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Evi Sachenbacher-Stehle holte bei der letzten WM in Liberec Silber © getty

Sachenbacher will nach einer "verteufelten Saison" die Stimmung in Oslo genießen. Zeller hat Respekt und Teichmann wird geschont.

Oslo - Sie lächelte in die Kameras, scherzte mit den Fotografen und strahlte wie eh und je:

Auf den ersten Blick wirkte Evi Sachenbacher-Stehle am Tag vor ihrem ersten WM-Einsatz in Oslo ganz wie die Alte. 355709(DIASHOW: Die DSV-Starter in Oslo)

Doch der Eindruck täuschte. "Ich bin froh, überhaupt dabei zu sein", sagte die zweimalige Olympiasiegerin vor dem Jagdrennen über 15 Kilometer am Samstag (ab 11.30 Uhr im LIVE-TICKER): "Bis hierhin war es eine absolut verteufelte Saison für mich."

Um die Leidensgeschichte der einstigen "Gold-Evi" erahnen zu können, reicht ein Blick auf die Weltcup-Resultate.

Nur dreimal in den Punkten

Ganze dreimal lief sie in diesem Winter in die Punkte - bei 24 Wettbewerben. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

"Das war nicht leicht für mich. Aber ich möchte nicht aufgeben. Das war nicht ich", sagte die 30-Jährige.

Immer wieder wurde sie von Krankheiten, zuletzt von einer Unverträglichkeit gegenüber Weizen und Ei gestoppt.

"Unser großes Sorgenkind" nennt Bundestrainer Jochen Behle dann auch seine eigentliche Vorzeigeathletin, die immerhin gesund nach Oslo reiste. (SERVICE: Der WM-Zeitplan)

Die Stimmung genießen

"Aber mir fehlt noch die Schnelligkeit. Ich kann derzeit nicht einschätzen, bei wie viel Prozent ich stehe. Wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht", sagte Sachenbacher.

Ihr einziges Ziel sei folglich ein bescheidenes: "Ich will die Rennen genießen und die Stimmung mitnehmen. Vielleicht hilft mir das ja."

Ohne große Erwartungen gehen auch die drei übrigen deutschen Athletinnen an den Start. (DATENCENTER: Ergebnisse Skilanglauf)

Zeller hat Respekt

Weder Nicole Fessel, die am Donnerstag im Sprint im Viertelfinale gescheitert war, noch Katrin Zeller oder Stefanie Böhler kommen für eine Top-Platzierung in Frage.

"Es wäre ein Lüge zu sagen, dass ich in einer super Form bin", sagte Böhler, während Zeller Respekt vor der Strecke und Favoritin Marit Björgen hat: "Uns erwartet Einiges. Aber ich freue mich auf die Fans. Ich hatte schon am Fernseher eine Gänsehaut."

Angerer in Topform

Gleich neben Sachenbacher grinste derweil auch Tobias Angerer vor sich hin.

Zumindest der Olympiazweite hat auch allen Grund dazu: "Mir geht es richtig gut", sagte der 33-Jährige, dessen Formkurve nach schwachem Start zuletzt nach oben zeigte.

Das Wort Medaille wollte der Bayer aus Vachendorf vor der Jagd über 30 km am Sonntag (ab 12 Uhr im LIVE-TICKER) aber nicht in den Mund nehmen: "Ich zähle mich nicht zum Favoritenkreis, ich bin eher Außenseiter."

Filbrich mit besonderer Taktik

Damit es vielleicht doch klappt mit einer vorderen Platzierung, ist Angerer auf seine Teamkollegen angewiesen.

"Ich würde gerne mit Tobi das Rennen vorne bestimmen", sagte Jens Filbrich zu einer möglichen Taktik.

Auch die Schweden um Sprint-Weltmeister Marcus Hellner dürften wohl kräftig auf das Tempo drücken, um das Feld auseinanderzuziehen und so dem Topfavoriten und im Schlussspurt starken Petter Northug das Leben schwer zu machen.

Teichmann wird geschont

Für den DSV in die Loipe gehen zudem Franz Göring und Tom Reichelt.

Nicht am Start ist Axel Teichmann, der 2007 in Sapporo Weltmeister über diese Distanz wurde, in Oslo aber bewusst geschont wird.

"Das ist eine ganz bewusste Konzeption. Wir wollen keinem Athleten Starts in allen Rennen zumuten", sagte Behle.

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