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Axel Teichmann gewann 2005 die Gesamtwertung im Skilanglauf-Weltcup © getty

Die deutschen Langläufer starten am Wochenende in die neue Saison. Das Team macht gegen Doping mobil und fordert "sauberen Sport".

Gällivare/Leipzig - Die deutschen Langläufer treten unmittelbar vor Saisonbeginn im Anti-Doping-Kampf aufs Tempo.

"Die Öffentlichkeit soll das Gefühl kriegen, dass es sauberen Langlauf gibt. Es muss so viel und so gezielt wie möglich kontrolliert werden", sagt Tobias Angerer.

Der zweimalige Weltcup-Gesamtsieger (2006 und 2007) aus Traunstein startet am Samstag in Gällivare als Mitfavorit in das 15-km-Auftaktrennen.

Bundestrainer Jochen Behle fordert für mutwillige Doping-Betrüger sofort lebenslange statt der bisher üblichen Zweijahres-Sperren.

"Epo oder Cera hat niemand auf der Zahnbürste. Wer mutwillig betrügt, gehört lebenslang gesperrt", so Behle. (Der Wintersport im LIVE-Ticker)

Der Trainer sagte weiterhin: "Dopingsperren müssen an die Substanz gehen, sonst kriegen wir das Problem international nicht in den Griff."

"Vorreiter-Rolle"

Aufgrund ihrer seit vielen Jahren komplett negativen Testergebnisse und des funktionierenden Kontrollsystems in Deutschland sehen sich die Asse um Weltmeister Axel Teichmann und den Gesamtzweiten der Vorsaison, Rene Sommerfeldt , in einer Vorreiter-Rolle. (Tobias Angerer im Interview)

"Wir wollen so oft wie möglich getestet werden und stehen durch das System der ständigen An- und Abmeldung auch jederzeit zur Verfügung", sagt Sommerfeldt.

Teichmann zum Beispiel wurde im Herbst bei der privaten Anfahrt zum Trainingscamp am Dachsteingletscher per Handy von einem Dopingtester gestoppt.

Er musste an der Autobahn-Raststätte am Irschenberg auf der A 8 zwischen München und Salzburg ausfahren und sich dort einer Kontrolle unterziehen.

Bedrohung für den Skisport

Der Präsident des Deutschen Skiverbandes, Alfons Hörmann, schwor seine komplette Mannschaft nochmals eindringlich darauf ein, "dass jeder mögliche Dopingfall eine existenzielle Bedrohung für den Skisport" darstellt.

"Wir als DSV tun alles Menschenmögliche, aber wir können unsere Athleten auch nicht Tag und Nacht überwachen," so Hörmann.(Alle Wintersport-News)

Behles Langlauf-Crew hat sich seit dem 31. Oktober in der immer dunkler werdenden Einöde von Muonio am Polarkreis Finnlands für den Saisonauftakt präpariert.

Erfolgreiche Test

Tobias Angerer ("Ich habe die letzte schwächere Saison abgehakt und will wieder so schnell rennen wie vor zwei, drei Jahren"), Steffi Böhler und Claudia Nystad sorgten dabei mit Siegen in erstklassig besetzten Testrennen für Furore. (Deutsche Siege am Polarkreis)

Speziell Angerer und Teichmann, aber auch der Thüringer Jens Filbrich haben laut Behle nach dem nicht optimal verlaufenen Vorwinter das Training umgestellt und "dem regenerativen Part mehr Aufmerksamkeit geschenkt".

Behle peilt Podest an

Etwa 10.000 Laufkilometer haben die deutschen Asse aktuell in den Knochen, das sind laut Behle rund 1000 Kilometer weniger als vor Jahresfrist, als "einige wohl über das Ziel hinausgeschossen waren".

Die Saison in Gällivare startet am Samstag mit zwei Freistil-Distanzrennen (vor den Männern laufen ab 11.00 Uhr die Frauen über 10 km) sowie am Sonntag (Frauen 10.30 und Männer 12.00) mit den Staffeln.

"Beide Staffeln sind Kandidaten für das Siegerpodest", gibt Behle als Ziel aus: "Ansonsten wollen wir zeigen, dass die Form stimmt und wir vorne mitmischen können."

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