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Tobias Angerer gab sein Debüt im Weltcup im Dezember 1998 © imago

Die Herren-Staffel verhindert den kompletten Fehlstart mit Platz drei, die Damen-Staffel landet abgeschlagen auf Platz fünf.

Beitostölen - Tobias Angerer und Co. haben die deutschen Skilangläufer mit Platz drei in der Staffel vor einem Fehlstart in den Olympiawinter bewahrt.

Im Winterwunderland von Beitostölen rettete der Vizeweltmeister das in den Einzelrennen ohne Top-20-Platzierung gebliebene Team vor dem ersten Weltcup-Auftakt ohne Podestplatz seit 2001.

Bei den in der Staffel nur fünftplatzierten Frauen blieb nach dem missglückten Debüt des neuen Coaches Janko Neuber nur die Hoffnung auf einen Staffel-Einsatz von Biathlon-Königin Magdalena Neuner in Vancouver.

Rehabilitation für Einzelrennen

"Das war eine kleine Rehabilitation für die schwachen Einzelrennen. Wir sind zumindest bei den Männern vorn mit dabei, auch wenn wir noch ein paar Wettkämpfe brauchen", sagte Bundestrainer Jochen Behle: "Aber unser Ziel ist ja Olympia."

Im einzigen Staffelrennen vor Vancouver kamen Jens Filbrich, Axel Teichmann, Rene Sommerfeldt und Angerer im munteren Flockenwirbel 11,8 Sekunden hinter Sieger Norwegen ins Ziel.

Vor Finnland ins Ziel

"Hauptsache Podium", sagte Angerer, nachdem er sich 3,7 Sekunden vor Finnland ins Ziel gerettet hatte.

Bis zum vorletzten Anstieg hatte er sogar die Chance auf den ersten deutschen Staffelsieg seit dem 19. November 2006 gewahrt, doch dann zogen die Gastgeber und Russland davon.

"Wenn mir das jemand nach dem Einzelrennen gesagt hätte, hätte ich ihm nicht geglaubt", sagte der nach einer "Klasseleistung" speziell von Behle gelobte Sommerfeldt.

"Nobody" bester Deutscher

Über 15 km hatte zuvor ausgerechnet Nobody Tim Tscharnke als 21. beim Sensations-Sieg des norwegischen Biathleten Rony Andre Hafsaas für das beste deutsche Resultat gesorgt.

Die mit dem Ziel Olympia-Norm angetretenen Angerer (24.), Filbrich (27.), Sommerfeldt (29.) und Teichmann (33.) blieben meilenweit hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück.

Der zweimalige Weltmeister Teichmann blieb auch nach dem Staffel-Erfolg kritisch: "Meine Leistung reicht noch nicht, um in der Weltspitze mitzulaufen."

"Echte Watschn" für die Damen

Das galt auch für das komplette Frauen-Team, das im Staffelrennen 1:31,5 Minuten hinter Sieger Schweden als chancenloser Fünfter ins Ziel kamen.

Trainer Neuber kritisierte seine Schützlinge als "überfordert", während Verbands-Vizepräsident Peter Schlickenrieder von einer "echten Watschn" sprach: "Es sieht so aus, als ob wir die Biathletinnen bei Olympia ganz dringend brauchen."

Neuner für die Staffel?

Bei der WM im Februar hatte Biathlon-Talent Miriam Gössner die Langlauf-Staffel noch zu Silber geführt, diesmal will Chefcoach Behle die sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner höchstselbst:

"Sie stünde bei Olympia für die Staffel bereit, da sie dann mit ihren Wettbewerben durch ist."

Spritzigkeit fehlt

Im 10-km-Rennen war Katrin Zeller mit stolzen 2:07,0 Minuten Rückstand auf die zum 31. Weltcup-Sieg gestürmte Norwegerin Marit Björgen auf Platz 26 ins Ziel gekommen.

Evi Sachenbacher-Stehle (27. ) und Claudia Nystad (29.) waren noch schlechter.

Sachenbacher-Stehle schob das auf das harte Training von Neuber: "Ich bin platt, es war keine Spritzigkeit da."

Zudem hatte Behle vor der Saison auf eine Teilnahme an internationalen Testrennen verzichtet - trotz des versöhnlichen Staffel-Podestplatzes eine glatte Fehlentscheidung.

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