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Axel Teichmann hat seit 2003 sieben WM-Medaillen geholt, zwei davon in Gold © getty

Der DSV-Ausnahmeathlet hat noch Hunger - und dank Hausarbeit wieder mentale Frische. Bei der WM sei vor allem im Team "was drin".

Tannheim - Nach der zweiten olympischen Silbermedaille hatte Axel Teichmann an Rücktritt gedacht, doch nach ein paar Monaten Nachdenken entschied sich der erfolgreichste deutsche Skilangläufer der Geschichte für eine Fortsetzung seiner Karriere.

"Bei der WM in Oslo will ich eine Medaille", sagte Teichmann beim Wellness-Kurztripp im Tannheimer Tal. Den Rücktrittsgerüchten trotzt er mit Tatendrang.

Die nach der spektakulären Silbermedaille über 50 km beim Olympia-Finale angekündigte Zäsur beschränkt sich vorerst auf den privaten Bereich. Teichmann und seine Lebensgefährtin erwarten im August ihr erstes Kind.

"Malern und tapezieren hat gutgetan"

Die nötige "Frische im Kopf" hat der 30-Jährige sich in der trainingsfreien Zeit daher nicht im Urlaub, sondern beim Umzug geholt.

"Mal wieder malern und tapezieren, das hat gutgetan", sagt Teichmann: "Ich fühle mich jetzt sehr gut und bin optimistisch."

Und Optimismus ist durchaus angebracht. Nach zwei Weltmeistertiteln 2003 und 2007 und dem Gesamtweltcupsieg im Jahr 2005 bewies Teichmann vor allem in der letzten Saison, dass er der beste deutsche Langläufer der Geschichte ist.

Gold-Chance nach der Staffel-Pleite

Die beiden Silbermedaillen von Vancouver (Team-Sprint, 50 km Massenstart) hätten nach einer bis dahin bescheidenen Saison ein schöner Abschied sein können, doch so weit ist es nun doch noch nicht.

"Ich habe einen Anspruch an mich selber, und der ist, aus Oslo mit einer Medaille heimzukommen", sagt Teichmann.

Die Reise ins "Mekka des Langlauf-Sports" reizt den Thüringer. Er sieht die nordische Ski-WM in der norwegischen Hauptstadt (24. Februar bis 6. März 2011) als Gold-Chance nach der Staffel-Pleite bei Olympia.

Augenmerk auf die Teamwettbewerbe

"Ich will mit unserem Team dort ein Schnippchen schlagen, wir wollen uns die eine oder andere bittere Niederlage versüßen, die wir in den letzten Jahren einstecken mussten", sagt der 30-Jährige.

Der Doppel-Olympiazweite will bei seinem vielleicht letzten Großereignis auch den Weg ebnen für die nächste Langlauf-Generation um seinen 20 Jahre alten olympischen Teamsprint-Kollegen Tim Tscharnke (SV Biberau). "Die Jüngeren werden Weltklasse", sagt Teichmann.

Gemeinsam mit der jungen Garde will Sportsoldat Teichmann das Augenmerk in Oslo vor allem auf die Mannschaftswettbewerbe legen. "Im Teamsprint und in der Staffel ist was drin", hofft er. Die Weltspitze sei sehr eng, und "wir gehören definitiv dazu".

Heim-Weltcup in Düsseldorf

Ein erstes Ausrufezeichen sollte möglichst bei den Heim-Weltcups zu Beginn der Saison in Düsseldorf (4./5. Dezember) und den Tour-de-Ski-Stationen in Oberhof (31. Dezember/1. Januar) und Oberstdorf (2./3.Januar) gesetzt werden.

Zumindest die Vorbereitung des achtfachen Weltcup-Siegers sieht in diesem Jahr aber anders aus als bisher. "Ich will bei meiner Frau sein", sagt der werdende Vater, der das Grundlagentraining deshalb zunächst in seinem Heimatverein WSV Bad Lobenstein absolvieren darf.

Ende August trifft Teichmann seine DSV-Kollegen dann zum Lehrgang im schweizerischen Goms: "Dann bin ich wieder voll dabei."

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