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Axel Teichmann gewann bei den Olympischen Spielen 2010 zweimal Silber © getty

Entkräftet erreicht der Ex-Weltmeister mehr als drei Minuten nach Sieger Matti Heikkinen das Ziel. Kurz darauf folgt das Tour-Aus.

Oberstdorf - Als Axel Teichmann im Oberstdorfer Langlaufstadion ankam, hatten die meisten seiner Konkurrenten den Zielraum längst verlassen.

Abgeschlagen und abgekämpft musste der Ex-Weltmeister auch auf der vierten Etappe der Tour de Ski feststellen, dass die Weltspitze für ihn und die übrigen deutschen Läufer sieben Wochen vor den Weltmeisterschaften in Oslo in weite Ferne gerückt ist.

Frustriert erklärte Teichmann daraufhin bei der Tour seinen vorzeitigen Ausstieg.

Muskuläre Probleme teilte die FIS als offiziellen Grund für den Rückzug mit.

Behle zeigt sich ratlos

Schon direkt nach dem Jagdrennen, bei dem Teichmann mit 3:04,4 Minuten Rückstand auf den Tagessieger Matti Heikkinen aus Finnland ins Ziel gekommen war, hatte Bundestrainer Jochen Behle in Erwägung gezogen, seinem einstigen Vorzeige-Läufer eine Auszeit zu gönnen.

"Wir müssen uns jetzt schon überlegen, was wir machen", hatte Behle gesagt, der aber noch Rücksprache mit dem extrem niedergeschlagenen Teichmann halten wollte.

Dieser hatte eine Stellungnahme nach dem Rennen verweigert und war an sämtlichen Journalisten vorbeigestürmt.

"Ab erster Minute nichts gegangen"

Die Entscheidung fiel dann rund zwei Stunden nach Rennende. Bei Teichmann sei am Montag "ab der ersten Minute nichts gegangen", sagte Behle.

Zwar hätte dem zuletzt immer wieder angeschlagenen Olympiazweiten Wettkampfhärte grundsätzlich gut getan, nur müsse man auch schauen, ob das noch Sinn ergebe: "Es bringt niemandem etwas, wenn er kaputt ist", sagte Behle.

Teichmann, der auf den ersten Etappen immerhin Zehnter, 13. und 36. war, wird damit die Reise ins italienische Toblach nicht antreten. Dort stehen ab Mittwoch die nächsten beiden Etappen an.

Reichelt sorgt für Lichtblick

Zwar machten es die übrigen deutschen Starter besser als Teichmann, mit dem Rennausgang hatten die DSV-Athleten aber wiederum nichts zu tun.

Bester Deutscher auf dem vierten Teilstück war Tom Reichelt auf dem 20. Rang (14,4 Sekunden zurück). Hannes Dotzler (16,2) und Jens Filbrich (20,1) belegten die Plätze 23 beziehungsweise 30.

"Mit ihnen bin ich zufrieden", sagte Behle, der seine Ansprüche angesichts des stetig wachsenden Lazaretts im deutschen Lager aber schon nach unten geschraubt hat.

Auch deutsche Damen laufen hinterher

In der Damen-Konkurrenz über zehn Kilometer wurde Katrin Zeller beim Doppel-Sieg der Schwedinnen Anna Haag und Charlotte Kalla als beste Deutsche 21. (55,7). Steffi Böhler, Lucia Anger und Denise Herrmann folgten auf den Plätzen 37, 39 beziehungsweise 45.

Favoritin Justyna Kowalczyk kam am Montag zwar nur als Fünfte ins Ziel, behält aber das rote Trikot der Damen-Konkurrenz. Die Polin steht nach vier Rennen im Gesamt-Klassement 1:19,8 Minuten vor Kalla.

Zeller ist als beste Deutsche mit einem Rückstand von 4:28,8 Minuten 27.

Cologna weiter in Führung

Neben der erkrankten Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Strehle hatten unter anderem die Olympiazweiten Tobias Angerer und Tim Tscharnke in den letzten Tagen aus gesundheitlichen Gründen ihren vorzeitigen Ausstieg aus der Tour erklärt, Teichmann folgte.

Den Sieg im Jagdrennen machten erwartungsgemäß die üblichen Verdächtigen unter sich aus. Heikkinen fuhr über 20 Kilometer zu seinem ersten Etappensieg und kam eine Sekunde vor dem Gesamt-Führenden Dario Cologna (Schweiz) ins Ziel.

Dritter wurde der Tscheche Martin Jaks. Der 24 Jahre alte Cologna führt die Gesamtwertung aber weiterhin mit 45,9 Sekunden vor dem Kanadier Devon Kershaw an.

Bester Deutscher ist zur Tour-Halbzeit Filbrich auf Platz 21 (2:32,8 Minuten zurück). (DATENCENTER: Gesamt-Klassement Tour de Ski)

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