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Axel Teichmann (M.) wurde 2009 Dritter der Tour de Ski © getty

Der Bundestrainer sieht seine Athleten beim prestigeträchtigen Etappen-Event als Außenseiter. Axel Teichmann ist anderer Meinung.

München - Die deutschen Skilangläufer scharren nach enttäuschenden Wochen mit den Hufen, doch Jochen Behle stapelt vor dem ersten Höhepunkt der Saison lieber tief.

"Wir haben allenfalls Außenseiterchancen. Die Vorbereitung lief alles andere als gut, und die Konkurrenz hat nicht geschlafen", sagte der Bundestrainer und senkte damit die Erwartungen für die an Silvester beginnende zehntägige Tour de Ski.

Behles Schützlinge sind vor dem Startschuss in der Winterwunderwelt Oberhof nicht ganz so bescheiden.

"Wir wollen ein Wörtchen mitreden", sagt Lokalmatador Axel Teichmann, der in seiner Wahlheimat bislang immer auf dem Treppchen stand.

Deutsche Erfolgsgeschichte

Ein Erfolgserlebnis hätte der 31-Jährige auch bitter nötig. Wegen einer langwierigen Erkältung hatte der zweimalige Silbermedaillengewinner von Vancouver zuletzt auf zwei Rennen verzichtet, im Gesamtweltcup ist er auf Platz 46 abgerutscht. (DATENCENTER: Alle Weltcup-Ergebnisse 2010/11)

Nicht viel besser erging es Trainingspartner Jens Filbrich, der nach seiner Auszeit forsch ankündigte, bei der Tour "vorne mitmischen" zu wollen. Sein Plan: Erstmal ein "ordentlicher Prolog", um an Neujahr in seiner Paradedisziplin klassische Verfolgung den Angriff auf die Spitze zu wagen.

Immerhin gilt es, eine deutsche Erfolgsgeschichte fortzusetzen. Bei bisher vier Auflagen der Tour, die in diesem Jahr noch nach Oberstdorf, Toblach und Val di Fiemme führt, stand am Ende dreimal ein DSV-Starter auf dem Treppchen.

"Mehr Kranke als Gesunde"

Von so hohen Erwartungen will Bundestrainer Behle lieber nichts wissen. "Mehr Kranke als Gesunde" habe er zuletzt im Team gehabt, die Gesamtwertung spiele keine große Rolle. Das gelte ebenso für die Frauen. Teamsprint-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle sagte die Veranstaltung noch an Silvester, wenige Stunden vor dem Prolog, mit erhöhter Temperatur ab.

"Irgendwie habe ich die Seuche am Fuß. Ich hoffe, dass sich das mit dem Jahreswechsel ändert", sagte die 30-Jährige.

Auch die zuletzt starke Nicole Fessel (Oberstdorf) musste das Etappen-Rennen ebenso wie Thomas Bing krank absagen.

Eine Hintertür ließ Behle sich aber trotz der Hiobsbotschaften offen: "Natürlich hätten wir nichts dagegen, wenn wir am Ende sowohl bei den Damen als auch bei den Herren unter den Top Ten vertreten wären. Lassen wir Oberhof mal an uns rankommen, dann sehen wir weiter."

Starter aus 20 Nationen

Zum dritten Mal in Folge ist die Wintersporthochburg am Rennsteig Startpunkt der Tour de Ski, die Bedingungen sind nach starken Schneefällen über Weihnachten so gut wie selten zuvor.

Erstmals musste die weiße Pracht sogar zum Teil aus dem Stadion geschafft werden. "Wir haben den Schnee im Griff", sagte Logistik-Chef Christoph Gellert nach zwei intensiven Schichttagen mit jeweils rund 150 Helfern.

Angekündigt haben sich Athleten aus 20 Nationen, darunter in Justyna Kowalczyk (Polen) und dem Tschechen Lukas Bauer auch beide Titelverteidiger.

Während bei den Frauen nach dem Verzicht von Weltcup-Spitzenreiterin Marit Björgen (Norwegen) die Weltcup-Zweite Kowalczyk als klare Favoritin gilt, ist die Lage bei den Männern ungleich spannender.

Brutales Finale

Hier werden dem Schweizer Dario Cologna, Alexander Legkow aus Russland und Doppel-Olympiasieger Petter Northug (Norwegen) die besten Chancen zugestanden. Die Entscheidung wird wohl erst beim brutalen Schlussanstieg am 9. Januar auf dem Alpinhang im italienischen Cavalese fallen.

Insgesamt ist ein Preisgeld in Höhe von 1,055 Millionen Schweizer Franken (ca. 845.000 Euro) ausgelobt.

Die Gesamtsieger bei Frauen und Männern kassieren allein 150.000 Schweizer Franken (ca. 120.000 Euro), Platz zwei bringt 100.000 (ca. 80.000 Euro), der dritte Rang noch 50.000 (ca. 40.000 Euro).

Die beiden Gesamtsieger der Sprint-Wertungen bekommen immerhin je 10.000 (ca. 8000). Jeder Tagessieg wird mit 5000 Schweizer Franken (ca. 4000 Euro) belohnt.

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