 2014 in Sotschi mit 36 noch dabei ist, "wage ich zu bezweifeln".

Schließlich gibt es für den Hobby-DJ Tobias Angerer auch ein schönes Leben abseits der Loipen - zwischen Windeln und Kinderlachen.

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