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Axel Teichmann gewann 2010 in Vancouver zwei olympische Silbermedaillen © getty

Axel Teichmann erwartet beim Weltcup-Auftakt noch keine Top-Leistungen. Der junge Vater schaut auf die WM und seine Heimspiele.

München - Das große Kribbeln kommt bei Skilangläufer Axel Teichmann noch nicht auf. Der Weltcup-Start am Samstag ist für den Olympiazweiten schon so etwas wie Routine.

Schließlich hetzt er seit mittlerweile elf Jahren um Punkte und Medaillen durch die verschneiten Wälder und weiß, wann es zählt, wann er in Top-Form sein muss.

Für die Rennen im schwedischen Gällivare erwartet Teichmann noch keine Spitzenleistung. "Ich brauche eigentlich drei bis vier Rennen, um in die Saison zu finden. Momentan kann ich meine Form schwer einordnen", sagte Teichmann.

Bei der Weltcup-Generalprobe am vergangenen Wochenende in der Dunkelheit des finnischen Munio gehörte Teichmann nicht zu den Stärksten. "Aber der Abstand zur Spitze war nicht wirklich groß."

Gute Frühform bei Angerer - Teichmann blickt auf WM

Dass Teamkollege Tobias Angerer in Munio bereits auf das Podest lief und erstaunliche Frühform bewies, bringt Teichmann nicht aus der Ruhe. "Für mich zählen die Heim-Etappen der Tour de Ski und natürlich die WM in Oslo", sagte der 31-Jährige.

Der Saisonhöhepunkt in Norwegen habe dabei einen besonderen Stellenwert. Schließlich sei es die Wiege des Nordischen Skisports.

Tochter als Krönung des Jahres

In den vergangenen Monaten hatte für Teichmann allerdings eine ganz andere Wiege Priorität - die von Töchterchen Selma.

Ende Juli brachte Freundin Steffi den Nachwuchs zur Welt, für Jung-Vater Axel war es sozusagen die Krönung eines herausragenden Jahres, das im Winter mit zwei Silbermedaillen bei den Winterspielen von Vancouver begonnen hatte.

Nach dem Trainingslager in Munio reiste Teichmann zu Wochenbeginn nicht mit dem Team nach Gällivare, sondern büxte mit Genehmigung des Trainers nach Oberhof aus.

Vor dem Start in den harten Alltag des Weltcup-Winters genoss Teichmann nochmal die ihm so wichtige heimische Ruhe mit Selma und Steffi.

Dabei musste sich Bundestrainer Jochen Behle keine Sorgen machen, dass sein Star vom eigenen Nachwuchs um den Schlaf gebracht wird. "Ich bin ohnehin Frühausteher", meinte Teichmann.

Zukunft weiter fraglich

Am Donnerstag nahm der Thüringer Abschied von der Familie, zu den Weltcups reisen seine beiden Frauen nicht mit. Selma solle im ersten Jahr in Ruhe in den heimischen Gefilden aufwachsen.

Ob sie den Papa im nächsten Winter allerdings noch in der Loipe sehen kann, steht in den Sternen.

Zwar beendete Teichmann nach seinen erfolgreichen Winterspielen schnell jegliche Spekulationen um einen Rücktritt, eine Entscheidung über die Saison hinaus traf er allerdings nicht.

Weiter bis Olympia 2014?

Im Frühjahr will sich Teichmann dazu seine Gedanken machen. "Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich mache Schluss oder ich mache noch bis Sotschi weiter", sagte der Sportsoldat.

Eine Zwischenlösung, etwa nur bis 2013 zu laufen, werde es auf keinen Fall geben. Dann könne er das eine Jahr bis zu Olympia auch noch dranhängen. Nicht nur Selma würde das freuen.

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