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Axel Teichmann holte seinen bisher letzten Weltcupsieg im März 2009 in Falun © imago

Erstmals steht beim Tour-de-Ski-Finale kein Deutscher auf dem Podium. Rene Sommerfeldt fängt Teichmann am Alpe Cermis noch ab.

Val di Fiemme - Als Rene Sommerfeldt das deutsche Duell um Platz sechs für sich entschied, war sein Kumpel Lukas Bauer mit der tsechischen Fahne in der Hand längst als Sieger der Tour de Ski über die Ziellinie gelaufen.

Bei der vierten Auflage schaffte es beim Berglauf in Val di Fiemme erstmals kein deutscher Skilangläufer aufs Podest. (DATENCENTER: Die Tour de Ski)

"Wir haben die Tradition nicht fortgesetzt. Es wäre schon schön gewesen, wenn jemand aufs Podest gelaufen wäre. Und dass ich bester Deutscher bin, ist mir wurscht", sagte Sommerfeldt nach der Tortur auf dem Alpinhang Alpe Cermis mit einer Steigung von bis zu 28 Prozent.

100.000 Euro für Bauer

Vor zwei Jahren war er von Platz neun noch auf Position zwei gestürmt, doch diesmal konnte er sich von Startplatz sechs nur um zwei Ränge verbessern: "Da hätten vorn einfach noch mehr sterben müssen." Als Trost blieben immerhin 10.000 Euro Preisgeld.

Im Ziel hatte er 3:01,4 Minuten Rückstand auf Bauer, mit dem er in diesem Winter ausnahmsweise nicht trainiert hatte.

Der Tscheche kassierte zum zweiten Mal nach 2007 den Siegerscheck von 100.000 Euro.

Nur eine Olympiamedaille zählt

Bauer rannte nach seinem grandiosen Triumph am Samstag auch im Kletter-Duell locker dem favorisierten Norweger Petter Northug davon, der sich auf Platz zwei ins Ziel rettete.

Der als Dritter in den Berglauf gestartete Axel Teichmann landete am Ende nur auf Platz sieben und musste sogar den eine Minute hinter ihm gestarteten Sommerfeldt passieren lassen.

"Ich musste mein eigenes Tempo gehen und bin mit Platz sieben zufrieden. Für mich zählt in dieser Saison ohnehin nur eine Olympiamedaille", sagte Teichmann.

"Momentan fehlt der Siegläufer"

Der Ex-Weltmeister war am Samstag als Dritter über 20 km zum dritten Mal bei einer Etappe aufs Podest gelaufen.

Jens Filbrich landete am Ende auf Platz elf und komplettierte ein gutes Teamresultat, bei dem nach dem Sieg von Tobias Angerer (2007), Platz zwei von Sommerfeldt (2008) und drei von Teichmann (2009) diesmal allerdings der Podestplatz fehlte.

"Drei unter den Top 11, das ist sehr gut. Wir sind bei den Männern in der Weltspitze, uns fehlt momentan nur der Siegläufer. Aber unser Hauptziel ist ohnehin Olympia", sagte Bundestrainer Jochen Behle.

"Ende gut, alles gut" für Zeller

"Bei den Frauen hat Katrin Zeller Schadensbegrenzung betrieben", fügte er an. Die letzte verbliebene Deutsche wurde gute Zehnte.

Die Oberstdorferin war mit einem Eisbart und sehr zufrieden das Ziel - schließlich kassierte sie als Zehnte immerhin noch 1700 Euro Preisgeld.

"Ende gut, alles gut. Ich habe es noch in die Top Ten geschafft und auf der Tour das Olympia-Ticket gelöst. Was will ich mehr", sagte die am Vortag über 10 km ebenfalls auf Platz zehn gelandete Oberstdorferin.

Kowalczyk liegt lange im Schnee

Sie hatte 4:47,1 Minuten Rückstand auf Siegerin Justyna Kowalczyk, die im Ziel von zahlreichen polnischen Fans mit rot-weißen Fahnen gefeiert wurde.

Kowalczyk, die am Vortag ihre Führung noch mit einem Sturz verloren hatte, rang auf dem Anstieg noch die eine halbe Minute vor ihr gestartete Samstag-Siegerin Petra Majdic (Slowenien) nieder.

Danach lag sie minutenlang im Schnee, ehe sie freudestrahlend den Scheck über gut 100.000 Euro im Empfang nahm.

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